Arbeiter-Management in Japan – Nippon [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Workerplacement in seiner reinsten Form triffst du in Japan an! Im Brettspiel Nippon geht es um die historische Wirtschaft des ostasiatischen Landes.

  • Zwei bis vier Spieler produzieren Güter, jonglieren mit verschiedenen Mechanismen und müssen mit Geld umgehen können
  • Lasse Fabriken bauen und produziere, produziere, produziere!
  • Sei ein guter Arbeitgeber! Kündigungen können kosten.

Nippon ist japanisch für „Japan“. Dort spielt auch das Nippon Brettspiel. Hier haben wir wieder ein Wirtschaftsspiel. Dieses spielt in der Industrialisierungszeit in Japan und hat sehr schöne Spielmechaniken. In diesem Artikel erkläre ich, wie das Nippon Brettspiel gespielt wird und rezensiere dieses schöne Brettspiel.

Datenblatt zum Brettspiel Nippon

Verlag: Asmodee
Anzahl Spieler: 2 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Mit Geld umgehen, Viele Mechanismen bedenken, Güter produzieren
Vergleichbar mit:

Das Spielprinzip von Nippon

Das Brettspiel Nippon  ist recht komplex und hat einen echt großen Hauptspielplan. Auf diesem stehen Arbeiter in verschiedenen Farben. Mit den Arbeitern führen die Spieler Aktionen aus und bekommen Siegpunkte für ihren eigenen Aufbau der Wirtschaft. Nippon wird über fünf grüne und drei goldene Runden gespielt. Grüne Runden sind vollständige Runden, und goldene Runden zeigen das Spielende auf. Jeder Spieler ist hier nur noch ein Mal am Zug.

Das Inventar von Nippon

Nippon von Asmodee hat etwas, was ich bei all den Spielen, die ich bisher für den Brettspielguru vermisst habe: Geldscheine! Wenn man wie ich gerne den kleinen Kapitalisten spielt und Wirtschaftsaufbauspiele spielt, fehlt einem das Geld nach einer Zeit schon ein bisschen. Es gibt Yen-Banknoten mit den Werten 1.000, 5.000 und 10.0000. Leider nur als Plättchen. Wo ist das gute Papiergeld hin?

Darüber hinaus enthält das Nippon Brettspiel folgende Einzelteile:

  • einen großen Hauptspielplan
  • vier Spielertableaus
  • 48 Arbeiter in acht Farben
  • 90 schwarze Würfel (Kohle)
  • einen weißen Wertungsmarker
  • 24 Fabrikplättchen
  • 24 Maschinenplättchen
  • 32 Vertragsplättchen
  • 16 Blaupausenplättchen
  • Bonus- und Multiplikatorenplättchen
  • einen Stoffbeutel

Die vier Spielertableaus werden von Spielern in den Farben blau, gelb, rot und purpur gespielt. Für jeden Spieler enthält Nippon Marker und Plättchen, die nur für sie in den vier Farben sind:

  • vier Zählscheiben
  • 24 Eisenbahnplättchen
  • 24 Schiffsplättchen
  • 40 Einflussplättchen

Entsprechend kann jeder Spieler sechs Eisenbahn- und Schiffsplättchen verbauen, 10 Einflussplättchen verwenden und hat eine Zählscheibe.

Wie spielt man Nippon?

Ziel des Spiels ist es, die Nachfrage des Volkes zu stillen und Siegpunkte zu generieren. Dafür müssen Güter produziert werden. Dafür werden Fabriken benötigt, und diese brauchen wiederum Kohle, um während der Industrialisierung betrieben zu werden. Es gibt sechs verschiedene Sorten von Fabriken. Sie stellen Seide, Papier, Nahrung. Glas, Elektronik und Technik her. Die Fabriken kosten Blaupausen beim Errichten und Kohle im laufenden Betrieb.

Neben dem reinen Güteraufbau gibt es Verträge, die wie Quests funktionieren und dem Spieler Vorteile bringen. Dazu kann jeder Spieler das Eisenbahn- und Schiffsnetz aufbauen und zusätzliche Siegpunkte verdienen.

Das Spielertableau

Auf der linken Seite des Spielertableaus gibt es zwei Leisten. Die linke Leiste ist die Kohle-Leiste. Die Spieler beginnen bei einer Produktion von zwei Tonnen Kohle und können maximal zehn Tonnen generieren. Die gelbe Leiste daneben zeigt das aktuelle Einkommen in Tausendern an. Hier sind Werte zwischen 12.000 Yen und 27.000 Yen möglich. Auf der rechten Seite befindet sich die Technologie-Leiste. Sie zeigt an, auf welchem Level der Technologie du bist. Diese Leiste kann von 1 bis 6 getrieben werden.

Außerdem legst du Blaupausen auf das Spielertableau. Es befinden sich dort die Schiffs- und Eisenbahnmarker, dein aktuelles Geld und zwei weitere Felder. Oben auf dem Spielertableau siehst du sechs leere Felder. Diese sind für deine Arbeiter. Willst du jemanden für dich arbeiten lassen, nimmst du die Arbeiter vom Hauptspielplan und stellst sie an dieser Stelle auf dein Tableau.

Das letzte Feld, das du auf dem Spielertableau findest, ist gleichzeitig auch das größte. Es befindet sich unten in der Mitte und zeigt, wofür du Siegpunkte in Nippon bekommst. Das sind zum Beispiel:

  • 10000 Yen am Spielende besitzen
  • Ein Siegpunkt für jeden Technologie-Fortschritt mit Stern
  • Ein Siegpunkt für jeden Schritt des Kohle-Einkommens mit Stern

Hast du drei oder mehr Arbeiter auf deinem Feld stehen, belohnt dich der Kaiser, weil du ein so toller Arbeitgeber bist. Dabei gibt es Belohnungen (Weiße Zahl auf sechseckigem Hintergrund) unterschiedlicher Stufen, die du auf diese Siegerfelder auf dem Spielertableau legen kannst. Somit veränderst du die Bedingungen für Siegpunkte und kannst für dich persönlich mehr Punkte rausholen und Nippon leichter gewinnen.

Aktionen in der Spielrunde

Die Aktionen im Nippon Brettspiel sind auf dem Hauptspielplan abgedruckt: Du kannst mit einem Arbeiter aus einem Feld die Aktionen ausführen, die im Feld des Arbeiters aufgedruckt sind:

  • Technologie-Level erhöhen
  • Fabriken produzieren lassen
  • Verträge schließen (Waren gegen Siegpunkte, Geld oder Einkommen tauschen)
  • Kohle-Einkommen erhöhen
  • Schiffe oder Eisenbahnen bauen
  • Maschinen kaufen (Fabriken aufwerten)
  • Fabriken bauen
  • heimischen Markt beliefern

Schiffe bringen dir direkt Siegpunkte. Die Siegpunkte sind golden auf einem metallischen Hintergrund, dessen Form an ein Wappen erinnert. Die Eisenbahnen bringen dir erhöhten Einfluss. Einflusspunkt werden durch weiße Zahlen dargestellt. Du baust sie direkt in die Regionen auf dem Hauptspielplan.

Wenn du die Märkte in den Regionen Japans bedienst, bekommst du als Belohnung Einfluss. Je nach dem, wer wie viel Einfluss hat, erhaltet ihr Siegpunkte dafür.

Die Arbeiter in Nippon

Nimmst du dir Arbeiter aus dem Hauptspielplan, musst du vorher gut überlegen, welche du nimmst. Die Farben der Arbeiter haben nämlich eine wichtige Rolle im Nippon Brettspiel.

Jede Aktion, die du durchführen willst, musst du durch Arbeiter durchführen. Willst du also beispielsweise eine Fabrik bauen, nimmst du dafür einen Arbeiter aus dem entsprechenden Feld vom Hauptspielplan. Möchtest du deinen Technologie-Level erhöhen, nimmst du dir einen Arbeiter aus einem anderen Feld. Insgesamt gibt es fünf Felder für neun Aktionen, und wenn du fünf Aktionen durchführst, kann es sein, dass du fünf Arbeiter derselben Farbe oder bis zu fünf Arbeiter aus fünf Farben verwendest, um deine Aktionen durchzuführen.

Hast du Arbeiter auf dem Spielertableau angesammelt, musst du sie irgendwann loswerden. Konsolidieren heißt das im Nippon Brettspiel. Das heißt, du wirst sie los, und dazu musst du eine Abfindung zahlen. Pro Arbeiterfarbe zahlst du 3.000 Yen. Hast du in deinen sechs Arbeiterfeldern alle sechs Arbeiterfarben, zahlst du also 18.000 Yen, nur um sie wieder loszuwerden.

Sind deine Arbeiterfelder voll,  kannst du natürlich keine neuen nehmen und keine neuen Aktionen ausführen.

Sind die Arbeiter vom Hauptspielplan alle verbraucht, ist die Runde vorbei. Die nächste Runde beginnt mit neuen Arbeitern und natürlich dem Auszahlen eurer Einkommen.

Fazit

Das Brettspiel Nippon ist komplex und total spannend. Mir gefällt das Thema sehr, und ich habe mich extrem auf dieses Spiel gefreut. Das Design der Spielebox ist wunderschön und ich will am liebsten mit diesem Spiel angeben. Innen, vor allem auf dem Hauptspielplan, gefällt mir das Design aber nicht so sehr. Wie die ausländischen Zulieferer in den Regionen Japans dargestellt sind und generell das Design des Spielfelds scheint mir etwas zerfasert. Ich hätte etwas Schlichteres, Filigraneres erwartet.

Auch die Siegbedingungen haben mir nicht besonders gefallen. Man bekommt für alles Siegpunkte, für alles Boni und behält kaum den Überblick, wie man nun konkret gewinnen kann. Ich finde, die Sache mit den Regionen ist nicht sehr schön gelöst. Was aber hervorragend gelöst und sehr spannend gestaltet wurde, sind die Arbeiter. Mir gefällt der Mechanismus extrem gut, und er bringt den gewissen Schwung ins Spiel.

Insgesamt ist das Nippon Brettspiel ein gutes Spiel, aber kein herausragendes Meisterwerk.

Unbekannt What's Your Game? WYG00006 Brettspiel Nippon
  • Ab 12 Jahre
  • Spieldauer: 60-120
  • Spieleranzahl: 2-4
  • Spielzeug
  • What's Your Game?

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