Abfahrt! – Zug um Zug [Rezension]

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Bei Zug um Zug handelt es sich um ein Legespiel, in dem die Spieler vorgegebene Eisenbahnrouten bauen und dabei versuchen, sich nicht von ihren Konkurrenten den Weg abschneiden zu lassen. Das Spiel ist in sechs Varianten für verschiedene Kontinente und Länder, als Kinderversion sowie mit zahlreichen neuen Spielplänen erschienen.

Datenblatt zum Brettspiel Zug um Zug

Verlag: Asmodee
Anzahl Spieler: 2 – 5 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Herausforderungen: Routenplanung, Bluffen, Glück, Improvisation
Vergleichbar mit: unvergleichlich

Am Ticketschalter: Was ist in der Box?

Der Inhalt variiert je nach Ausführung leicht, da jede Version eigene kleine aber feine Sonderregeln besitzt, die auch den Kauf mehrerer Varianten rechtfertigen. Die „Europa“-Version beinhaltet:

  • Ein schön gestaltetes, großes Spielbrett mit aufgedruckten Strecken
  • 225 farbige Waggons aus Kunststoff, 45 pro Spielerfarbe
  • 15 farbige Bahnhöfe aus Kunststoff, 3 pro Spielerfarbe
  • 158 Spielkarten mit Aufträgen und Waggons unterschiedlicher Farben
  • 5 Zählsteine zum Nachhalten der Punkte
  • 1 Regelheft

Es empfiehlt sich, die Waggons farblich getrennt zu halten, denn eine Übersicht, wie viele von welcher Farbe noch übrig sind, ist gegen Ende des Spiels äußerst wichtig.

 

Abfahrt

Die Spieler erhalten in Zug um Zug zunächst vier Auftragskarten, können aber im Spielverlauf weitere nachziehen. Auf jeder Karte sind zwei Stationen abgebildet, die es mit seinem Streckennetz zu verbinden gilt. Hierbei gibt es kurze Strecken, die zumeist einstellige Punkte geben, und lange Strecken, die bis zu über zwanzig Punkte geben können. Diese sind jedoch auch sehr schwer zu bauen und reichen meist von einem Ende des Spielplans zum anderen. Nicht erfüllte Aufträge geben am Ende Minuspunkte, weshalb man auch Aufträge ablehnen kann. Ersatz erhält man jedoch nicht.

Ein Spielzug besteht aus einer von mehreren möglichen Aktionen.

  • Man darf zwei Waggonkarten nehmen. Diese können von den fünf permanent ausliegenden Karten sein, oder man zieht blind vom Stapel. Eine Lokomotive gilt als Joker jeder Farbe. Nimmt man eine ausliegende Lok, so darf man keine zweite Karte nehmen. Zieht man sie jedoch blind hat man Glück gehabt und darf auch die zweite Karte noch nehmen. Ein Handkartenlimit existiert nicht.
  • Man darf eine Strecke bauen. Eine Strecke ist eine Verbindung zwischen zwei benachbarten Städten, die auf dem Plan entweder farbig oder grau aufgedruckt ist. Die Farbe gibt an, welche Farbe die Waggonkarten haben müssen, die man dafür ablegt. Ist die Strecke grau, dann ist die Farbe egal, aber die Karten müssen alle die gleiche Farbe haben. Während manche Strecken nur eine Karte benötigen, erfordern andere bis zu zehn Karten. Jede so gebaute Strecke bringt sofort Punkte auf das Konto in Zug um Zug. Dabei sind längere Strecken ungleich lohnenswerter, da sie auch schwerer zu bauen sind. Der Spieler stellt seine eigenen Waggons auf die gebaute Strecke.
  • Ein Beispiel für eine Sonderregel sind die Bahnhöfe der Europaversion. Diese darf man als Aktion an eine von einer eigenen Strecke erreichte Stadt setzen, um eine von der Konkurrenz gebaute Strecke mitzubenutzen. So kann man Lücken im Netz schließen und Aufträge erfolgreich abschließen. Nicht verwendete Bahnhöfe geben am Ende Bonuspunkte.
  • Ein Spieler, der frühzeitig alle seine Aufträge erfüllt hat, kann als Aktion neue Aufträge ziehen. Er erhält drei weitere Karten, von denen er mindestens eine behalten muss. Natürlich darf der wagemutige Eisenbahnbauer auch ziehen, wenn er noch unerfüllte Aufträge besitzt. Er sollte aber nicht vergessen, dass jeder unerfüllte Auftrag am Ende Punktabzug gibt.

So geht es reihum, bis ein Spieler nur noch zwei oder weniger Waggons übrig hat. Nun ist jeder Spieler noch genau einmal an der Reihe, bevor das Spiel endet.

 

Endstation in Zug um Zug

Nun entscheidet sich, wer das beste Streckennetz aufgebaut hat. Die Punkte für die einzelnen Strecken wurden hoffentlich gewissenhaft auf der das Spielfeld umrundenden Punkteleiste gezählt. Bei Zweifeln sollten alle Strecken nochmals durchgezählt werden. Hinzu kommen Punkte für erfüllte Aufträge, nicht erfüllte Aufträge werden abgezogen. Zudem gibt es je nach Variante noch Bonuspunkte. In der Europaversion sind es Punkte für die längste Gesamtstrecke ohne Seitenarme und nochmal Punkte für nicht gebaute Bahnhöfe.

Wer den höchsten Punktestand vorzuweisen hat, gewinnt!

 

Fazit zum Spiel Zug um Zug

In dem Spiel geht es nicht nur darum, zu hoffen, dass man die Karten zieht, die man für die geplante Strecke benötigt. Wenn sich andere Strecken anbieten, sollte man umplanen und eventuell einen Umweg bauen, für den man die Karten bereits besitzt. Improvisationstalent ist auch gefragt, wenn man die benötigte Strecke direkt vor der Nase zugebaut bekommt. Nicht alle Strecken sind mehrgleisig und können mehrfach gebaut werden. Dann kann es schon einmal sein, dass man von London nach Madrid den Umweg über Berlin machen muss.

Zug um Zug ist ist in jeder Version leicht zu lernen. Trotz der farbenfrohen, künstlerischen Ausgestaltung des gesamten Spielmaterials hat man immer klar vor Augen, was wichtig ist und was nur schmückendes Beiwerk. Durch die simplen Handlungsmöglichkeiten geht es in Zug um Zug flott voran und man muss selbst bei der Maximalzahl an Spielern nur selten länger als eine Minute auf seinen eigenen Zug warten. Selbst wenn die Konkurrenten Karten ziehen bleibt es spannend. Die Schadenfreude ist groß, wenn eine offene Karte genommen wurde und dieser Platz mit einer Lokomotive aufgefüllt wird.

Es ist als Familienspiel gut geeignet und zerstört trotz der Möglichkeit, seinen Mitspielern den Plan zu durchkreuzen, weniger Freundschaften als die Siedler von Catan. Schließlich gibt es immer noch einen Plan B. Mit einer bis zwei Stunden Spielzeit passt es gut in einen Spieleabend und lässt noch Platz für mehr. Da das Spiel nicht mit allzu viel Zahlenakrobatik belastet ist erlaubt ein lockeres Spielen mit Unterhaltung.

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