Fang Fisch für mich! – Nusfjord [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Fisch fangen und mit Ressourcen und Platz klarkommen ist die eine Sache – das Ganze dann aber mit Aktien- bzw. Anteilshandel zu kombinieren, macht Nusfjord zu einem ganz besonderen Spiel.

  • Fische werden nicht nur gefangen, sondern auch serviert. Die Servierpflicht macht deinen Fang zu einer wertvollen Ressource.
  • Das Brettspiel ist für bis zu fünf Spielern geeignet.
  • Du kannst Nusfjord auch allein spielen!

In Nusfjord ist der klassischen Workerplacement-Mechanik eine komplexe Fangzeit vorgeschaltet. Die Spieler fangen Fische und bestreiten unter anderem von ihnen den Unterhalt. Dabei können die Spieler Anteile ihrer Mitspieler kaufen und mitverdienen, aber dennoch muss jeder seine Flotte ausbauen, die Wälder durchforsten, Gebäude bauen und Älteste unterhalten.

Datenblatt zum Brettspiel Nusfjord

Verlag: Lookout Games
Anzahl Spieler: 1 – 5 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Ressourcenmanagement, Platz perfekt nutzen
Vergleichbar mit: Caverna

Das Inventar von Nusfjord

Nusfjord handelt von einer Fischerstadt, in dem die Spieler am Aufbau einer Hafenstadt beteiligt sind. Es gibt neben dem Hauptspielplan, der den Aktionsplan in Nusfjord darstellt, eine Festtafel und drei Ablagepläne.

Gespielt wird das Brettspiel, wie wir es von Uwe Rosenberg Brettspielen gewohnt sind, mit zahlreichen Markern und Plättchen, die das Spiel herrlich komplex und facettenreich machen. In der Spielebox von Nusfjord gibt es 18 Schiffsplättchen, 30 Waldstreifen und 150 Karten. Darüber hinaus gibt es 15 Startspielerplättchen sowie ein Startspielerschiff und 15 Spielfiguren.

Für jeden der bis zu fünf Spieler gibt es je einen Hafenplan, einen Ältestenrat sowie einen Vorratsplan. Die Ältesten geben den Spielern im Verlauf von Nusfjord Sonderaktionen. Gespielt wird Nusfjord unter anderem mit 100 Fischen, 50 Holzmarkern, 41 Münzen, 9 Multimarken und 25 Anteulsmarken.

Wie spielt man Nusfjord?

Im Kern geht es in Nusfjord ums Fischen. Jeder Spieler hat auf seinem Tableau eine Fangflotte, die er erweitern kann. Die Spieler wollen möglichst viele Fische fangen. Der Fischereibetreib eines jeden Spielers bestehen aus fünf Anteilen, von denen zu Begin des Spiels nur zwei realisiert sind.

Die Ältesten wollen Fische essen: Servieren die Spieler ihnen Fische, können sie von den bereits erwähnten Sonderaktionen profitieren.

Nusfjord wird über sieben Runden gespielt. Es ist zu Beginn schon festgelegt, in welcher Reihenfolge die Spieler spielen. Dafür sind die 15 Startspielerplättchen gedacht. Es gibt zwei rechteckige Startspielerplättchen für das Spiel mit zwei Spielern, drei dreieckige Startspielerplättchen für das Spiel mit drei Spielern, vier für vier und fünf für fünf Spieler.

Auf den Startspielerplättchen sind die sieben Runden abgebildet. Der Startspielermarker wird zwischen den Plättchen nach jeder Runde weitergereicht. Zu Beginn des Spiels wirkt dieser Mechanismus ehrlich gesagt überfordernd und zugleich überflüssig, aber im Verlauf des Spiels gewöhnt man sich daran und empfindet diese Teile sogar als logisch.

Der Ablauf einer Runde

Es gibt drei Phasen: Die Fangzeit, die Aktionsphase und die Aufräumphase.

In der Fangzeit schauen die Spieler, wie viele Fische sie überhaupt zu Beginn dieser Runde fangen können. Auf den Spielertableaus ist unten eine Leiste abgebildet, die bei 3 beginnt und bei der tiefen 12 aufhört. Links ist ein kleiner Fischkutter abgebildet. Haben die Spieler ihre Fangflotte noch nicht erweitert, fangen sie zunächst nur drei Fische. Baut der Spieler beispielsweise einen Schoner, legt er die dazugehörige Karte auf die Leiste. Die Zahlen 3 und 5 werden überdeckt, und somit steht die Fangleiste auf 6. In der Fangzeit kann ein Spieler also mit dem ersten Boot und dem Schoner sechs Fische fangen.

Erhält der Spieler seine Fische in der Fangzeit, gibt es eine klare Rangfolge, wie die Fische zu veteilen sind. Diese sind oben links auf dem Spielertableau abgedruckt.

Für jeden Ältesten, den du aktiviert hast, musst du einen Fisch abgeben. Nachdem die Ältesten befreidigt sind, musst du deine eigenen Anteile im Fremdbesitz bedienen. Hat ein Spieler einen deiner Anteile gekauft, musst du auf dein Anteilsplättchen im Fremdbesitz jeweils einen Fisch legen. Erst jetzt darfst du die Anteile in deinem eigenen Besitz versorgen. Hast du Fische übrig, lege sie auf deine eigenen Anteilsmarkern. Erst jetzt kannst du Rücklagen bilden und die restlichen Fische in deinen persönlichen Vorrat auf dem Spielertableau liegen. Hast du acht Fische in deinen Rücklagen, müssen alle übrigen Fische zurück in den allgemeinen Vorrat.

Hast du alle Fische verteilt, kannst du die Fische, die du auf die eigenen Anteile im eigenen Besitz gelegt hast, in den eigenen Vorrat (großer runder Marker) legen.

Workerplacement bei Nusfjord

Ist die Fangzeit vorbei, beginnt das Workerplacement-Spiel von Nusfjord. Jeder Spieler hat drei Arbeiter und kann sich auf dem Aktionsplan Gold holen, Gebäude bauen, Rücklagen flüssig machen, ein Schiff bauen oder einen Ältesten nehmen und sofort nutzen, aber auch Anteile realisieren.

Für eine von drei Aktionen darf hier jeder Spieler unterschiedliche Aktionen durchführen. Darunter ist auch die Aktion „Fische servieren“. Auf der Tellerleiste legt der Spieler dafür Fische auf die Teller und wandelt diese in Gold um. Auf dem ersten Teller reicht ein Fisch für ein Gold, auf dem zweiten Teller brauchst du zwei Fische für ein Gold, auf dem dritten drei und so weiter.

Wenn du einen Anteil realisieren möchtest, investierst du eine Aktion auf dem Aktionsbrett und erhältst zwei Gold. Außerdem legst du einen deiner Anteile auf den Aktionsplan. Liegen hier bereits Anteile, kann ein anderer Spieler mit einer Aktion auf diesem Feld Anteile kaufen. Natürlich kannst du hier auch deine eigenen Anteile kaufen.

Auf deinem Spielertalbeau befindet sich auf der rechten Seite ein Waldstreifen. Mit dem Aktionsplan kannst du diesen Bereich abholzen, aufforsten oder durchforsten. Beim Abholzen gibst du einen Waldstreifen ab und erhältst fünf Holz. Beim Durchforsten erhältst du pro Waldstreifen ein Holz, und beim Aufforsten verwendest du eine Aktion darauf, zwei Waldstreifen auf ein freies Doppelfeld zu legen.

Auf dem Ältestentableau liegen die Ältesten, die die Spieler sich durch eine Aktion nehmen können. Älteste bringen dir unterschiedliche Vorteile. Der Seemann beispielsweise sorgt dafür, dass du die Aktion „Fisch servieren“ mehrmals für je ein Gold und ein Holz durchführen kannst. Mit dem Forstwirt kannst du zwei Waldstreifen abgeben und erhältst dafür nicht nur fünf Holz, sondern auch ein Gold. Der Teichbauer sorgt dafür, dass du pro Gebäude, das du bisher im Spielverlauf von Nusfjord gebaut hast, zusäzliche Fische erhalten kannst. Der Konstrukteur hilft beim Schiff- oder Gebäudebau. Nimmst du dir einen Ältesten, wird automatisch der Fisch vom größten Teller auf der Tellerskala genommen und sofort an den Ältesten gegeben.

Gebäude bauen

Als letzte Aktion bleibt noch die „Gebäude bauen“-Aktion zu erklären. Die Gebäude in Nusfjord sind thematisch perfekt im Thema drin. Es gibt Gebäude wie beispielsweise:

  • Treibflößerei
  • Armenhaus
  • Fischhandlung
  • Fischerhütte
  • Arbeiterhütter
  • Vogelkolonie
  • Jugendzentrum
  • Netzgehege
  • Seemannsheim

Die Gebäude bringen dir Vorteile, nachdem sie gebaut wurden. Manche Vorteile sind permanent, manche sind nur von kurzer Dauer. Der Wasserturm bringt dir beispielsweise sofort zwei Gold in die Rücklagen, aber ansonsten keine weiteren Vorteile. Dafür kostet der Wasserturm auch nur fünf Holz. Die Treibflößerei hat einen permanenten Effekt: Immer, wenn du zwölf Fische Fangmenge hast, erhältst du zwei Holz für die eigenen Rücklagen vor jeder eigenen Arbeiteraktion. Dieses sehr mächtige Gebäude kostet dafür auch vier Fische und ein Gold, um es zu bauen.

Grundsätzlich gibt es A- und B-Gebäude. Später im Spiel kommen auch noch C-Gebäude ins Spiel, die neben ihren Effekten außerdem Siegpunkte geben. Gebäude kannst du auf deinem Tableau im hellgrünen Bereich bauen, wenn dort keine Wälder liegen.

Nusfjord gewinnen

Am Schluss von Nusfjord zählen die Spieler ihre Siegpunkte zusammen: Gold bringt Siegpunkte, manche Gebäude bringen dir direkte Siegpunkte, und auch gebaute Schiffe bringen dir Siegpunkte. Wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt das Spiel.

Nicht genutzter Raum auf dem Spielertableau bringt negative siegpunkte! Achtet beim Spielen darauf, den gesamten Platz auf dem Festland mit Gebäuden vollzuklatschen oder forstet in der siebten Runde eure Wälder auf!

Fazit zu Nusfjord

Nusfjord ist ein liebevolles Spiel und macht immer wieder Spaß. Die Spielmechanik macht Spaß, und besonders innovativ und genial finde ich die Sache mit den Anteilen. Wenn man sich Anteile von Mitspielern kauft, verdient man mit. Das ist die Art von Wirtschaftssimulation, die mir extrem gefällt.

Das Brettspiel wirkt wie ein eher leichtes Kennerspiel. Ich habe erwartet, dass es komplizierter oder anstrengender wird, aber es ist erstaunlich schnell und leicht zu verstehen. Nusfjord unterfordert dabei auf keinste Weise: Es ist perfekt ausbalanciert und gefällt mir persönlich auch von der Thematik extrem gut. Ich habe nichts zu beanstanden und kann Nusfjord jedem empfehlen, der Fisch mindestens in der Theorie leiden kann.

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