Alte Sagen in neuem Look – Lords of Hellas [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

In Lords of Hellas spielen bis zu vier Spieler ein komplexes Strategiespiel, bei dem es eine Herausforderung ist, die Übersicht zu behalten. Erobert gebiete und entwickelt eine eigene Strategie, um dieses Spiel zu meistern!

  • ab 14 Jahren
  • ähnlich wie Scythe
  • war ein Kickstarter

Mit Lords of Hellas lassen wir uns in eine antike Sagenwelt entführen. Das komplexe Strategiespiel, das einer Kickstarter-Kampagne entstammt, ist alleine wegen der Miniaturen einen Blick wert.

Datenblatt zum Brettspiel Lords of Hellas

Verlag: Awaken Realms
Anzahl Spieler: 1 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Übersicht, Strategie, Gebiete erobern
Vergleichbar mit: Hyperborea, Scythe

Lords of Hellas: Ein Schwergewicht

Lords of Hellas bringt satte zweieinhalb Kilogramm auf die Waage und geizt nicht mit toller Optik. Der große, voll illustrierte Spielplan beeindruckt ebenso wie die zahlreichen Miniaturen. Vier Heldenfiguren, Armeen in vier Farben, sieben klassische griechische Monster wie die Hydra, der Cerberus oder die Medusa, drei riesige mehrteilige Götterstatuen, ein Spezialwürfel und hunderte von Karten und Markern kullern einem entgegen. Besonders interessant ist hierbei die Optik, denn hier hat man sich etwas besonderes einfallen lassen. Alle Figuren in Lords of Hellas kommen in einem futuristischen Technolook daher. Damit sind nicht nur Rüstungen und Waffen gemeint. Auch die Ungeheuer selbst sind Roboter anstatt Wesen aus Fleisch und Blut. Gewöhnungsbedürftig, aber dadurch nicht weniger beeindruckend und besonders für Figurensammler und Bemaler interessant.

Viele Wege führen nach Athen

Die Landkarte von Lords of Hellas zeigt eine phantastische Version des alten Griechenland mit Städten, Schreinen und drei Göttermonumenten. Mehrere farblich hervorgehobene Länder sind in mehrere Gebiete unterteilt, die jeweils als ein Feld gelten.

Jeder Spieler wählt einen Helden und eine Armeefarbe. Um Lords of Hellas zu gewinnen gibt es vier Möglichkeiten:

  • Man erobert zwei der farblich markierten Länder komplett, indem man alle dazugehörigen Gebiete kontrolliert.
  • Oder man tötet drei Monster.
  • Man kontrolliert fünf Gebiete mit einem Tempel.
  • Ein Göttermonument wurde komplett gebaut und man ist nach Ablauf von drei Runden derjenige, der es kontrolliert.

Ist man an der Reihe, kann man vier Aktionen in beliebiger Reihenfolge ausführen:

  • Artefakte aktivieren: Der Spieler verwendet beliebig viele seiner Artefakte. Diese Karten erhält man zum Beispiel als Belohnung für bekämpfte Monster.
  • Priester aussenden: Man kann einen eigenen Priester zu einem der Monumente setzen, um einen Bonus zu erhalten. Der fällt um so höher aus, je weiter das Monument gebaut ist, aber jedes Monument hat nur zwei Plätze für Priester.
  • Hopliten bewegen: Hopliten sind die Armeen der Spieler. Mit ihnen werden leere Gebiete erobert oder dem Nachbarn abgenommen.
  • Held bewegen: Der eigene Held wird auf der Landkarte bewegt oder schreitet bei einer Heldenaufgabe fort.

Die besondere Aktion in Lords of Hellas

Nach diesen Aktionen muss der Spieler eine besondere Aktion vornehmen. Diese wird danach markiert und ist für diesen Spieler vorerst nicht mehr wählbar.

  • Rekrutieren: Der Spieler stellt in jedes von ihm kontrollierte Gebiet, das eine Stadt enthält, zwei Hopliten.
  • Marschbefehl: Beliebig viele Hopliten können aus genau einem Gebiet in ein angrenzendes Gebiet bewegt werden.
  • Tempel errichten: Ein Schrein in einem Gebiet, das man kontrolliert, wird zu einem Tempel. Hat man fünf Tempel, gewinnt man das Spiel.
  • Vorbereiten: Eine flexible Aktion, mit der man den eigenen Helden heilen, Hopliten rekrutieren und Kampfkarten ziehen kann.
  • Machtübernahme: Wer das Ruhmesplättchen (eine Art „Gunst“) eines Landes besitzt, kann mit dieser Aktion ein Gebiet eines Gegners „stehlen“.
  • Jagd: Der Held greift ein Monster an, das sich auf seinem Feld befindet.
  • Monument errichten: Der Spieler steckt die nächste Stufe eines Monuments auf die dazu gehörige Figur. Dies bewirkt eine Art Reset: Alle Priester verschwinden aus den Monumenten, alle verwendeten Artefakte werden wieder nutzbar und ebenso alle markierten besonderen Aktionen. Zudem ist diese Aktion sehr mächtig, da der ausführende Spieler so viele Priester erhält, wie er Tempel besitzt.

Heldenhafte Kartenkämpfe

Monster und Heldenaufgaben sind einem bestimmten Gebiet zugeordnet. Die Aufgaben stellen hierbei zumeist Anforderungen an die Werte des Helden, die durch Priester in den Monumenten gesteigert werden können. Je besser die Werte, um so weniger Schritte bleiben bis zur Vollendung der Aufgabe. Als Belohnung winken starke Effekte, Armeen und Artefakte.

Monster werden mit einer Art Kartenspiel bekämpft. Der Held erleidet Schaden, der ihn zwar nicht töten kann, aber seine Handlungsmöglichkeiten auf der Landkarte einschränkt, bis er geheilt ist. Besiegt man das Monster, erhält man es als Trophäe. Doch auch ohne zu gewinnen kann man hier Belohnungen erhalten.

Kämpfe zwischen Armeen verwenden die selben Karten wie der Monsterkampf, laufen jedoch anders ab. Beide Seiten zählen ihre Hopliten und spielen dann abwechselnd Karten, bis beide Spieler passen. Die Karten erhören den Kampfwert der Armee und bringen andere Vorteile, doch mächtige Kampfkarten fügen nach dem Kampf der eigenen Armee Verluste zu! Ein schönes Feature, das diese starken Karten wieder ausbalanciert. Nach dem Kampf erleidet der Verlierer einen weiteren Verlust und zieht sich zurück. Der Gewinner verbleibt in dem Gebiet und übernimmt (oder behält) die Kontrolle.

Der Orakelspruch

Lords of Hellas ist umfangreich, komplex und vielschichtig. Gerade die zahlreichen Siegmöglichkeiten sorgen dafür, dass auch Spieler, die dem Sieg nah sind, auf der Hut sein müssen. Es fehlt nur noch ein Gebiet für das zweite komplette Land? Pech gehabt, gerade hat ein Mitspieler seinen fünften Tempel gebaut. Nächste Runde läuft der Countdown für den Monumentsieg ab?

Tja, aber Herkules hat gerade die Hydra getötet und damit drei Monstertrophäen. Neben den angesprochenen Regeln gibt es noch mehr, was in diesem vergleichsweise kurzen Review nicht erwähnt werden konnte: Monster haben Einfluss auf das Geschehen, bewegen sich und zerstampfen Armeen. Monumente geben ihrem Besitzer Artefakte, und so fort. Zuletzt seien noch die Regeln für das komplett unterschiedliche Solospiel erwähnt, das den rückseitigen Spielplan verwendet und den Spieler gegen die persische Invasion schickt.

Das Spiel ist für Hardcoregamer genau das Richtige, Gelegenheitsspieler könnten von der schieren Masse des Materials und der Möglichkeiten leider abgeschreckt werden.

Wecken Realms arloh001 Lords of Hellas, gemischte Farben
  • Betreten Sie das dunkle Zeitalter Griechenlands und schalten Sie die mächtigen Mächte der Götter frei
  • Mehrere Wege zum Sieg
  • 1 bis 4 Spieler
  • Geeignet für Kinder ab 14 Jahren
  • 60 bis 90 Minuten Spielzeit

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