Hellsichtig und asymmetrisch – Mysterium [Rezension]

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Mysterium spielt in einem Geisterhaus, in das die Spieler ziehen, um den Mörder zu finden. Mit dabei ist das Opfer in Form eines stummen Geistes. Mithilfe von surrealen Visionskarten gibt der Spielleiter Hinweise auf die Zusammenhänge von Personen, Orten und Tatwaffen. Im Folgenden erkläre ich das Spielprinzip dieses stimmungsvollen und genialen Spiels und rezensiere es mit meiner Meinung.

Datenblatt zum Kartenspiel Mysterium

Verlag: Libellud / Asmodee
Anzahl Spieler: 2 – 7 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Herausforderungen: Diskutieren, Deuten, Interpretieren
Vergleichbar mit: Cluedo, Memory

Das Spielprinzip von Mysterium

Im Kartenspiel Mysterium kommen die Spieler in einem Geisterhaus zusammen und sollen herausfinden, wer das Opfer getötet hat. Ein Spieler spielt dabei den Geist, die anderen sind Spiritisten, die kooperativ das Rätsel lösen sollen. Der Geist kennt die Lösung und leistet das Spiel.

Die Lösung des Rätsels besteht aus:

  • Charakter
  • Ort
  • Tatwaffe

Diese sollen im Spiel herausgefunden werden.

Das Inventar von Mysterium

Mysterium von Libellud / Asmodee besteht aus vielen Karten und Tableaus. Es gibt Visionskarten, mit denen der Geist spielt und die Spieler auf die richtige Fährte locken soll. Dabei läuft eine Sanduhr, damit die Spieler nicht ewig diskutieren können.

Es gibt acht Personen, acht Orte und acht Gegenstände. Dazu gibt es eine Hellsichtsleiste, die zwei Funktionen hat. Einerseits zeigt sie den Spielern, wer wie oft für vertrauenswürdig erklärt wurde, und andererseits bestimmt der Fortschritt der Spieler auf dieser Leiste, wie viele Visionskarten in der letzten, finalen Spielrunde ausgegeben werden. Die Hellsichts-Marker, die für die einzelnen Spieler stehen, sind das einzige Manko an Mysterium. Sie sind verschwindend klein, und ich hätte es als Clue schöner gefunden, wenn jeder Spieler einen persönlichen Gegenstand mitbringen müsste (Ring, Halskette, Münze, Spielstein), um sich an der Hellsichtsleiste darzustellen. Alternativ wären größere Marker oder sogar dreidimensionale Figuren denkbar gewesen.

Wie spielt man Mysterium?

Der Geist zieht sieben Visionskarten. Darauf befinden sich surreale Kunstwerke mit vielen verschiedenen Dingen. Der Geist darf die Visionskarten an die Spieler geben, um Hinweise auf die Lösungen zu geben. Dabei muss der Geist Karten auswählen, mit denen er etwas zu den Lösungen assoziiert. Das kann alles mögliche sein: Farben, Formen, wiederkehrende Hinweise.

Die Spieler beraten anhand der Visionskarte zunächst, um welchen Charakter es sich handelt. Ist der Charakter herausgefunden, geht es um den Ort. Dann erst wird die Tatwaffe ermittelt. Dabei geht es noch nicht darum, wer den Mord begangen hat. In dieser ersten großen Phase geht es nur darum herauszufinden, wer mit was an welchem Ort war.

Das Spiel Mysterium ist eine komplette Geistersitzung, und Geister sind natürlich nur in der Nacht da. Es gibt eine Uhr, die, bis sie acht Uhr anzeigt, das Spiel überhaupt aufrecht erhält. Nach sieben Runden sind sieben Stunden vorüber, und das Spiel ist vorbei, wenn die Spieler das Mysterium bis dahin nicht aufgedeckt haben.

Mit Hellsichtsplättchen bewerten die Spieler, ob die Spieler Recht haben oder nicht. Es gibt dabei grüne Haken und rote Kreuze. Wenn ein Spieler nachvollziehbar argumentiert hat und viele grüne Haken eingesammelt hat, bekommt er auf der Hellsichtsleiste einen Punkt.

Die finale Spielphase

Haben alle Spieler ihr Set innerhalb der Runden gefunden, gibt es eine zweite Spielphase. Dabei soll thematisch herausgefunden werden, welcher Charakter, der an einem Ort mit einer Waffe war, den Mord begangen hat.

Der Geist kann dafür drei Visionskarten legen, um auf das richtige Set hinzuweisen.

Je nach dem, wie weit die Spieler auf der Hellsichtsleiste vorgerückt sind, bekommen sie mehr oder weniger Karten zu Gesicht. Dabei muss man mehr als sieben Hellsichtspunkte haben, um überhaupt alle drei Karten sehen zu dürfen.

In der letzten Runde dürfen die Spieler nicht mehr diskutieren. Sie stimmen verdeckt ab, wer der Mörder ist. Liegt die Mehrheit richtig, haben die Spieler  Mysterium gewonnen.

Fazit

Das Kartenspiel Mysterium sorgt dafür, dass man sich kennenlernt. Es besteht Zeitdruck und eine verbale sowie eine nonverbale Kommunikation. Jeder Spieler am Tisch ist wichtig, und in meinen Runden, die ich Mysterium gespielt habe, habe ich einige unerwartete Seiten an meinen Freunden entdeckt. Insgesamt ist Mysterium sehr liebevoll gestaltet, gefühlt sehr innovativ und erinnert nicht nur an Cluedo, sondern auch an Memory.

Wieso Memory? Man muss sich eine Menge merken. Natürlich ist es wichtig, sich in die Spielart des Geistes einzufühlen und zu schauen, wie er Assoziationen zu Figuren, Orten und Gegenständen herstellt. Dazu kann man sich bestimmte Symbole merken, wie beispielsweise die Ratte für einen bestimmten Charakter. In der finalen Spielphase kann eine Ratte in völlig anderer Form wieder vorkommen. Wer sich die Symbolik gemerkt hat, kann das Spiel durch seine Wahl entscheiden.

Insgesamt ist Mysterium ein hervorragendes Spiel für neue und bestehende Spielrunden. Ich wünsche mir eine Erweiterung um neue Charaktere, Gegenstände und Orte und möchte es nicht mehr missen. Eine absolute Spiel- und Kaufempfehlung seitens des Brettspielgurus.

Unbekannt Libellud 002955 Mysterium
  • Schlussfolgerungsspiel, Gesellschaftsspiel
  • Spielzeug
  • Asmodee Gmbh

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