Ich krieg‘ nicht genug von Zombies – Winter der Toten – Kampf der Kolonien [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Wie kann man bitte genug von Zombies kriegen?! Winter der Toten erhält mit „Kampf der Kolonien“ eine Erweiterung, die es in sich hat.

  • 50 neue Schicksalskarten, 11 neue Krisenkarten, 4 gemeinsame Zielkarten, 15 neue Überlebenden-Charaktere und 43 Zufalls-Objektkarten befinden sich in dieser Erweiterung.
  • Eine neue Spielmechanik, an der sich die Geister scheiden
  • Früher war alles besser!

Im vorigen Artikel habe ich die Spielidee und das Grundprinzip von „Winter der Toten – die lange Nacht“ erläutert und rezensiert. Da der Spielaufbau komplex ist und der Spielablauf eine eigene, ausführliche Darstellung verdient, rezensiere ich in diesem Artikel die Erweiterung „Winter der Toten – Kampf der Kolonien“ und stelle zugleich erklärend den Spielablauf dar.

Willst du mehr über den Spielaufbau und die Grundfunktionen erfahren, lies‘ bitte zuerst Die Zombies kommen… Jetzt! Winter der Toten – die lange Nacht [Rezension].

Die Spielerphase von Winter der Toten

Winter der Toten – Kampf der Kolonien beginnt mit der Spielerphase. Der Spieler, der den Startmarker hat, beginnt, eine Krise aufzudecken.

Auf der Krisenkarte steht, welche Krise gerade eintritt und was zu tun ist, um sie zu beseitigen.

Eine beispielhafte Krisenkarte ist der Hagelsturm. Er enthält eine Aufgabe, für die ihr alle gemeinsam so viele Werkzeuge auf den Stapel „Beitrag zur Krise“ legen müsst, wie es nicht verbannte Spieler gibt. Bei Misserfolg muss jeder Spieler würfeln. Bei 4 oder weniger erleidet einer seiner Überlebende eine Erfrierung. An allen Standorten werden sämtliche Barrikaden entfernt.

Der Spieler rechts vom Startspieler zieht eine Schicksalskarte. Er behält diese Karte so lange im Geheimen, bis die darauf beschriebene Aktion durch einen der anderen Mitspieler geschieht. Hast du eine Schicksalskarte und triggert jemand ihre Funktion, liest du die Schicksalskarte vor. Dadurch können Aktionen verhindert, erschwert oder erleichtert werden. Der Spieler, der die Karte ausgelöst hat, hat nun zwei Möglichkeiten. Je nach dem, was der Spieler wählt, so geht das Ereignis anders aus, verliert oder gewinnt Ressourcen, Wunden oder Fremde.

Danach werden die Aktionswürfel in Winter der Toten – Kampf der Kolonien geworfen und Spielzüge durchgeführt. Für die Gruppe wirft der Spieler einen Würfel, und pro Überlebenden, den er hat, wirft er einen weiteren. Mit einem Nahrungsmarker darfst du dein Würfelergebnis um 1 erhöhen.

Die Würfel werden benutzt, um …

  • Zombies oder Überlebende anzugreifen (Je nach Angriffswert auf der Charakterkarte)
  • Orte zu durchsuchen (Je nach Durchsuchungswert auf der Charakterkarte)
  • einen Zombie-Spawnpunkt zu verbarrikadieren
  • Abfall zu entsorgen (drei Karten vom Abfallstapel aus dem Spiel nehmen)
  • Zombies anzulocken (zwei Zombies erscheinen)

Darüber hinaus gibt es Aktionen ohne Aktionswürfel.

  • Überlebenden bewegen
  • Nahrungsmarker ausgeben
  • Um Karten bitten
  • Ausrüstung weitergeben
  • Über Verbannung abstimmen
  • Karten ausspielen
  • Karte zur Abwendung der Krise beisteuern

Jeder Überlebende darf sich pro Runde von Winter der Toten – Kampf der Kolonien ein Mal bewegen. Bewege dafür einen Spieler an einen Ort. Dabei wirfst du den Infektionswürfel. Du kannst Wunden oder Erfrierungen erhalten und somit geschwächt werden, sterben oder überleben. Stirbt dein Überebender an einem Ort, an dem sich auch andere Überlebende befinden, breitet sich die Infektion aus. Jeder Spieler muss für seinen Überlebenden am entsprechenden Ort würfeln. Egal, welches Symbol gewürfelt wird: Erfrierung, Wunde oder Zahn sorgen bei dieser Würfelrunde dafür, dass sein Überlebender stirbt.

Durchsuchst du einen Ort, darfst du eine Durchsuchungskarte ziehen. Gefällt sie dir nicht, darfst du mehr Karten vom Stapel ziehen, doch sie erhöhen den Lärm, den du machst. Pro Karte wandert ein Lautstärke-Symbol auf das Ortstableau.

Deinen Beitrag zur Krise legst du verdeckt auf den entsprechenden Stapel. Dadurch weiß niemand, ob die Karten wirklich etwas bringen sollen. Der Verräter kann so tun, als würde er die richtigen Ressourcen hinlegen, hindert die Kolonie aber am Erreichen des Ziels.

Hast du das Gefühl, dass ein Spieler von Winter der Toten – Kampf der Kolonien ein Verräter ist, darfst du zur Abstimmung ausrufen. Gemeinsam stimmt ihr nach einer Diskussionsrunde ab, ob der angeklagte Spieler verbannt werden soll. Fliegt er raus, muss er alle seine Überlebenden an beliebige Orte verteilen. Er steuert keine Nahrung in den Gruppenvorrat bei, muss sich aber auch nicht versorgen. Außerdem darf er seine Handkarten ausgeben, um seine Würfelergebnisse auszubessern. Dieser verbannte Spieler kann das Spiel nicht mehr mit dem gemeinsamen Ziel gewinnen, und verliert seine geheime Zielkarte. Er erhält durch eine Verbannt-Karte aber ein neues Ziel.

Die Koloniephase von Winter der Toten

War jeder Spieler einmal dran, beginnt in Winter der Toten – Kampf der Kolonien die Koloniephase.

Für jeden Koloniebewohner zieht ihr zwei Nahrungsmarker aus dem gemeinsamen Vorrat. Auch für die Fremden! Ist nicht genug zu Essen vorhanden, sinkt eure Moral um einen Punkt.

Dann überprüft ihr den Abfall. Für je 10 Karten auf dem Abfallstapel sinkt die Moral wieder um einen Punkt. Daher gibt es bei den Aktionen mit Aktionswürfel auch die Option, die obersten drei Karten des Abfallstapels zu entfernen.

Anschließend wird die Krise abgehandelt: Mischt den Stapel „Beitrag zur Krise“ und deckt sie auf. Nun entscheidet ihr, ob die Krise bewältigt wurde oder nicht. Für jede falsche Ressource vom Verräter wird eine der passenden Karten abgezogen. Braucht ihr 3 Werkzeug und liegen dort 3 Werkzeuge und 1 Medikament, zählt es, als gäbe es nur 2 Werkzeuge.

Danach müsst ihr Zombies ins Spiel bringen: Für jeden Überlebenden in der Siedlung bricht ein Zombie in die Kolonie ein. Der erste kommt auf Platz 1, von dort aus reihum jeweils ein Zombie auf einen Spawnpunkt. Ist dort eine Barrikade auf dem Platz, kommt kein Zombie, aber die Barrikade wird zerbrochen und der Marker aus dem Spiel genommen.

Bei drei Überlebenden und einer Barrikade erscheinen nun also zwei Zombies. Sind alle Zombiefelder besetzt und kommt trotzdem ein neuer, kommt kein neuer Zombie, aber der Überlebende mit dem geringsten Einflusswert stirbt. Für jeden Überlebenden an den Orten erscheint ein Zombie auf dem Ortstableau.

Sind all deine Überlebenden tot, zeihst du einen neuen Überlebenden und darfst weiter mitspielen.

Für jeden Geräuschmarker auf dem Ort wird nun gewürfelt. Würfelst du eine 1 bis 3, erschient ein weiterer Zombie. Bei 4 oder höher darfst du einen Geräuschmarker entfernen.

Anschließend überprüft ihr das gemeinsame Ziel. Ist es noch nicht erreicht, rückt der Rundenanzeiger um eine Nummer nach unten und ihr reicht den Startspielermarker weiter. Dann beginnt alles von vorn mit der nächsten Krise.

Winter der Toten – Kampf der Kolonien

Bei Winter der Toten – Kampf der Kolonien handelt es sich nicht um ein eigenständiges Spiel. Es funktioniert nach den gleichen Spielregeln wie Winter der Toten – die lange Nacht, weshalb ich den Spielablauf auch in diesen Artikel gepackt habe. Winter der Toten – Kampf der Kolonien funktioniert als Erweiterung zum Grundspiel und bringt mehr Abwechslung und neue Herausforderungen rein.

Neben 50 neuen Schicksalskarten, 11 neuen Krisenkarten, 4 gemeinsame Zielkarten, 15 neue Überlebenden-Charaktere und 43 Zufalls-Objektkarten gibt es nämlich eine neue Spielmechanik in Winter der Toten – Kampf der Kolonien.

Ihr dürft kämpfen!

Heftige Kämpfe um Platz und Ressourcen entfachen, werden mit Taktikkarten aufgefrischt und erfordern neben der Sanduhr und der Kampftafel das Versteck des einsamen Wolfs. Die neuen Regeln machen jeden Spielzug zu einem Kampf gegen die ablaufende Zeit.

Wer den einsamen Wolf spielt, verfolgt von Anfang an seine eigenen geheimen Ziele und hat nichts mit dem gemeinsamen Ziel der Kolonie zu tun – außer dass er sein Ziel erreichen möchte, bevor die anderen das Spiel gewinnen.

Die Kolonie selbst ist nun einer weiteren Kolonie gegenübergestellt. Ihr könnt andere Spieler angreifen, ihre Ressourcen stehlen oder ihnen das Durchsuchen von Orten madig machen.

Rezension zu Winter der Toten – Kampf der Kolonien

Früher war alles besser! Ich muss gestehen, als eine Spielerin mit einer kleinen festen Spielergruppe gefällt mir das kooperative Hauptspiel deutlich besser als die Option, gegen die Zeit zu spielen und mit den anderen zu kämpfen. Rivalitäten sind eigentlich voll mein Ding, und wer Winter die Toten liebt wie ich, wird Winter der Toten – Kampf der Kolonien genießen können. Doch meinen persönlichen Geschmack hat es nicht getroffen, weil ich mit dem Spiel und all seinen Erweiterungen im Gesamten schon etwas überfordert war. In einer großen Runde erfahrener Spieler wird diese Erweiterung mit Sicherheit Spaß machen, aber für den Alltag ist eher Winter der Toten – die lange Nacht etwas für mich.

Plaid Hat Games PHGD0019 Winter der Toten-Kampf der Kolonien
  • Autor: Colby Dauch, Timothy Meyer, Isaac Vega, Jon Gilmore
  • Spieldauer: 60 - 120 Minuten
  • Spieleranzahl: 4 bis 11 Spieler
  • Spielzeug
  • Plaid Hat Games

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