Gemeinsam gegen die Seuche – Pandemic Legacy [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Bei Pandemic Legacy handelt es sich um eine Legacy-Variante des Grundspiels „Pandemie“ (engl. Pandemic). Zwei bis vier Spieler können gemeinsam die Welt erkunden und gegen die Seuche kämpfen.

  • In diesem Spiel müsst ihr sehr stark im Team arbeiten. Schätzt Risiken ab, sprecht euch ab und sammelt Karten in Pandemic Legacy.
  • „Legacy“ bedeutet, dass das Spiel ein Mal spielbar ist. Karten können geknickt, Spielpläne beklebt und Geheimnisse einmalig gelüftet werden.
  • Die Spieler entwickeln zusammen Heilmittel gegen die Infektionen.
  • Ihr müsst euch beeilen! Nach dem achten Ausbruch ist das Spiel beendet.

Pandemie, im Original auf Englisch als Pandemic erschienen, ist ein kooperatives Brettspiel, bei dem alle Spieler gemeinsam ihr Bestes geben, um vier weltweit wütende Seuchen in ihre Schranken zu weisen. Mit der Variante Pandemic Legacy wird das Spiel um die Evolutionsmechanik, die bereits aus Risiko Evolution bekannt ist, erweitert. Was das genau bedeutet und wie es sich spielt, zeigen wir euch in dieser Rezension.

Frontcover des Spiels ,,Pandemic Legacy''
Cover Spiel ,,Pandemic Legacy“

Datenblatt zum Brettspiel Pandemic Legacy

Verlag: Z-Man Games
Anzahl Spieler: 2 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Karten sammeln, Teamarbeit, Absprachen, Risiko abschätzen
Vergleichbar mit: Schatten über Camelot, Winter der Toten

Das Grundmaterial zu Pandemic Legacy

Jede der vier Epidemien bekommt eine Anzahl farbiger Plastikwürfel sowie ein „Pillenfläschchen“ aus Holz spendiert. Zwei Stapel mit Infektions- und Handkarten bringt das Spiel aus der Basisvariante mit. Beide bestehen aus jeweils einem kompletten Satz aller Städte auf dem Spielplan und im Stapel mit den Handkarten sind zudem noch besondere Aktionskarten sowie Epidemiekarten, die eine Verschlimmerung der Spielsituation anzeigen.

Inventar des Brettspiels ,,Pandemic Legacy''
Inventar des Brettspiels

Dazu kommen einige Karten, auf denen die Spielfiguren mit ihren einzigartigen Fertigkeiten beschrieben werden. Jede hat einen Beruf und kommt mit ihrer eigenen, farbigen Spielfigur aus Holz daher. Zwei weitere Holzmarker sind dazu bestimmt, die Anzahl der Ausbrüche und die aktuelle Intensität der Epidemien festzuhalten.

Den Hauptbereich des Spielfeldes nimmt die futuristisch gehaltene Weltkarte ein, auf der die Metropolen abgebildet sind, in denen die Krankheiten sich ausbreiten können. Die beiden Kartenstapel werden auf die aufgedruckten Ablagefelder gelegt.

Mit diesem Material alleine könnte man bereits das Standardspiel spielen, ohne dem Legacy-Teil von Pandemic Legacy Beachtung zu schenken. Doch dazu sind wir nicht hier.

Das Legacy-Material

Um Pandemic Legacy zu spielen, braucht man zudem noch das Zusatzmaterial, das der Box beiliegt:

  • Ein weiterer Stapel Karten:
    Die oberste Karte dieses Stapels hat ein unübersehbares „STOPP“ aufgedruckt und weist uns darauf hin, dass wir diesen Stapel absolut in Ruhe zu lassen haben, wenn wir vom Spiel keine Aufforderung bekommen. Also nicht mischen, ansehen, durchsehen, unter die unterste Karte gucken oder dergleichen. Eine Qual für neugierige Naturen und ein absoluter Anreiz, endlich loszulegen!
  • Mehrere kleinere Boxen:
    Diese Boxen sind durchnummeriert und geben eindeutige Anweisungen, unter welchen Umständen sie zu öffnen sind. Beispielsweise sagt Box Nummer Acht: „Öffne diese Box, wenn ihr vier Spiele in Folge verliert.“
  • Eine Aktenmappe aus Pappe:
    Auch diese enthält zusätzliches Spielmaterial, das aber ebenfalls erst auf Aufforderung enthüllt werden darf.

Der Spielablauf von Pandemic Legacy

Alle Spieler beginnen mit ihrer Spielfigur in Atlanta, da dies der Sitz der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde ist. Zum Start erhält jeder Spieler eine Anzahl Handkarten und alle gemeinsam ein Forschungszentrum in Atlanta.

Brett des Spiel ,,Pandemic Legacy''
Spielbrett Spiel ,,Pandemic Legacy“

Mit den ersten Karten vom Infektionsstapel wird bestimmt, wo die einzelnen Krankheiten ihren Ursprung haben. Eine bestimmte Anzahl der entsprechenden farbigen Würfel wird auf die Städte gelegt, um die Infektion anzuzeigen.

Nun sind die Spieler reihum mit ihrem Zug dran und haben jeweils vier Aktionspunkte. Für einen Aktionspunkt kann man sich bewegen, Karten miteinander tauschen, Forschungszentren bauen, Infektionswürfel entfernen oder ein Heilmittel erforschen, sofern man die benötigten Karten in der passenden Farbe hat und sich in einem Forschungszentrum befindet.

Hat man alle seine Aktionspunkte verbraucht, zieht man zwei neue Handkarten und anschließend je nach aktueller Intensität des Spiels zwei bis vier Infektionskarten, die jeweils einen Würfel auf der abgebildeten Stadt platzieren. Damit endet der Zug.

Unter den Handkarten befinden sich auch Aktionskarten, die den Spielern besondere Vorteile geben, wenn sie ausgespielt werden. Das ermöglicht Zusatzbewegungen oder das Ziehen der Infektionskarten wird ausgesetzt. Wird aber eine Epidemie gezogen, verschlimmert sich die Situation: Die Intensität erhöht sich, die unterste Karte des Infektionsstapels wird gezogen und gönnt uns direkt drei Seuchenwürfel in ihrer Stadt, und schließlich werden alle Infektionskarten auf dem Ablagestapel gemischt und wieder oben auf den Stapel gelegt. Das bedeutet, dass die bereits gezogenen Städte demnächst wieder gezogen werden und weitere Würfel erhalten.

Man darf sich also warm anziehen, denn der vierte Würfel einer Farbe in einer Stadt bedeutet einen Ausbruch. Statt des vierten Würfels wird ein Würfel dieser Farbe in jede angrenzende Stadt gelegt (was weitere Ausbrüche zur Folge haben könnte und schnell eskaliert).

Jeder Spieler hat eine eigene Figur, die eine oder mehrere Sonderfähigkeiten mitbringt. So kann zum Beispiel der Logistiker mit seinen Aktionspunkten auch andere Spieler bewegen und die Forscherin nur mit vier Karten statt fünf ein Heilmittel entwickeln.

Das Spielende

Das Spiel endet unter einer von mehreren Bedingungen:

  • Nach dem achten Ausbruch ist das Spiel automatisch verloren.
  • Sind alle Würfel einer Farbe aufgebraucht und es soll ein weiterer platziert werden, ist die Krankheit außer Kontrolle und die Spieler verlieren ebenfalls.
  • Sind alle vier Heilmittel entwickelt, ist das Spiel sofort gewonnen.

Der Legacy-Teil von Pandemic Legacy

Pandemic Legacy verwandelt dieses Spiel nun in eine komplette Kampagne, während der das Spiel sich nach und nach verändert. Bestimmte Ereignisse sorgen dafür, dass die jeweils oberste Karte des Legacy-Stapels gelesen werden muss. Dadurch kann es sein, dass eine Box oder eine Akte geöffnet wird und neues Spielmaterial hinzufügt. Neue Aktionen, neue Spielfiguren, neue Regeln und sogar Änderungen am Spielplan durch Aufkleber können hierbei dazukommen. Auch neue Siegbedingungen für zukünftige Partien sind enthalten und bringen so mehr Abwechslung beim Spielen von Pandemic Legacy hinein.

Die Hemmschwelle überwinden

Im ersten Augenblick sträubt man sich eventuell dagegen, das Spiel permanent durch Aufkleber zu verändern. Doch es sei gesagt, dass das Spiel als Gesamterlebnis für eine feste Gruppe konzipiert ist: Man spielt durch zwölf „Monate“, wobei jeder Monat aus einer oder zwei Partien besteht. Wenn man jedes Spiel gewinnt spielt man also zwölf Partien. Verliert man dagegen das erste Spiel jedes Monats, so sind es satte 24 Partien. Nach so viel Spielspaß trauert man dem Spiel sicher nicht nach, zudem man es immer noch spielen kann – nur eben nach „Dezember“-Regeln. Sollte man immer noch nicht genug haben, kann man sich stattdessen auch Pandemic Legacy: Season 2 zulegen, das mit dem gleichen Spielprinzip, aber einer vollkommen neuen Ausgangsposition und neuen Ereignissen daherkommt.

Fazit

Pandemic Legacy nimmt ein bewährtes und erfolgreiches Spiel und setzt ihm eine interessante Mechanik auf, die die Spielrunde jedes Mal vor Spannung hibbelig werden lässt, wenn man wieder ein neues Element enthüllt wird. Das Spiel selbst wird zum Glück nicht komplizierter, denn die einfachen Regeln sind ein großer Pluspunkt von Pandemic. Allerdings sind sehr gutes Zusammenspiel und Planung gefragt. Wie es sich für ein kooperatives Spiel gehört ist es alles andere als einfach zu gewinnen. Doch auch Niederlagen machen einen ungeheuren Spaß und wäre es zu einfach würde auch die Herausforderung fehlen!

Z-Man Games 691170 Pandemic Legacy Season 1 blau
  • Autor: Rob Daviau, Matt Leacock
  • Spieldauer: ca. 60 Minuten
  • Spieleranzahl: 2 bis 4
  • Spielzeug
  • ZMan

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