Zwei Spiele namens Shogun

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Das Wichtigste in Kürze

Shogun ist ein altes, asiatisches und schachähnliches Spiel aus dem Jahr 1979. Aber Shogun ist auch ein Spiel aus dem Jahre 2006, das Spielen wie Caverna oder Das tiefe Land ähnelt.

  • Shogun (1979) ist mit Magneten versehen: Je nach dem, wo du deine Spielfigur auf dem Feld hinsetzt, bekommt sie eine andere Schritt-Zahl, die sie im nächsten Zug zurücklegen kann.
  • Bei Shogun (2006) kannst du Gebäude bauen, Kämpfe ausführen und Würfel im Turm ansammeln.

Es gibt zwei Spiele, die Shogun heißen. In diesem Artikel möchte ich die Spiele nicht rezensieren, sondern erklären, bei welchem Shogun es sich um welches Spielprinzip handelt und wie die beiden Spiele gespielt werden. Du hast also die doppelte Wahrscheinlichkeit, ein wunderbares Spiel zu entdecken. Spoiler: Wir mögen beide Shoguns!

Shogun (1979)

Das „asiatische Schach“ Shogun ist für genau zwei Spieler geeignet und wurde vom Ravensburger Verlag rausgebracht. Noch heute macht das faszinierende Spiel mit den magnetischen Feldern Spaß, da kein Zug wirklich voraussehbar ist und der Fortlauf des Spiels immer unentdeckt bleibt.

Bei diesem Brettspiel spielen die Spieler mit zwei Farben gegeneinander. Das sind nicht schwarz und weiß wie beim klassischen Schach, sondern weiß und rot. Weiß beginnt. Züge dürfen nur gerade gezogen werden. Diagonale Züge sind nicht zulässig. Entsprechend der Zahl, die auf den Spielsteinen steht, darfst du den Spielstein um Felder weiter ziehen.

Steht auf deinem Spielstein eine vier, darfst du also vier Felder nach vorne gehen. Aber es ist auch möglich, einmal abzubiegen. Also darfst du mit einer angezeigten Vier auch drei Felder nach vorne und eines zur Seite (oder auch zwei nach vorne und zwei zur Seite) ziehen. Nicht zulässig ist es, zwei Mal abzubiegen. Du kannst mit einer Drei also nicht so ziehen, als hättest du nur eine Eins gehabt.

Die Könige befinden sich in der Startreihe auf dem vierten Platz von rechts aus Spielersicht. Somit stehen sich die Könige nicht gegenüber.

Das Besondere am Spiel aus 1979: Ein Spielstein hat einen ausgeschnittenen Kreis, unter dem du die Zahl der möglichen Bewegungsschritte sehen kannst. In den Spielsteinen befindet sich ein magnetisches Rad, das die nächsten Züge relativ zufällig bestimmt. Die Zahl verändert sich je nach dem, auf welchem Feld sich die Figur befindet. Somit weiß ein Spieler nie, wie viele Züge er mit einer Spielfigur im nächsten Zug ziehen kann.

Kannst du mit einem Spielstein den gegnerischen König angreifen, sagst du diese Bedrohung mit „Shogun“ an. Der Gegner hat dann in seinem Zug die Möglichkeit, seinen König zu retten. Das geht, indem der Gegner den König bewegt oder den Spielstein, der seinen König bedroht, ausschaltet. Kannst du mit einer Figur in einem Zug auf die Figur des Gegners kommen, besiegst du den Gegner und nimmst seinen Platz ein. Seine Figur muss er dann aus dem Spiel nehmen, genau wie wenn sich im herkömmlichen Schach zwei Figuren begegnen.

Im Übrigen ist es ist nicht erlaubt, Figuren zu überspringen. Du kannst Spielfiguren in der Spielfeldecke einkesseln, sodass sie sich nicht bewegen können. Da es verboten ist, sich diagonal fortzubewegen, kannst du mit einem Spielstein direkt daneben und davor dafür sorgen, dass dein Gegner sich nicht bewegen darf.

Gewonnen hat das Spiel, der den König des Gegners in Schach (Shogun) gesetzt hat. Oder wenn nur noch ein König und ein weiterer Spielstein des Gegners übrig ist. Hat der König keine Möglichkeit mehr, einem drohenden Shogun zu entfliehen, hat er das Spiel verloren.

Shogun (2006)

Beim „neuen Shogun“ handelt es sich keinesfalls um eine neue Form des asiatischen Schachspiels. In diesem Spiel namens Shogun spielt ihr japanische Fürsten im sechzehnten Jahrhundert. Das Ziel des Spiels ist es, ein großes Einflussgebiet zu erreichen und Gebäude zu errichten. Es geht um Kämpfe, Taktik und Bebauungen.

In der Spielschachtel von Shogun aus dem Jahr 2006 befindet sich ein Spielplan, an dem zwei Spieler miteinander spielen können. Jeder Spieler entscheidet sich für eine Seite und erhält ein Spielertableau, auf dem er seine Startarmeen positioniert. Je nach Zahlen auf dem Spielertableau bemisst sich auch die Größte der Armee. Hier sind schon ein paar Gemeinsamkeiten mit dem „alten Shogun“ zu erkennen.

Es gibt darüber hinaus Truhenkarten, Damyo-Karten und Provinzkarten. Auf der Provinzkarte platzieren die Spieler ihre Armeen. Jedes Jahr im Spiel von Shogun besteht aus drei Runden. Nach zwei Jahren ist das Spiel vorbei. Zu Beginn des Jahrs ziehen die Spieler Ereigniskarten. Auf dem Spielplan befinden sich Sonderkarten, drum herum liegen Aktionskarten, teils verdeckt, teils offen.

Auf dem Spielertableau befinden sich die Übersichten über alle Provinzen und deren Werte. Je nach Provinz hat ein Spieler sein Einkommen, regelmäßige Erträge in Form seiner Reisernte und die Anzahl der Bauplätze. Besonders ist an Shogun der Würfelturm. Die Armeen (Würfel), die in den Turm gegeben werden, ziehen in den Krieg. Zurück kommt, wer unten aus dem Turm wieder herausfällt. Das ist wegen der Bauweise des Würfelturms nicht immer die gleiche Anzahl der Würfel, die oben hineingegeben wurde. Somit wird das Risiko im Krieg simuliert.

Am Ende des zweiten Jahrs zählen die Spieler ihre Siegpunkte aus. Wer die meisten hat, gewinnt.

1979 vs. 2006

Es ist nicht möglich, Shogun aus dem Jahr 1979 und Shogun aus dem Jahr 2006 miteinander zu vergleichen. Im ersten Moment hatte das moderne Brettspiel Shogun ein paar Gemeinsamkeiten mit dem asiatischen Magnet-Schach, aber die Spielprinzipien sid völlig unterschiedlich. Gemeinsam haben die beiden Shogun Spiele, dass sie für zwei Spieler gemacht sind und ein strenges Kopf-an-Kopf-Rennen bieten. In Shogun (2006) gibt es viele Ressourcen und zahlreiche Variablen, die das Spiel erschweren oder abwechslungsreicher machen. Shogun (1979) hingegen ist ein Spiel, das vom Prinzip her immer gleich ist, durch die Züge des Spielers und des Gegenspielers in Kombination mit den sich immer wieder verändernden Zugmöglichkeiten aber nie langweilig wird.

Wir wissen, dass die Bezeichnung zweier Spiele mit dem gleichen Namen verwirrend ist. Auch bei uns in der Brettspielguru-Redaktion kam es anfänglich zu einer Verwechslung, in der wir aneinander vorbei redeten, obwohl wir beide über „Shogun“ gesprochen haben. Daher hoffen wir, dich über die beiden Shoguns aufgeklärt zu haben und dass du vielleicht Lust hast, mindestens eines der beiden Shogun Spiele auszukunden.

Angebot
Queen Games 20142 - Shogun Big Box
  • Für fortgeschrittene Spieler
  • Strategiespiel
  • Würfelturm
  • Für Spieler, die ein hohes Maß an Interaktion mögen
  • Regeln zum Download in EN/DE/FR

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