So funktioniert Workerplacement

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Das Wichtigste in Kürze

Das Workerplacement Prinzip ist eine recht junge Spielmechanik, die mit Agricola, einem Spiel von Uwe Rosenberg aus dem Hause Lookout Games, 2007 auf dem deutschen Markt rasend schnell bekannt wurde. Allgemein handelt es sich bei der Spielmechanik um Folgendes:

  • Die Spieler können Aktionen durchführen, ohne dafür Ressourcen zu bezahlen
  • Die Aktionen werden nur dann ausgeführt, wenn sie das Feld mit einem Arbeiter belegen
  • Das Feld ist wahlweise durch den Arbeiter belegt oder kann von mehreren Arbeitern genutzt werden
  • Workerplacement Spiele haben ein besonderes Balancing

An die Arbeit! Arbeiter sind jetzt unsere neuen Ressourcen. Und da sie, im Gegensatz zu Holz, Lehm, Getreide oder Wolle nicht ausgegeben und weiterverarbeitet werden, kommen sie zurück. Denn die Menschen benötigen etwas, um weiter zu arbeiten. Motivation, Essen, Unterkunft, Zeit.

Alles, was du über das Workerplacement Prinzip wissen musst, erfährst du in diesem Artikel.

So funktioniert Workerplacement

Beim Workerplacement sind die Arbeiter entweder hölzerne Meeples, Arbeiter-Marker oder Würfel. Du setzt sie ein, um bestimmte Aktionen auszuführen. Es gibt viele Spiele, bei denen nur ein Arbeiter eine Aktion ausführen kann. Also kann es dazu kommen, dass du den anderen Spielenden eine Aktion in ihrem Zug verwehrst oder wahlweise verdrängt wirst.

Die Arbeiter nimmst du im Workerplacement-Prinzip immer wieder zurück in dein Inventar. Nach einer Sofort-Aktion, nach einem Zug, nach einer Runde, oder erst bei der Siegauswertung. Das hängt ganz vom Spiel ab, das du vorliegen hast.

Das Workerplacement Prinzip wirkt sich insofern auf das Spiel aus, als dass nicht alle Spieler die gleichen Aktionen in der gleichen Reihenfolge durchführen können. Dadurch wird der Spielverlauf gewissermaßen durchgemischt, und wir können uns fröhlich mit ausgefahrenen Ellenbogen im Weg stehen.

Außerdem gehört dazu, dass du weise wählen musst. Natürlich gibt es mehr Aktionen als Arbeiter. Du musst dich strategisch in jedem Zug entscheiden, welche Aktion du benötigst, wie viele Arbeiter du zur Verfügung hast und was du tust, wenn ein Mitspieler diese Aktion vorher schon für sich nutzt und dich aussperrt.

Workerplacement vs. andere Spielmechaniken

Damit ist Workerplacement eine Spielmechanik, die völlig im Gegensatz zu Würfel-Lauf-Spielen, Würfelspielen, Kartenspielen oder Kauf- und Biet-Mechaniken steht.

Monopoly ist beispielsweise ein Würfel-Lauf-Spiel. Du würfelst eine Zahl, und das Feld, auf dem du landest, bestimmt, was zunächst geschieht.

Würfelspiele im Allgemeinen, denke mal kurz an Kniffel, werden rein durch das Glück beeinflusst. Die Burgen von Burgund ist ein Brettspiel, das ebenfalls vom Prinzip der Würfel lebt, aber die Spieler müssen weise wählen, welchen Würfel sie für welche Aktion verwenden. Damit ist „Die Burgen von Burgund“, wenn man es nicht so streng sieht, ein halbes Workerplacement Spiel.

Bei Kartenspielen ist die zentrale Mechanik oft der Zufall durch gemischte Karten. Es gibt viele Spiele, die offene Handelsauslagen haben, damit der Zufall nicht so zufällig ist wie bei Würfelspielen. Karten bringen außerdem direkte Aktionen und Events mit, die pro Karte unterschiedlich sein können.

Kauf- und Biet-Mechaniken sind jene, bei denen du im Brettspiel eine Aktion durchführen oder eine Karte erwerben kannst, indem du zuvor gefarmte Ressourcen ausgibst. Du bezahlst und bekommst, was du dafür haben willst.

Das Workerplacement Prinzip vereint alle Varianten ein bisschen und ist daher so herrlich abwechslungsreich. Es gibt Workerplacements mit Würfeln, welche mit Marktplätzen und somit offenen Handelsauslagen, welche, bei denen du dir durch die Arbeiter eine von vielen Aktionskarten erkaufst und solche, bei denen dein Arbeiter die Aktion „Kaufen“ erst in Gang bringen muss. Das Workerplacement-Prinzip ist also mit allen anderen Spielmechaniken kombinierbar.

Diese Workerplacement Spiele haben wir bereits rezensiert

Nicht rezensiert, aber unter Brettspielfans seit über zehn Jahren bekannt, ist Agricola. Dieses Spiel erschien 2007 auf dem Markt und brachte das Workerplacement Prinzip in aller Munde. Hier liest du nun eine Auswahl der Workerplacement Spiele, die wir beim Brettspielguru bisher rezensiert haben.

Nippon, das Spiel rund um die japanische Wirtschaft in der Zeit der Dampfmaschinen ist ein Workerplacement Spiel. Hierbei setzen zwei bis vier Spieler ihre Arbeiter ein, um die Wirtschaft aufzubauen. Der Clue: Die Arbeiter werden platziert, können aber auch verdrängt werden. Das Verdrängen durch die anderen Spielerinnen und Spieler ist sogar gut, denn es kostet später Einsatz und Geld, die Arbeiter wieder von ihrem Platz wegzunehmen. Somit ist Nippon ein bisschen auch ein Worker Displacement Spiel.

Unbekannt What's Your Game? WYG00006 Brettspiel Nippon
  • Ab 12 Jahre
  • Spieldauer: 60-120
  • Spieleranzahl: 2-4
  • Spielzeug
  • What's Your Game?

Im Brettspiel Nusfjord von Lookout Games gehört das Workerplacement Prinzip zum Spiel, aber davor gibt es eine komplexe Fangzeit. Die Spielerinnen und Spieler fangen Fische und müssen diese verteilen, damit ihre Arbeiter etwas zu Essen haben und überhaupt arbeiten können.

Angebot
Lookout Games 22160095 - Nusfjord, Kennerspiel von Uwe Rosenberg
  • Autor: Uwe Rosenberg
  • Grafik: Patrick Soeder
  • Inhalt: 1 Aktionsplan, 3 Ablagepläne, 1 Festtafel, 1 Nachahmungsplättchen, 150 Karten, 18 Schiffsplättchen, 30 Waldstreifen, 15 Startspielerplättchen, 1 Startspielerschiff, 100 Fische, 50 Holz, 41 Münzen, 9 Multimarken, 5 Hafenpläne, 5 Ältestenräte, 5 Vorratspläne, 15 Spielfiguren, 25 Anteulsmarken, 1 Spielregel und 1 Anhang
  • Alter: ab 12 Jahre
  • Spieldauer: ca. 20 min. pro Spieler

Im Legacy-Spiel Charterstone wird das Spiel nach und nach entdeckt, und was einmal entdeckt wurde, bleibt permanent auf dem Spielbrett. Das ist das Legacy-Prinzip. Aber es steckt auch eine Menge Workerplacement in Charterstone: Die Arbeiter gehen an bestimmte Orte und du kannst neue Gebäude auf der Karte platzieren, die wiederum von deinen Arbeitern genutzt werden können.

Feuerland Spiele 15 - Charterstone
  • Sprache: Deutsch
  • Autor: Jamey Stegmaier
  • Spieler: 1-6
  • Spielzeug
  • Feuerland Spiele

Auch in Viticulture gibt es Workerplacement. Du kannst Viticulture allein spielen, aber auch mit bis zu sechs Spielerinnen und Spielern insgesamt am Spieltisch sitzen. Ihr setzt Arbeiter auf vorgesehene Felder, um nach und nach den perfekten Wein zu produzieren.

Angebot
Feuerland Spiele 07 - Viticulture Essential Edition
  • Sprache: Deutsch
  • Spieldauer: 45-120 min.
  • Spielzeug
  • Feuerland Spiele

Kennst du weitere Workerplacement Spiele? Wie gefällt dir das Prinzip? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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