Auf zu den Sternen – Twilight Imperium [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

In Twilight Imperium geht es um die Zukunft. Ihr seid Weltraumvölker, die nach der Macht greifen und die neuen Herrscher der Galaxie zu werden.

  • Es geht um Planeten, Wurmlöcher und Raum-Zeit-Risse
  • Twilight Imperium ist für drei bis sechs Spieler ab 15 Jahren geeignet.
  • Es gibt 17 Völker, unter denen du auswählst.
  • Bringt Gesetze zur Abstimmung und verändert nicht die Welt, sondern das Universum!

 

Das alte Volk, das die Galaxie beherrschte, ist untergegangen. Nun greifen mehrere aufstrebende Weltraumvölker nach der Macht, die neuen Herrscher zu werden. Das wahrhaft epische Mammutspiel „Twilight Imperium“ ist mittlerweile in der vierten Edition erschienen.

Datenblatt zum Brettspiel Twilight Imperium

Verlag: Fantasy Flight Games
Anzahl Spieler: 3 – 6 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Wirtschaft, Verhandeln, Strategie, Würfelglück
Vergleichbar mit: Scythe, Eclipse, Axis & Allies

Das Inventar von Twilight Imperium

Twilight Imperium von Fantasy Flight Games enthält neben der  Spielanleitung und sechs Kommandobögen für sechs Spielerinnen und Spieler 17 Fraktionsbögen und acht zehnseitige Würfel. Außerdem gibt es insgesamt 51 Systemtafeln, die als Kartenteile von Twilight Imperium fungieren.

Wuselig, aber nicht überlaufen wird das Brett- und Kartenspiel durch 354 Kunststofffiguren, über 400 Karten sowie über 700(!) Marker.

Interstellare Imperien

Als eines von 17 raumfahrenden Völkern starten wir mit einem Heimatplaneten und beginnen, unsere Einflusssphäre auszuweiten. Wir bauen Raumschiffe, nehmen Planeten in Besitz und erhöhen so unser Einkommen. Früher oder später treffen die konkurrierenden Alienrassen jedoch unweigerlich aufeinander. Dann heißt es, entweder friedlich Grenzen abzustecken oder mit Militärgewalt weiter zu expandieren. Das ist jedoch ein zweischneidiges Schwert, denn Raumschiffe sind teuer und zieht man seine gesamte Flotte zum Angriff zusammen, dann ist die andere Seite des Imperiums ungeschützt.

Unterstützt werden unsere Bemühungen von Forschungen, die nicht nur die bestehenden Schiffstypen wie Kreuzer, Zerstörer, Schlachtschiffe und Träger verbessern, sondern auch den Bau von „War Suns“ erlauben, die das Non-Plus-Ultra der Technologie darstellen. Bestimmte Planeten erlauben früheren Zugriff auf bessere Forschungen und bieten somit einen strategischen Vorteil.

Politik zwischen den Sternen

„Twilight Imperium“ ist aber keine reine Raumkampfstrategie. Alle Völker bilden zusammen eine Art „Vereinte Nationen des Weltraums“. Die Spieler können durch entsprechende Aktionen Gesetze zur Abstimmung bringen, die für alle gelten und zum Beispiel Güter umverteilen oder die Spielregeln dauerhaft ändern. Je mehr Planeten ein Spieler kontrolliert, um so mehr Stimmen hat er. Da man selten alleine genug Stimmen hat, um ein Gesetz durchzudrücken, muss man sich die Unterstützung anderer Spieler sichern: Entweder hofft man, dass der andere ebenso seinen Vorteil darin sieht, dafür zu stimmen, oder man besticht ihn mit Waren oder Verträgen, die man in Form von Karten abgibt. Löst ein Spieler solch einen Vertrag ein, erhält er verschiedene Vorteile vom Spieler, der den Vertrag ausgegeben hat.

Wie in der realen Politik geht es bei den Verhandlungen und Flottenbewegungen oft nicht nur darum, was vereinbart wurde, sondern auch, wie geduldig die anderen Spieler die eigenen Übertritte „übersehen“. Wer will wegen einer kleinen Grenzüberschreitung denn gleich in den Krieg ziehen, vor allem, wenn es gegen den unliebsamen Nachbarn geht oder der Schuldige zwei War Suns im Gepäck hat?

Laser und Torpedos

Keine Weltraumexpansion ohne Lasergeschütze: Auch bei „Twilight Imperium“ wird scharf geschossen. Raumschlachten werden mit den beiliegenden zehnseitigen Würfeln entschieden. Jede Einheit hat eine gewissen Wahrscheinlichkeit, einen Treffer zu landen. Kleinere Schiffe werden dadurch sofort ausgeschaltet, während große Schiffe wie Schlachtschiffe und War Suns auch einen Treffer wegstecken können. Durch die Würfel bleibt es spannend, auch wenn eine scheinbare Übermacht angreift. Doch nicht nur die schiere Masse entscheidet über Sieg und Niederlage, denn etliche Forschungen können die eigenen Schiffe verbessern oder andere kleine Vorteile im Kampf liefern, die nur schwer in Prozentchancen zu packen sind. Dass ein Zerstörer gegen eine ganze Trägerflotte mit Jägern besteht ist zwar theoretisch möglich, aber praktisch ist nicht zu viel Zufall im Spiel, wenn die Kräfteverhältnisse eindeutig sind.

Auf dem Weg zum galaktischen Thron

Im Zentrum des modular aufgebauten Spielplans mit seinen Planeten, Wurmlöchern und Raum-Zeit-Rissen findet sich Mecatol Rex, der ehemalige Sitz des untergegangenen Volkes. Dieser Planet ist zwar aus wirtschaftlicher Sicht eher uninteressant, bietet jedoch große politische Macht. Wer diesen Planeten hält darf hoffen, auch gegen großen Widerstand Gesetze erlassen zu können. Entsprechend umkämpft ist dieses Feld!

Man gewinnt aber nicht durch Eroberung, sondern durch komplette Dominanz seiner Gegner. Punkte gibt es in Form von Aufträgen. Die meisten hiervon liegen öffentlich aus und können von jedem Spieler einmal erfüllt werden. Hinzu kommen aber auch geheime Aufträge, die nur für einen Spieler gelten und, wie der Name schon sagt, den Gegnern nicht bekannt sind. Die Aufträge drehen sich darum, dass man den anderen Spielern zeigt, was man drauf hat: Du hast eine Flotte neben dem Heimatplaneten deines Gegners? Ein Punkt. Du eroberst einen Heimatplaneten? Zwei Punkte. Du hast Technologien aus allen Bereichen erforscht? Ebenfalls ein Punkt. Du bist wirtschaftlich so stark, dass du mal eben so zehn Handelswaren ausgeben kannst? Nochmal ein Punkt. Diese Punkte bleiben bestehen, auch wenn die Bedingung nicht mehr erfüllt ist. So lohnt es sich durchaus, sie zu erreichen, auch wenn man sich danach wieder zurückziehen muss.

Fazit

„Twilight Imperium“ ist kein Spiel für „mal eben so“. Die vom Hersteller angegebene Spieldauer von acht Stunden ist keinesfalls übertrieben und kann sogar problemlos überschritten werden. Eine Partie „Twilight Imperium“ ist nicht bloß ein Spiel, es ist ein Event. Am besten sucht man sich einen Samstag, an dem man morgens zusammen frühstückt, dann das Spiel beginnt, Mittags zusammen kocht, am Abend Pizza bestellt und sich den ganzen Tag dem Spiel widmen kann. Gerade mit Anfängern wird nämlich ein Großteil der Spielzeit daraus erwachsen, dass die Regeln nicht richtig sitzen oder keiner der Spieler weiß, welche Strategie nun gut ist und entsprechend lange überlegt.

Das Spiel ist unglaublich komplex und alle Bereiche des Spiels greifen ineinander. Man tappt sprichwörtlich im Dunkeln, während man auf der Suche nach dem besten Weg ist, Siegpunkte zu bekommen. Zumindest, bis man ein paar Partien hinter sich gebracht und so langsam ein Gefühl für die Spielmechaniken bekommen hat.

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Fantasy-Flight-Games-FFGTI07-Twilight-Imperium-4th-Edition-Spiel.
  • Für zwei Jahrzehnte, begeistert Twilight Imperium nun schon Gamer mit großartigem Erzählen von Geschichten und taktischer Strategie.
  • Jedes Spiel bietet eine völlig andere Spiel-Erfahrung.
  • Keine zwei Spiele von Twilight Imperium sind jemals gleich.
  • 4 bis 8 Stunden Spieldauer.
  • Geeignet für Kinder ab 14 Jahren.

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