Klau den Schatz noch einmal – Munchkin 3 [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Der dritte Teil von Munchkin heißt „Beschwörungsfehler“, und die drei bis sechs Spielerinnen und Spieler ab zwölf Jahren werden verhandeln müssen, und zwar auf die typische Art in Munchkin: Seid hinterhältig, gewissenslos und lasst eurer Gier freien Lauf!

  • Ziel des Spiels ist es, dass du von Level 1 auf Stufe 10 aufsteigst
  • Es können gute Dinge passieren, dann erhältst du Belohnungen
  • Wie immer bei Munchkin gibt es „schlimme Sachen“.
  • Munchkin 3 Beschwörungsfehler ist eine Erweiterung zum Grundspiel.

Die Munchkins gehen in die dritte Runde! Nach „Abartige Axt“ ist „Beschwörungsfehler“ die zweite Erweiterung für das beliebte selbstironische Kartenspiel. Mehr Schätze zum klauen, mehr Monster zum erschlagen, und mehr Karten, mit denen man seine Mitspieler so richtig schön ärgern kann.

Datenblatt zum Kartenspiel Munchkin 3: Beschwörungsfehler

Verlag: Pegasus Spiele
Anzahl Spieler: 3 – 6 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Verhandlung, Hinterhältigkeit, Gewissenlosigkeit, Gier
Vergleichbar mit: Munchkin Legenden, Munchkin Abartige Axt, Munchkin Zombies

Schatzkiste auf: Inhalt

Die Box enthält neben einer Spielanleitung lediglich 120 Karten – so kennen wir es von Munchkin!

Da es sich nur um eine Erweiterung handelt, wird zum Spielen außerdem das Grundspiel „Munchkin“ benötigt.

Worum geht es eigentlich?

Das Kartenspiel „Munchkin“ dürfte allgemein bekannt sein, aber falls der eine oder andere Leser das Glück hatte, bislang noch nicht auf dieses Freundschaften beendende Ungetüm gestoßen zu sein, wollen wir das Spielprinzip noch einmal erklären:

„Munchkin“ parodiert Rollen- und andere Spiele, bei denen man als Gruppe in düstere Gewölbe hinabsteigt, um Monster zu besiegen und Schätze zu plündern. In diesem Genre spielt man vordergründig als Gruppe und unterstützt sich, aber insgeheim ist man schon neidisch, wenn der Kumpel einen tollen magischen Gegenstand findet und nicht man selbst. „Munchkin“ nimmt die Heuchelei aus diesen Spielen heraus und beschränkt sich auf das Wesentliche: Missgunst, Neid und das hinterhältige in-den-Rücken-fallen, um die Kollegen zu übertrumpfen und für sich selbst den größten Vorteil herauszuschlagen. Oder den anderen einfach den Tag zu vermiesen.

Tür Eins, Tür Zwei oder Tür Drei?

Man beginnt seine Karriere als Spieler ohne Rasse oder Klasse (ja, dieser Witz wird auch in der Anleitung bereits totgeritten) auf Stufe 1 mit dem Ziel, als erster Stufe 10 zu erreichen. Dies erreicht man, indem man Türen eintritt und Monster bekämpft: Jedes besiegte Monster bringt eine Stufe. Gewürfelt wird hierbei nicht, entweder man besiegt das Monster indem die eigene Stufe plus Boni von Gegenständen über der Monsterstufe liegt, oder man schafft es nicht. Bei Versagen passieren „schlimme Dinge“, die den Spieler mehr oder weniger weit zurückwerfen.

Um das zu vermeiden kann man sich die Hilfe eines Mitspielers zusichern, indem man ihm einen Anteil an der Schatzbeute anbietet. Hier ist wirklich alles erlaubt, von fairem Teilen bis zu halsabschneiderischen Erpressungsversuchen. Aber man sitzt dann auch im gleichen Boot, denn wenn es nicht klappt bekommt der Mitstreiter ebenfalls „schlimme Dinge“ ab. Dafür tragen die außen vor gelassenen Konkurrenten Sorge, die mit ihren Karten das Monster verstärken oder ihm Kumpel und Doppelgänger mitgeben können. Schadenfreude wird bei „Munchkin“ ganz groß geschrieben.

Rassen und Klassen

Jeder Spieler darf jeweils eine Rasse und eine Klasse ausspielen, die ihm bestimmte Vorteile bieten. Die genretypischen Elfen, Zwerge und Halblinge sind hier vertreten, mit „Munchkin 3: Beschwörungsfehler“ kommen nun auch noch die Gnome hinzu. Diese dürfen Monster aus der Hand als Unterstützung im Kampf spielen, solange sie keine Hilfe im Kampf bekommen und zählen für Monster als Halblinge – so einen großen (ha, ha) Unterschied gibt es eh nicht zwischen den beiden Rassen.

Auf der Seite der Klassen finden wir Zauberer, Diebe, Kämpfer und nun auch neu den Barden. Der bekommt beim plündern besiegter Monster bessere Schätze und kann zudem versuchen, andere Spieler zu zwingen, ihm zu helfen. Der Versuch kostet zwar einige Handkarten, kann aber die letzte Rettung sein, wenn man mal wieder unerwartet Cthulhu gegenüber steht.

Rassen und Klassen sind aber mit Vorsicht zu genießen, denn es kann auch vorkommen, dass ein Monster oder eine Falle gegen bestimmte Variationen stärker ist. Dann muss man das entweder hinnehmen oder sich kurzerhand von der Karte verabschieden.

Mit Wortwitz und Pinselstrich

Was „Munchkin“ so reizvoll macht sind neben dem Gameplay, bei dem man mal so richtig Arschloch sein darf, auch die zahlreichen Genreanspielungen in den Texten und Bildern. Da finden wir Kettenbikinis, Arschtreterstiefel („Kick-Ass Boots“) oder den „Hairy Potter“ („haariger Töpfer“) – und somit auch gleich einen großen Wermutstropfen der deutschen Fassung: Viele Witze funktionieren nur auf Englisch. Denn der „Bat-Bat“, also der „Fledermausschläger“, ist auf Deutsch nur halb so lustig und der „Horny Helmet“, der auf Deutsch einfach nur „geiler Helm“ heißt, weist nur noch durch sein Bild mit den zwei riesigen Hörnern auf das Wortspiel hin. Wer kann sollte also definitiv die englische Version spielen, sonst wird man sich des öfteren dabei ertappen, dass man angestrengt nachdenkt, wieso ein bestimmter Kartentitel denn lustig sein soll. Immerhin entsteht so wenigstens noch Humor durch Zusammenhanglosigkeit.

Illustriert wurden die meisten Karten wie gewohnt von John Kovalic, aber auch Bilder einiger Gastzeichner wie Phil Foglio finden sich auf den Karten wieder.

Fazit

„Munchkin 3: Beschwörungsfehler“ fügt sich nahtlos in jede Munchkinsammlung ein. Da „Munchkin“ von vornherein nicht darauf ausgelegt war, ein ausgeglichenes Spiel zu sein, sondern mit voller Absicht vor unfairen Situationen nur so strotzt, fallen keine der neuen Karten als zu mächtig oder zu schwach auf. Solche Karten gab es schon immer und genau das ist auch der halbe Spaß an der Sache! Das Spiel ist unfair, aber das ist es für jeden Spieler. Macht das Beste draus und freut euch, wenn euren Mitspielern mehr „schlimme Dinge“ passieren als euch. Falls das nicht der Fall ist, könnt ihr einfach ein wenig nachhelfen. Wir finden, dass es für „Munchkin“ nie genug Erweiterungen geben kann. Mehr Karten bedeuten mehr Abwechslung und mehr unvorhersehbare Wendungen – und vor allem mehr fiese Dinge, die man seinen Gegnern an den Kopf werfen kann, wenn es für sie mal wieder zu gut läuft!

Angebot
Pegasus Spiele 17213G - Munchkin 3, Beschwörungsfehler
  • Zahlreiche neue Spielkarten für Munchkin
  • Neue Rasse: Gnome
  • Neue Klasse: Barde
  • Spielzeug
  • Pegasus

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