Die letzte Hoffnung der Menschheit – X-COM [Rezension]

0
260
Das Wichtigste in Kürze

In X-COM wandern die Spieler ins All: Unbekannte Flugobjekte wurden gesichtet, und die Spieler sind mittendrin!

  • 1 – 4 Spöieler müssen im Team arbeiten, miteinander kommunizieren und Risikomanagement betreiben
  • Die Erde steht an vielen Fronten unter Beschuss! Rettet sie, so lange ihr könnt.
  • Es gibt hektische Echtzeitphasen im Spiel, die X-Com rasant machen.



Im Orbit werden UFOs gesichtet und Außerirdische greifen unsere Städte an. Dieses Szenario kennen wir nicht erst seit Independence Day: Schon 1994 erschien mit »UFO: Enemy Unknown« ein Klassiker der Computerspiele, das in den USA aufgrund von Namensrechten als »X-COM: UFO Defense« vermarktet wurde. Vor wenigen Jahren kamen wir in den Genuss eines Remakes unter dem Titel »X-COM: Enemy Unknown«, der das alte Spielprinzip in neuem Gewand wieder auflegte. Das Brettspiel dazu nehmen wir hier unter die Lupe.

Datenblatt zum Brettspiel X-COM

Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Anzahl Spieler: 1 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Kommunikation, Würfelglück, Risikomanagement, Teamwork
Vergleichbar mit: Schatten über Camelot, Pandemie, Space Alert, Arkham Horror

Die Rüstkammer der Alienabwehr: Inhalt

In der Spielebox finden wir neben Anleitung, achtseitigem Würfel und dem Spielplan die folgenden Inhalte:

  • 12 Soldaten
  • 8 Abfangjäger
  • 24 UFOs
  • 76 Marker
  • 28 Technologiekarten
  • 15 Ausstattungskarten
  • 12 Einsatzkarten
  • 5 Invasionspläne
  • 7 Reservekarten für Soldaten
  • 4 spezielle X-COM-Würfel

Alle auf ihre Posten!

Jeder Spieler erhält eine der vier Rollen, die für die Organisation X-COM arbeiten: Commander, Central Officer, Forschungsleiter oder Einsatzleiter. Sind weniger als vier Spieler beteiligt, müssen eventuell einige Spieler mehrere Rollen übernehmen.

Das Spielbrett stellt unsere Kommandozentrale dar. Hier sehen wir eine Weltkarte, den Erdorbit, die Basisverteidigung, Forschungslabore sowie die Tafeln für unsere Einsätze. Da das Spielmaterial Grafiken aus dem Computerspiel verwendet ist die optische Präsentation Top und es kommt direkt die richtige Atmosphäre auf.

X-COM ist ein Mangelspiel. Die Mittel der Organisation sind begrenzt und die Erde steht an vielen Fronten unter Beschuss: UFOs kreisen im Orbit und bedrohen die einzelnen Kontinente, Aliens terrorisieren Städte und müssen aufgehalten werden und sogar die Basis der Spieler selbst muss einem Dauerangriff standhalten. Abfangjäger müssen gekauft und Soldaten rekrutiert werden, irdische und auch Alientechnologie stehen zur Erforschung bereit. Doch all dies kostet Geld, das nur begrenzt zur Verfügung steht.

Theorie und Praxis von X-Com

X-COM reitet auf der aktuellen Welle, komplexe Spielmechanismen durch eine App zu steuern, um aus einer Konfliktsimulation ein Kooperationsspiel zu machen. Die vierseitige Anleitung erklärt tatsächlich wenig mehr als den Spielaufbau. Um das Spiel selbst zu lernen wird auf die Tutorialfunktion der App hingewiesen.

Eine Spielrunde besteht aus zwei Phasen. In der Echtzeitphase rattert die App ein Ereignis nach dem anderen herunter: Krisenkarte ziehen, Forschungen verteilen, Abfangjäger starten, Panik erhöhen, Gegner aufstellen usw. Für jede Aktion hat man hierbei nur wenige Sekunden Zeit. Klare Ansagen und schnelle Entscheidungen sind gefragt – ewiges Herumrechnen oder gar Abstimmungen in der Gruppe sind fehl am Platz! In dieser Phase muss jeder Verantwortung für seine Position übernehmen. Besonders knifflig: Man weiß nicht, ob der Commander in dieser Runde Geld aus dem Notfallfond ziehen darf. Denn jeder Soldat, der in den Einsatz geschickt wird, jeder Satellit, jeder gestartete Abfangjäger und jeder Wissenschaftler kostet Geld. Man darf während der Echtzeitphase über sein Budget hinausplanen (und muss dies sogar oft tun), aber wenn später Geld fehlt könnte das katastrophale Folgen haben.

In der folgenden Auswertungsphase handelt man unter Anleitung der App in Ruhe alle Aktionen ab, die vorher geplant wurden. Alle Kämpfe und Forschungen werden nach dem gleichen Schema abgehandelt: Pro Soldat, Satellit, Abfangjäger oder Wissenschaftler, der sich mit der aktuellen Aufgabe beschäftigt, erhält man einen Spezialwürfel. Bestimmte Umstände oder Forschungen können hier Würfel addieren oder abziehen. Zusätzlich gibt es den achtseitigen Alienwürfel. Man darf würfeln, bis man erfolgreich ist oder versagt hat. Jeder gewürfelte Erfolg auf den Spezialwürfeln bringt das Team einen Schritt näher zum Erfolg, aber zeigt der Alienwürfel eine Zahl, die gleich oder kleiner dem aktuellen Würfelversuch ist, bedeutet dies einen katastrophalen Fehlschlag und alle eingesetzten Einheiten sind verloren.

Abwechslung bei der Invasion

Das klingt bisher nach einer Mischung aus purer Hektik und dröger Würfelorgie. Allerdings wird das ganze in einer Art und Weise präsentiert, die uns wirklich mitfiebern lässt. Die Invasionspläne bringen verschiedene Sonderregeln in die Partien und die Ausstattungskarten variieren ebenfalls die Möglichkeiten der Spieler. Je nachdem, welche Technologien man früh erforschen kann verlagert sich die Strategie.

X-COM spielt sich wie ein Kampf gegen Windmühlen: Krisenherde erscheinen schneller, als man ihrer Herr werden kann, selbst auf der einfachsten Spielstufe. Die Paniklevel auf den Kontinenten steigen, die Basis wird unentwegt angegriffen und überall schwirren fliegende Untertassen herum. Für Neueinsteiger bedeutet das, dass man sich auf einige Niederlagen gefasst machen muss, ehe man einen Erfolg verbuchen kann. Hält man lange genug durch und ist auch einigermaßen Erfolgreich dabei, die Alienangriffe auf die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten, darf man sich irgendwann zum entscheidenden Gefecht rüsten. Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass die entwickelten Technologien die eigenen Soldaten auf Augenhöhe mit den Aliens gebracht hat.

Fazit zum Brettspiel X-Com

Zaghafte Naturen werden schnell feststellen, dass sie bei X-COM nicht weit kommen. Hier müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Das Spiel wechselt zwischen hektischen Echtzeitphasen und spannenden Würfelkämpfen und hält die Spieler so auf Trab. Jeder ist beinahe ständig involviert und auch die Züge der anderen Spieler sollten beachtet werden. Die gefürchtete »Downtime«, also die Zeit, in der man auf seinen nächsten Spielzug wartet, ist hier nicht vorhanden. Das verringert auch die Gefahr, dass Mitspieler plötzlich das eigene Handy interessanter als das Spiel finden oder sich in Nebengespräche verlieren. Das Spiel fesselt und spielt sich auch durch die App als Taktgeber äußerst flott. Jedoch sollte Anfänger besser in voller Besetzung spielen, da man für mehrtere Rollen einen guten Überblick haben sollte. Dennoch ein Tipp für alle zukünftigen Weltretter!

Asmodee HE745 - XCOM Brettspiel
  • Ein kooperatives Brettspiel über globale Verteidigung, basierend auf dem preisgekrönten Video-Spiel: "XCOM: Enemy Unknown"
  • Eine frei erhältliche, innovative App koordiniert die Alien-Invasion, bringt euch das Spiel bei und dient als Regel-Nachschlagewerk.
  • Die Spieler übernehmen vier unterschiedliche Rollen, die alle unerlässlich für den Erfolg von XCOM sind: Kommandant, Forschungsleiter, Central-Offizier und Einsatzleiter.
  • Der Risiko fordernde Würfelmechanismus erzeugt im Zusammenspiel mit der App ein Höchstmaß an Spannung und Drama.
  • Inklusive Miniaturen von 16 XCOM Soldaten, 8 Abfangjägern und 24 UFOs

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here