Edelsteine her, aber schnell! – Ubongo [Rezension]

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Ubongo ist ein schnelles Legespiel, bei dem die Spieler nur eine bestimmte Auswahl aus zwölf an Tetris erinnernde Legeteile auf ihre Karten legen müssen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – aber der Schnellste gewinnt das Spiel nicht zwangsläufig. Ein Spiel, das Geschwindigkeit und Intelligenz erfordert und dich mit farbigen, äußerst schönen Edelsteinen belohnt.

 

Datenblatt zum Kartenspiel Ubongo

Verlag: Kosmos
Anzahl Spieler: 1 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Herausforderungen: Schnelligkeit, Gruppen sammeln, Tetris-Skills
Vergleichbar mit: Sushi War

 

Das Spielprinzip von Ubongo

Das Kartenspiel Ubongo ist ein fixes Legespiel, bei dem die Spieler eine Legetafel mit an Tetris erinnernden Legeteile ausfüllen müssen.

Ein Spieler würfelt. Der Würfel hat sechs Symbole statt Augen. Das Symbol bestimmt, welche Legeteile die Spieler verwenden dürfen. Wer am schnellsten die komplette Legefläche mit den vorgegebenen Teilen ausfüllt, ruft „Ubongo“ und darf seine Spielfigur auf dem Hauptspielplan um bis zu drei Schritte bewegen und sich zwei Edelsteine nehmen. Wer am Ende des Spiels die meisten Edelsteine einer Farbe hat, gewinnt das Spiel.

 

Das Inventar von Ubongo

Ubongo von Kosmos hat ein sehr überschaubares, aber liebevoll gestaltetes Inventar. Es gibt einen länglichen Spielplan, der für vier Spieler ausgelegt ist, aber sechs Stufen beinhaltet. Von jeder der sechs Stufen gehen Stränge von unten nach oben, auf denen Edelsteine per Zufall angeordnet werden. Insgesamt gibt es 72 Edelsteine.

Jeder Spieler hat eine der vier Legetafeln und zwölf Legeteile. Sie sehen aus wie die von Tetris, sind aber keine Tetris-Steine. Im Tetris hat jeder Stein eine Größe von vier kleinen Quadraten. In Ubongo gibt es auch ein kleines grünes Eck mit nur drei Quadraten Größe und einen langen orangefarbenen Stab mit einer Ausbuchtung, der insgesamt fünf Quadrate groß ist. Am kleinsten ist der von mir liebevoll als „Nupsi“ getaufte purpurne Legestein. Er ist nur zwei Quadrate lang.

Dazu gibt es eine Sanduhr und einen sechsseitigen Würfel mit verschiedenen Symbolen.

 

Wie spielt man Ubongo?

Der Startspieler würfelt den Würfel und dreht die Sanduhr um. Jetzt müssen die Spieler mit den Legeteilen, die dem Symbol entsprechen, ihre Legekarte ausfüllen. Dabei darf man immer nur drei bis vier Teile verwenden, je nach dem, welche Legetafel man aktuell hat. Nicht jede Legetafel sieht gleich aus!

Es gibt eine Legetafel mit einer länglichen Ziel-Form, bei der jeweils nur drei Legeteile verwendet werden dürfen. So kann der Würfel entscheiden, ob nur mit lila, hellgrün und braun oder beispielsweis mit orange, blau und hellgrün gelegt werden darf. Eine andere Karte beinhaltet immer vier Legesteine.

Alle Spieler beginnen, sobald die Sanduhr umgedreht ist. Sie legen so schnell wie möglich alle geforderten Legesteine auf ihre Karte und füllen die Fläche so komplett aus. Solange die Sanduhr läuft, dürfen alle Spieler diese Aufgabe bewältigen. Der erste Spieler, der fertig ist, darf sich um bis zu drei Schritte in eine Richtung auf den roten Feldern bewegen. Er darf auch stehen bleiben. Dann nimmt der Spieler von dem Edelstein-Strang, der von seinem Feld ausgeht, die ersten beiden Edelsteine.

Der zweite Spieler, der „Ubongo!“ gerufen hat, darf sich um bis zu zwei Schritte bewegen, und der dritte Spieler bewegt sich maximal ein Feld weit. Der vierte und letzte Spieler, sofern in der Runde Ubongo vorhanden, darf sich nicht bewegen. Alle Spieler dürfen aber immer zwei Edelsteine nehmen.

Am Ende dieser Runde werden die Legetafeln neu gemischt und verteilt. Jetzt geht der Spaß von vorne los, bis neun Runden vorbei sind.

 

Ubongo gewinnen

Das Spiel hat gewonnen, wer am Ende die meisten Edelsteine einer Farbe hat. Somit gewinnt nicht zwangsläufig derjenige, der am schnellsten mit seiner Aufgabe fertig ist. Im Gegenteil! Ich habe schon eine Ubongo-Runde gewonnen, weil ich absichtlich langsamer war und mich nach dem Erstplatzierten bewegt habe. Somit konnte ich die Edelsteine einsammeln, die noch gar nicht frei lagen, als der Spieler vor mir sich bewegt hat.

Haben zwei Spieler gleich viele Edelsteine einer Farbe, gewinnt derjenige, der von einer zweiten Farbe die größte Sammlung hat. Hast du also sechs blaue Edelsteine und dein Mitspieler sechs gelbe, aber er hat fünf rote und du maximal vier von einer anderen Sorte, hat derjenige mit den fünf roten Edelsteinen gewonnen.

 

Ubongo extreme

Für mich persönlich ist Ubongo zu leicht, zu simpel und zu schnell. Deshalb habe ich mit meinem Mitspieler doppelrunden gespielt. Das geht zugegebenermaßen nicht zu dritt, da Legeteile fehlen können, aber zu zweit kann Ubongo in meiner „extreme“-Variante spannender werden. Dabei spielen zwei Spieler mit jeweils vierundzwanzig Legeteilen und zwei Legekarten. Die Übersicht zu verlieren und sich ein bisschen gestresst zu fühlen, wertet Ubongo massiv auf.

 

Fazit

Das Kartenspiel Ubongo ist nett. Es ist ein schneller Quickie zwischendurch, wie ein gutes Frühstück To Go vor dem großen Mittagessen. Insgesamt ist Ubongo aber extrem schön gestaltet.

Die Edelsteine sehen tatsächlich aus wie wertvolle Steine, das einheitliche Design überzeugt und die tetrisartigen Legeplättchen sind in schönen Farben gehalten. Statt schrillen und bunten Farben, die sich voneinander unterscheiden sollen, gibt es hier ein passendes Design zum Spiel, bei dem ich allerdings nicht weiß, ob es für Farbfehlsichtige geeignet ist. Dafür gibt es aber unterschiedliche Formen bei den Legeplättchen und Edelsteinen, weshalb ich glaube, dass Ubongo ein durch und durch gut durchdachtes Spiel ist, das immer wieder zwischendurch Spaß machen kann.

Vor allem mit Kindern. Für Erwachsene in der regelmäßigen Gesellschaftsspielrunde ist dieses schnelle Legespiel meiner Meinung nach nichts. Oder ich bin als Tetris-Kind einfach zu gut und daher etwas unterfordert, das kann natürlich auch sein.

 

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