Unendlich Deckkombinationen, unendlich Spaß? – Keyforge [Rezension]

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Bei Keyforge begeben wir uns in ein Universum, in dem der „Schmelztiegel“ der künstliche Planet im Zentrum ist. Architekten arbeiten an den zahlreichen Ebenen und mussten dafür viele verschiedene Welten plündern, um alle Ressourcen zusammen zu bekommen. Keyforge ist ein Kartenspiel, das nur für zwei Spieler gemacht ist. In diesem Duell liefert ihr euch ein Match und bedient euch dabei an Decks, die fast unendlich viele mögliche Zusammensetzungen liefern. In dem folgenden Artikel erkläre ich die Spielregeln von Keyforge und rezensiere das Spiel.

 

Datenblatt zum Kartenspiel Keyforge – Ruf der Archonten

Verlag: The Fantasy Flight Games
Anzahl Spieler: 2 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Decks aufbauen, kämpfen, Planen und Zufall
Vergleichbar mit: Pokémon Trading Card Game

 

Spielaufbau und Anfängerdecks bei Keyforge

Es gibt zwei verschiedene Decks im Kartenspiel Keyforge. Das sind die Anfängerdecks, mit denen man zunächst spielt, bevor man sich ins Spiel eingefunden hat und eigene Decks bauen kann. Eines der beiden Kartendecks ist das von „Onyx“ Censoris, das andere Deck gehört dem strahlendem „Argus der Erhabene“.

In jedem Kartendeck gibt es Avatarkarten. Avatare sind die Anführer des Kartendecks. Alle anderen Karten, die in dieses Deck gehören, haben den Namen des Avatars aufgedruckt. So können die Anfängerdecks von Keyforge nicht durcheinander kommen. Den Avatar legt jeder Spieler vor sich auf den Tisch, dann wird das Deck durchgemischt, und neben den Avatar gelegt.

Es gibt Schlüsselmarker, die ihr ebenfalls in die Spielerauslage legt. Sie bilden die gemeinsame Reserve auf dem Spieltisch. In dieser Reserve befinden sich außerdem AEmber-Marker, Schadensmarker und Statuskarten.

Der Spieler, der eine Partie Keyforge beginnt, zieht sieben Karten aus seinem Kartendeck. Der andere Spieler beginnt mit nur sechs Karten.

Jetzt kann Keyforge beginnen.

 

Die Karten in Keyforge

Die Karten in Keyforge haben unterschiedliche Funktionen und Fähigkeiten. Es gibt Aktionskarten, Artefakte, Kreaturen, und Aufwertungen.

Kreaturen sind diejenigen, die das Kartenspiel Keyforge tragen. Aus ihnen bekommst du AEmber, um deine Schlüssel zu schmieden, und kannst deinen Gegner bekämpfen. Auf dem Spieltisch gibt es eine sogenannte Schlachtreihe. Alle Kreaturen, die für dich in Keyforge in den Kampf ziehen, bilden diese Reihe. Immer, wenn du eine neue Kreatur ausspielst, muss sie an ein Ende gelegt werden. Hast du also beispielsweise zwei Kreaturen auf dem Spieltisch, kannst du eine neue Kreatur nicht zwischen die beiden, sondern nur rechts oder links davon hinlegen.

Kreaturen kommen immer im erschöpften Zustand in das Spiel. Sollte eine deiner Kreaturen sterben, schließen die Kreaturen links und rechts von ihr die Lücke. Somit ist gewährleistet, dass immer eine dichte Schlachtreihe besteht.

Wenn eine Aktionskarte gespielt wird, tritt der Effekt der Karte sofort ein. Danach wandert die Aktionskarte auf den Ablagestapel.

Wenn du ein Artefakt ausspielst, kannst du es in den Spielbereich liegen und damit deine Kreaturen ausrüsten. Wichtig ist bei Artefakten, dass sie (wie Kreaturen) immer im erschöpften Zustand ins Spiel kommen.

Aufwertungen sind direkt für Kreaturen gedacht. Sie sorgen dafür, dass eine Kreatur besser wird. Wenn du eine Aufwertung ausspielen möchtest, legst du sie leicht überlappend unter deine Kreatur. Somit erlernt eine Kreatur neue Fähigkeiten und wird stärker im Spiel.

 

Fünf Schritte zum Spielzug

Keyforge – Ruf der Archonten von The Fantasy Flight Games wird so lange gespielt, bis ein Spieler drei Schlüssel geschmiedet hat. Jeder Zug besteht aus fünf Schritten.

 

Schritt 1: In diesem Schritt wird ein Schlüssel geschmiedet. Das ist zu Beginn des Spiels nicht möglich, aber sobald du genug AEmber eingesammelt hast, kannst und musst du es in diesem Schritt tun.  Sechs AEmber ergeben einen Schlüssel. Pro Zug darf maximal ein Schlüssel geschmiedet werden. Hast du nicht genug AEmber (wie zu Beginn des Spiels), so gehst du sofort zu Schritt 2 über.

Schritt 2: Dein Kartendeck ist in drei Fraktionen aufgeteilt. Wähle jetzt eine der drei Fraktionen. Sie ist jetzt die aktive Fraktion für den Rest des Zuges. Diese Wahl sorgt dafür, dass Keyforge ein abwechslungsreiches und mitunter schwieriges Spiel ist, da nur die Karten der aktiven Fraktion im folgenden Zug verwendet werden können.

Schritt 3: In diesem Schritt von Keyforge spielt der Spieler Karten aus. Er darf Karten in beliebiger Reihenfolge spielen und auch so viele Karten spielen wie er möchte. Im ersten Zug darf der Spieler allerdings nur eine Karte der aktiven Fraktion ablegen oder ausspielen.

Schritt 4: Erst jetzt dürfen erschöpfte Karten bereit gemacht werden. Dieser vierte Schritt unterscheidet Karten, die quer oder gerade auf dem Spielfeld legen liegen. Jede Karte kann entweder spielbereit oder erschöpft sein. Ist sie erschöpft, so liegt die Karte um 90° gedreht. Verwendet werden können Karten nur, wenn sie gerade, also hochkant vor dir liegen.

Schritt 5: Der fünfte und letzte Schritt deines Spielzuges ist, Karten nachzuziehen. Jeder Spieler darf am Ende seines Zuges sechs Handkarten haben. Ziehe so viele Karten, bist du wieder sechs Karten auf der Hand hast. Wenn du an dieser Stelle genügend AEmber hast, um in deinem nächsten Zug einen Schlüssel zu schmieden, musst du das deinem Mitspieler jetzt mitteilen. Laut Spielregeln wird hier „Check!“ gesagt.

 

Hast du den fünften Schritt vollzogen, beginnt der nächste Zug: dein Mitspieler ist dran.

 

Kämpfe und Aktionen in Keyforge

Du weißt jetzt, welche Kartenarten es gibt und in welchen fünf Schritten jeder Zug durchgeführt wird. Wichtig ist noch, wie Aktionen und Kämpfe in Keyforge funktionieren.

Jede Kreatur deiner Fraktion kann AEmber ernten oder deinen Gegner angreifen. Wenn die Kreatur AEmber geerntet hast, ist sie anschließend erschöpft. Gleiches gilt für einen Angriff: Du hast also die Wahl, eines von beidem zu tun.

AEmber, das du erntest, wandert aus der allgemeinen Reserve in deinen Vorrat.

Willst du kämpfen, wählst du eine Kreatur deines Gegners als Ziel deines Angriffes. Deine Kreatur greift diese an und richtet Schaden entsprechend ihrer Stärke an. Der Kampfschaden für deinen Gegner ist so hoch wie der Stärke Wert deiner Kreatur. abzüglich des Verteidigungswertes des Gegners. Der Stärkewert einer Karte ist links mit einem roten Fleck hinterlegt notiert. Auf der rechten Seite steht der Wert der Rüstung. Der Rüstungswert wird gegen den Stärkewert verrechnet.

Hast du Schaden zugefügt, legst du die roten Schadensmarker auf die Karte deines Gegners. Hast du einer Kreatur genug Schaden zugefügt, sodass sie stirbt, wird sie auf den Ablagestapel ihres Besitzers gelegt. Die Schadensmarker kommen dann zurück in den Vorrat.

Kämpfe und Aktionen funktionieren nicht sofort!

Karten kommen, wenn sie ausgespielt werden, erschöpft ins Spiel. Damit sie erst ausgezogen werden ausgespielt werden, und erst in der nächsten Runde angreifen können. Neue Kreaturen sind also zunächst verletzlich. Du musst dir gut überlegen, wann du welche Kreatur ausspielen möchtest, und ob es riskant oder sicher ist.

 

Keyforge gewinnen

Die unterschiedlichen Karten in Keyforge haben unter Umständen einen AEmber Bonus. Oben links steht mit ein mit einem goldenen Symbol markierter Bonus. Wenn du Karten mit AEmber-Bonus ausspielst, bekommst du sofort entsprechend viel AEmber. Das kommt in deinen Vorrat und wartet dort darauf, bist du mindestens sechs AEmber gesammelt hast.

Gewonnen hat das Spiel, wer drei Schlüssel geschmiedet hat. Das kostet einen Gegenwert von 18 AEmber.

 

Fazit

Das Kartenspiel Keyforge – Ruf der Archonten ist irgendwie durchwachsen. Es gibt mehr als 350 verschiedene Karten. Dadurch ist es nicht nötig und auch nicht möglich, hier alle möglichen Karten, Kreaturen, Fähigkeiten und Aktionen aufzuzählen und genauer zu erläutern. Unterm Strich erscheint mit Keyforge wie eine Neuadaption des früher sehr beliebten Pokémon Kartenspiels. Das ist auch der Grund, warum ich ein paar Probleme mit dem Spiel habe, denn ich habe keinen Bezug zu den einzelnen Kreaturen.

Nach einer ersten Runde weiß man nicht, wer wie gegen wen kämpfen soll. Ich denke, man muss sich mit Keyforge auskennen und die Karten gut kennen, um eine Leidenschaft zu entwickeln. Erst, wenn man diese Leidenschaft hat, möchte man sich ein eigenes Deck zusammenstellen und ist bereit, sich mit aktiven Fraktionen, erschöpften Karten, der einheitlichen Schlachtreihe und dem AEmber auseinander zusetzen.

Ich mag die Art, wie sich Keyforge spielt. Erschöpfte Karten, unterschiedliche Ausrüstungen und Aufwertungen. Das Kampfprinzip gefällt mir sehr. Aber die bereits genannten negativen Punkte und die Tatsache, dass mich die Story kein Stück erreicht, lassen mich etwas enttäuscht zurück. Hol dir Keyforge und finde selbst heraus, ob das Spiel etwas für dich ist.

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