Erklär doch mal! Aber nicht so! – Tabu [Rezension]

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Tabu ist ein echter Klassiker unter den Kommunikations-, Gesellschafts- und Kartenspielen allgemein. Das Spiel enthält über 1000 Suchbegriffe, die die Spieler erklären sollen. Dabei dürfen sie bestimmte Begriffe nicht verwenden. Ich bin ein echter Tabu-Crack und kenne die ein oder andere Methode, um in Tabu schnell abzuräumen. Zuerst erkläre ich dir die Regeln, dann meine Kniffe und Tipps und rezensiere anschließend dieses schöne Kartenspiel.

Datenblatt zum Kartenspiel Tabu

Verlag: Hasbro
Anzahl Spieler: 4 + Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Assoziieren, Synonyme finden, Raten, seine Freunde gut kennen
Vergleichbar mit: Scharade, Montagsmaler

Das Brettspiel Tabu?!

Tabu von Hasbro ist im Prinzip ein Brettspiel. Ich habe ehrlich gesagt vergessen, dass Tabu überhaupt ein Brett hat, und ich glaube, in der neuen, lila designten Auflage gibt es das Spielbrett inzwischen nicht mehr. Jedenfalls kommt Tabu eigentlich mit einem wild-bunten Spielfeld, auf dem die Spieler Team-Marker um einige Felder nach vorne bewegen können. Je nach dem, wie viele Punkte sie gemacht haben, rücken sie um Felder weiter. Somit zeigt das Brett an, wer wie viele Punkte hat.

Ich habe Tabu allerdings nie mit dem Brett gespielt. Das liegt daran, dass ich es vor allem auf Studien- und Orchesterfahrten gespielt habe, bei Lehrgängen während der Schulzeit, wenn wir im Jugendgästehaus übernachtet haben, oder bei Freizeiten und mehrwöchigen Touren bei meiner ehrenamtlichen Arbeit als Jugendliche. Dabei haben wir immer die Karten als Punkte gewertet. Wer gewonnen hat, bekommt die Karte. Wer am Ende des Spiels die meisten Karte hat, hat gewonnen.

Wie spielt man Tabu?

Tabu wird in zwei Teams gespielt. Dabei spielt jede Mannschaft in sich geschlossen für sich selbst, während die andere Mannschaft Sendepause hat. Einer aus der Mannschaft ist zuerst dran und muss eine Karte ziehen. Den Begriff der Karte muss er nun ohne die darunter aufgeführten Worte erklären. Sobald einer aus der eigenen Mannschaft den Begriff erraten hat, gilt die Karte als gewonnen und kommt auf den Sieger-Stapel. Die Karte ist jetzt sozusagen ein Siegpunkt.

Sofort geht es weiter, denn die Sanduhr läuft. Der Spieler zieht eine neue Karte und erklärt sie. Dabei darf der Spieler so viele Karten erklären wie er will. Beachtet werden muss eben nur die Sanduhr.

Ein Spieler aus dem gegnerischen Team darf in die Karte des Erklärenden schauen. Dieser Spieler ist der Schiedsrichter und passt auf, dass keiner der verbotenen Begriffe genannt wird. Dafür gibt es ein quietschendes Kissen (kein Pupskissen), das er wie einen Buzzer aktivieren kann, sobald ein falsches Wort genannt wurde.

Beispiele der Tabu-Karten

Die Tabu-Karten fordern beispielsweise, dass du eBay ohne die Worte Computer, Auktion, kaufen, versteigern und Internet erklärst. Den Begriff „Schwarzenegger“ muss man erklären, ohne Arnold, Bodybuilding, Muskeln, Österreich oder Schauspieler zu verwenden.

Verboten sind dabei nicht nur die Begriffe, die unter dem Suchbegriff stehen, sondern auch sämtliche Wortbestandteile. Bei Schwarzenegger darfst du zum Beispiel nicht „schwarz“ sagen, sehr wohl aber „das Gegenteil von weiß“. Das lenkt deine ahnungslose Mannschaft aber schnell auf abwegige Pfade 😉

Generell erfordert Tabu eine schnelle Auffassungs- und Assoziationsgabe sowie ein gewisses Maß an Allgemeinbildung. Wenn du weißt, wer Arnold Schwarzenegger ist, kannst du sofort „amerikanischer Gouverneur“ sagen. Du kannst auch auf den „Die Simpsons“-Film anspielen und zitieren: „Ik bin nich hier um zu denken, ik bin hier um zu denken“.

Willst du eBay erklären, kannst du schnell in aktuelle Beispiele gehen. Ohne das Internet zu erwähnen, ist das natürlich auf den ersten Blick schwierig. Daher verrate ich dir nun meine Erfolgs-Strategie.

Kias Tabu-Strategie

Stell dir vor, die Begriffe auf den Karten stellten einen Baum dar, und werde zum Baum.

Nein, Quatsch. Meine Strategie bei Tabu ist es, möglichst schnell Synonyme zu finden. Ganz einfach.

Wenn ich eBay so schnell wie möglich erklären wollen würde, würde ich intuitiv natürlich damit beginnen, dass es ein Online-Auktionshaus ist, bei dem man Gegenstände versteigern kann. Und genau da ist schon der Knackpunkt. „Auktion“ darf nicht gesagt werden, ebenso wenig „versteigern“. Aber verboten ist lediglich das Wort „Internet“. Also sage ich „online“ oder „Web“. Wahlweise auch „Weltweit“, wenn ich dazu noch einen Computer nennen will. Den ich nicht nennen darf. Also wird der Computer zum Rechner, zum Smartphone, Laptop oder Notebook.

Synonyme finden sich aber nicht nur, wenn man einen möglichst großen Wortschatz hat. Es geht bei Tabu nicht um die Eloquenz. Ein Synonym für „Auktion“ oder „Versteigern“ habe ich nicht parat, würde aber recht schnell „zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten, und verkauft!“ sagen können oder einfach den Werbespruch „3, 2, 1… meins!“ zitieren.

Etwas altbacken ist mein Tabu inzwischen leider schon. Ich habe die alte Version und habe noch Begriffe wie „Suchmaschine“ drin. Verboten sind die Wörter „Google“ und „Yahoo“, also sage ich „Ecosia ist eine…?“ und warte darauf, dass mein Team meinen Satz vervollständigt.

Mit Synonymen wird Tabu sehr schnell sehr einfach. Bevor ich mir die Mühe mache, einen Mediziner ohne „Arzt“, „Doktor“, „Patient“, „behandeln“ oder „heilen“ zu beschreiben, setze ich Synonyme für eines der verbotenen Wörter ein. Statt „Arzt“ kommt dann also etwas wie: „Was haben folgende Leute gemeinsam? Psychiater, Endokrinologe, Gynäkologe, Proktologe.“ Alternativ kannst du natürlich auch auf Freundschaften und gemeinsame Erfahrungen aufbauen. Hast du Leute im Team, von denen du weißt, dass sie eine bestimmte Serie gesehen haben? Dann kannst du hier mit Fragen wie „Was haben J.D, Turk und Elliot aus Scrubs studiert?“ schnell auf „Medizin“ leiten. „Was sind sie dann?“ bringt die Leute dann schnell über „Ärzte“ zu „Medizinern“, und du hast die Karte gewonnen.

Fazit

Das Kartenspiel Tabu ist rasant und macht immer wieder Spaß. Ich mag es so sehr wie Scharade und Montagsmaler und bin immer wieder glücklich, es zu spielen. Tja, mehr bleibt dazu wirklich nicht zu sagen. Teste das Spiel, und berichte gerne in den Kommentaren, wie die neue Version so geworden ist.

Alternativ erklär mir doch mal „Tabu“ ohne die Worte „Spiel“, „raten“, „Begriff“, „Karten“ und „erklären“. Viel Spaß!

Hasbro Tabu
  • Spieldauer: beliebig
  • Sprache Spielanleitung: DE
  • Warnhinweis: Achtung! Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet
  • Spiel
  • Hasbro

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