Mein Planet, dein Planet – Race for the Galaxy [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

In Race for the Galaxy von Rio Grande Games können zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren Planeten erobern und ausbeuten.

Cover des Brettspiels Race of Galaxy
Frontcover des Brettspiels
  • Du beginnst mit einer Startwelt und es geht weiter mit Produktion, Entwicklung und Eroberung.
  • Jede Spielrunde gliedert sich in fünf Phasen, die so lange gespielt werden, bis alle Siegpunktchips verteilt sind oder die Spieler mindestens zwölf Karten vor sich liegen haben.
  • Es gibt keine Kriegsführung der Spieler untereinander.

Beim Kartenspiel Race for the Galaxy (deutscher Vertrieb: Abacusspiele) handelt es sich keineswegs um ein Rennspiel, wie der Titel suggeriert. Stattdessen versuchen alle Spieler, möglichst flott Planeten zu kolonisieren, zu erobern oder anderweitig wirtschaftlich nutzbar zu machen.

Datenblatt zum Kartenspiel Race for the Galaxy

Verlag: Rio Grande Games
Anzahl Spieler: 2 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Wirtschaft, kombinieren, planen, Mitspieler einschätzen
Vergleichbar mit: Puerto Rico

Was bekommt man geboten?

Die Spielschachtel enthält einiges an Material:

  • 109 Spielkarten teilen sich in Welten (ein schniekes Wort für Planeten) und Entwicklungen ein. Fünf zusätzliche Welten sind die Ausgangspositionen der bis zu vier Spieler, die jeder einen Satz aus sieben Aktionskarten in die Hand gedrückt bekommen. Für das Spiel zu zweit sind pro Spieler zwei weitere Aktionskarten vorhanden.
  • Eine Übersichtstafel pro Spieler sorgt dafür, dass jeder den Überblick über den Rundenablauf behält.
  • 28 Siegpunkt-Chips verschiedener Wertigkeit küren zum Spielende den Sieger.

Ein kleiner Schritt für einen Menschen

Jede Welt, auch die Startwelt jedes Spielers in Race for the Galaxy, besitzt neben besonderen Fähigkeiten und Regeln auch einige grundlegende Eigenschaften, die in der linken oberen Ecke dargestellt sind. Die Farbe des Kreises beschreibt, welches von vier verschiedenen Gütern diese Welt herstellen kann. Diese nennen sich Alien-Technologie, Gene, seltene Elemente und Luxusartikel und besitzen beim Verkauf unterschiedliche Wertigkeiten. Ein ausgefüllter Kreis zeigt eine Produktionswelt an. Ist der Kreis hingegen von einem farbigen Ring umgeben, handelt es sich um eine sogenannte Windfall-Welt. Diese hat den Vorteil, direkt mit einem Gut zu starten, produziert jedoch deutlich langsamer nach.

Die Zahl im großen Kreis benennt entweder die Kosten oder die Verteidigung der Welt (wenn die Zahl rot ist). Daneben ist in einem Sechseck der Siegpunktwert der Karte angegeben. Mehr ist natürlich besser.

Auch bei den Entwicklungen stehen links oben Kosten und Siegpunkte.

Was kostet die Welt?

Kosten bezahlt man nicht in einer gesonderten Währung, sondern durch das Ablegen von entsprechend vielen Handkarten. Eine Welt mit Kosten von fünf zu besiedeln leert also schnell mal die Hand.

Welten mit einem roten Verteidigungswert werden nicht besiedelt, sondern erobert. Ist die eigene militärische Stärke durch eigene Karten mindestens so groß wie die Verteidigung der Welt, auf die man ein Auge geworfen hat, kostet das Ausspielen der Welt keinen müden Pfennig.

Spielablauf

Jede Spielrunde gliedert sich in fünf Phasen:

  1. Erkunden
    Jeder Spieler zieht zwei Karten und behält eine davon.
  2. Entwickeln
    Jeder Spieler darf eine Entwicklungskarte aus der Hand spielen.
  3. Siedeln
    Jeder Spieler darf eine Welt aus der Hand spielen.
  4. Verbrauchen
    Diese Phase ist etwas komplexer. Jeder Spieler benutzt alle(!) Verbrauchen-Fähigkeiten seiner Karten, sofern dies möglich ist. Für die meisten dieser Fähigkeiten müssen Güter aufgewendet werden, aber manche wirken einfach von alleine.
    Verbrauchen-Fähigkeiten lassen den Spieler üblicherweise Karten ziehen oder bringen Siegpunkte.
  5. Produzieren
    Jede Produktionswelt, die aktuell kein Gut hat, bekommt ein Gut. Dies geschieht, indem eine Karte vom Stapel verdeckt auf sie gelegt wird.

Danach werfen alle Spieler, die mehr als zehn Karten auf der Hand haben, überzählige Karten ab.

Dieser Ablauf wiederholt sich, bis entweder alle Siegpunktchips verteilt sind oder ein Spieler mindestens zwölf Karten vor sich liegen hat.

Der Clou ist, dass nicht in jeder Runde alle Phasen gespielt werden! Jeder Spieler hat die eingangs erwähnten sieben Aktionskarten: Eine pro Phase, wobei zwei der Phasen jeweils eine alternative Aktionskarte haben.

Zu Beginn der Runde wählt nun jeder Spieler eine Phase aus, die er in dieser Runde für sich für besonders wichtig hält, und legt deren Karte verdeckt vor sich. Nun decken alle Spieler ihre Karten auf und nur diese gewählten Phasen werden auch gespielt. Dabei bekommen die Spieler, die die entsprechende Phase ausgewählt haben, immer einen besonderen Bonus:

  1. Entweder fünf Karten mehr ziehen, oder eine Karte mehr ziehen und zwei statt nur einer Karte davon behalten.
  2. Die Entwicklung kostet eine Karte weniger.
  3. Nachdem man eine Welt ausgespielt hat darf man eine Karte ziehen.
  4. Entweder man verkauft ein Gut von einer Welt, um dafür Karten zu ziehen (je nach Art des Guts zwei bis fünf), oder man erhält in dieser Phase doppelte Siegpunkte für Fähigkeiten.
  5. Zusätzlich zum Produzieren darf man ein Gut auf eine Windfall-Welt legen.

Die einzelnen Welten und Entwicklungen liegen nun auch nicht reglos auf dem Tisch, sondern bieten in den unterschiedlichen Phasen ebenfalls besondere Vorteile. Diese sind unglaublich vielseitig und können Neulinge zunächst leicht erschlagen, auch weil sie statt durch viel Text in erster Linie durch Symbole dargestellt werden, doch sind diese nach einem Testspiel so gut wie selbsterklärend. Für alle Fälle sind in der übersichtlichen und kompakten Anleitung noch alle vorkommenden Symbole in einer Übersicht erklärt.

Mit Strategie zum Sieg bei Race for the Galaxy

Auf den ersten Blick scheint es offensichtlich zu sein: Wer die meisten Punkte macht, gewinnt Race for the Galaxy. Hierbei sollte man aber nicht unterschätzen, wie wichtig das Ziehen neuer Karten ist. Keine Karten auf der Hand entsprechen einem Bankrott und der Spieler kann keine Karten ausspielen – er muss sie ja auch noch bezahlen! Eine ausgewogene Kombination aus Produktionswelten und Karten, die diese Produkte auch verbrauchen, bringt regelmäßig Punkte, Handelswelten und kommerzielle Entwicklungen sorgen dafür, dass die Kartenhand gefüllt bleibt.

Positiv fällt uns auf, dass keine Kriegsführung der Spieler untereinander stattfindet. So vermeidet es das Spiel, den schwächsten Spieler noch mehr unterzubuttern. Stattdessen besteht die Interaktion daraus, abzupassen, wann die Konkurrenten eine Phase aktivieren wollen und selbst die Phasen zu spielen, von denen die lieben Nachbarn möglichst wenig profitieren. Zum Beispiel zu produzieren, wenn alle Planeten bereits voll sind – das ärgert sie so richtig!

Race to the Galaxy ist ein schnelles, kurzweiliges Spiel, das allerdings etwas Eingewöhnung benötigt. Leider ist es auch viel zu schnell wieder vorbei, kaum dass man herausgefunden hat, wie man die eigenen Karten effizient einsetzt.

ABACUSSPIELE 13072 - Race for The Galaxy, Kartenspiel
  • Wunderschönes Kartenspiel für Science Fiction Fans
  • Sehr originelles und einzigartiges Spielsystem
  • Andauernder Spielspaß für anspruchsvolle Spieler
  • Spieldauer ca. 45 min.
  • Sprache Spielanleitung: DE

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