Prost und Amen – Heaven & Ale [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Ab ins Kloster! In Heacen & Ale seid ihr Mönche und baut euren Klostergarten aus. Im Klostergarten kann man Bier brauen, und ihr werdet jede Menge Ressourcen zu managen haben.

  • Fässer voller Bier bringen am Ende die Siegpunkte
  • Die Aktionen, die du ausführst, kannst du dir selbst aussuchen, und zwar auf einer Runde, in der es nicht möglich ist, zurückzugehen. Wähle also weise!
  • Es gibt Fassfelder, Mönchsfelder, Wertungsscheibenfelder und Aktionsfelder



In Heaven & Ale seid ihr Mönche und wetteifert um Plättchen, die euren Klostergarten optimieren. Dabei müssen die Spieler ständig die Balance halten zwischen ihren Aktionsmöglichkeiten. Gewonnen hat, wer beide Fortschrittsmöglichkeiten weit nach vorne treibt und gutes Bier herstellt. In diesem Artikel möchte ich Heaven & Ale für euch erklären und bewerten.

Datenblatt zum Brettspiel Heaven & Ale

Verlag: Pegasus Spiele
Anzahl Spieler: 2 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Alles im Blick behalten, Ressourcenmanagement, verschachtelte Bedingungen im Spielverlauf
Vergleichbar mit:

Das Inventar von Heaven & Ale

Heaven & Ale von Pegasus Spiele hat einen großen Spielplan, der die Bewegungen der Spielfiguren anzeigt. Kernelement des Spiels sind allerdings die vier Klostergärten, wovon jeder Spieler einen vor sich liegen hat.

Um Heaven & Ale zu spielen, gibt es 100 Rohstoffplättchen der Rohstoffe Holz, Hopfen, Gerste, Hefe und Wasser (na, was braut man wohl daraus?) sowie 49 Scheunenplättchen in fünf Größen und 24 Mönchsplättchen.

Außerdem gibt es insgesamt 12 Fässer, die je nach der Seite des Plättchens große Fässer oder kleine Fässer sind. In der Spielebox enthalten sind dazu noch 20 Privilegkarten, vier Spielfiguren in den Farben rot, blau, schwarz und gelb, vier Braumeister in den Spielerfarben, 20 Rohstoffmarker sowie 36 Wertscheiben.

Die Währung in Heaven & Ale sind die Dukaten. Sie gibt es als Münzen und Scheine in den Werten 1, 5 und 10.

Um Heaven & Ale vorzubereiten, bekommt jeder Spieler zunächst seinen Klostergarten und fünf Privileg-Karten sowie eine Spielfigur und 25 Dukaten. Der Hauptspielplan ist das sogenannte Braumeister-Feld. Hier setzt jeder Spieler den Braumeister in seiner Spielerfarbe hin. Zuletzt bekommt jeder Spieler je einen Rohstoffmarker jeder Farbe, sodass jeder Spieler Holz, Hopfen, Gerste, Hefe und Wasser in Form eines Holzmarkers hat. Lege diese Rohstoffmarker auf die Startfelder deiner Produktionsleiste.

Der allgemeine Vorrat von Dukaten und Scheunen gehört offen neben das Spielbrett. Die Mönchsplättchen und Rohstoffplättchen werden nach ihrer Rückseite in „I“ und „II“ aufgeteilt und unter Ihresgleichen gemischt. Auf dem Hauptspielplan befinden sich Rohstoff-Felder. Hierauf legt ihr 15 Rohstoffplättchen offen hin, die eine „I“ auf der Rückseite haben.

Stattet anschließend die Wertungsscheibenfelder und Fass-Felder aus, und schon kann Heaven & Ale losgehen!  

Wie spielt man Heaven & Ale?

Das Brettspiel Heaven & Ale wird im Spiel zu zweit über drei Runden gespielt. Spielt ihr zu dritt, dauert eine Partie vier Runden, und wenn ihr zu viert spielt, dauert Heaven & Ale sechs Runden.

Die Aktionsfelder

Der Startspieler beginnt und kann in seinem Spielzug so viele Aktionsfelder vorwärts gehen, wie er möchte. Dabei darf er aber nicht den Startbereich überrunden. Er sucht sich also ein Aktionsfeld aus, bleibt dort mit seiner Spielfigur stehen und kann eine von vier Aktionen ausführen.

Landet er auf einem Rohstoff-Feld, muss der Spieler an dieser Stelle ein Rohstoff-Plättchen kaufen. Wenn mehrere Rohstoffplättchen auf dem Rohstoff-Aktionsfeld liegen, darf der Spieler auch mehr als ein Plättchen kaufen. Bezahle in Dukaten und nimm dir die Rohstoffe, die du soeben erworben hast. Rohstoffe kosten, je nach dem, wo du sie in deinem Klostergarten platzieren möchtest, unterschiedlich viel, also plane gut voraus!

Wenn du auf einem Mönchsfeld landest, kannst du dir ein Mönchsplättchen nehmen. Natürlich hat auch das seinen Preis, und das musst du entsprechend bezahlen. Lege dein Mönchsplättchen in den Klostergarten. Auch hier gibt es unterschiedliche Kosten für die Sonnen- und die Schattenseite deines Klostergartens.

Auf einem Wertungsscheibenfeld musst du dir einen Wertungsscheibenmarker nehmen und diesen auf einem Erntefeld in deinem Klostergarten platzieren. Dadurch wird der Klostergarten gewertet. Suche dir nun eine Zahl zwischen 1 und 5 aus. Bei der Wertung aktivierst du alle Rohstoffplättchen mit derselben Ertragszahl. Rohstoffplättchen auf der Schattenseite werden sofort in Dukaten verwandelt. Rohstoffe auf der Sonnenseite sorgen dafür, dass du deinen Rohstoffmarker auf der Produktions-Skala ziehen darfst.

Auf einem Fass-Feld kannst du deine Ziele überprüfen und Fässer erhalten. Auf dem Hauptspielplan gibt es einige Spielziele, die in Form von Fässern dargestellt werden. Sie zeigen quasi Aufgaben, die du erfüllt haben musst, um dir ein Fass nehmen zu dürfen. Bist du auf einem Fass-Feld gelandet, darfst du dir alle Fässer nehmen, deren Aufgabe du erfüllt hast. Ein kleines Fass bringt zwei Siegpunkte, ein großes Fass bringt dir vier Siegpunkte am Ende des Spiels.
Die Aufgaben der Fässer sind beispielsweise „Dein Braumeister hat das Produktionsfeld mit der Nummer 1 erreicht“ oder „Du hast eine Wertungsscheibe auf jedem deiner 5 Rohstoff-Erntefelder liegen“ oder etwa „Du hast auf jedem der 15 Felder der Schattenseite deines Klostergartens ein Rohstoff- oder Mönchsfeldplättchen liegen“.

Scheunenplätze

Wenn du mit deinen Rohstoffplättchen und Mönchsplättchen einen Scheunenplatz vollständig umschließt, ihn also mit insgesamt sechs Plättchen umkreist hast, kannst du die Ertragszahlen all dieser Plättchen zusammenzählen. Dieser Wert ist dein Scheunenertragswert. Je nach dem, wie hoch dieser Wert ist, erhältst du Belohnungen.

Bei einem Scheunenertragswert von 0 bis 7 muss dein Braumeister sich um sechs Felder auf der Braumeister-Leiste vorwärts bewegen. Liegt dein Scheunenertragswert zwischen 8 und 11, bewegt sich der Braumeister um drei Schritte und du aktivierst ein beliebiges direkt an die Scheune angrenzendes Plättchen. Sind es 12 – 17 Punkte, kannst du zwei gegenüberliegende Plättchen sofort aktivieren, und dein Braumeister bewegt sich um einen Schritt. Bei 18 – 25 Scheunenertragspunkten kannst du drei Plättchen, die nicht nebeneinander, aber um die Scheune herum liegen, sofort aktivieren. Dein Braumeister bewegt sich wieder um ein Feld nach vorne. Sobald du mehr als 24 Scheunenertragswert hast, kannst du vier beliebige direkt angrenzende Plättchen aktivieren. Dein Braumeister bewegt sich nicht.

Die nächste Runde vorbereiten

Am Ende einer jeden Runde müssend die Braumeister zurück in den Startbereich. Bereitet nun den Hauptspielplan für die nächste Runde vor: Dazu füllt ihr die Mönchsfelder nicht nur nach, sondern legt auch auf jedes Mönchsfeld, das noch belegt ist, ein weiteres Mönchsplättchen. Auch jedes Rohstoff-Feld erhält ein neues Rohstoffplättchen. Wenn die Plättchen mit der Nummer „I“ aufgebraucht werden, werden ab jetzt die mit der „II“ verwendet.

Die Wertungsscheibenfelder werden allerdings nur aufgefüllt, wenn sie leer waren. Es ist nicht möglich, dass zwei Wertungsscheiben aufeinander liegen. Das geschieht nur im Spiel zu zweit oder zu dritt, wenn die letzte Runde beginnt.

Heaven & Ale gewinnen

Nachdem alle Runden vorüber sind, kommt es zum Spielende.

Zunächst schaut jeder Spieler, auf welchem Feld sein Braumeister steht. Das Feld bringt den ein oder anderen Siegpunkt und hat einen entsprechenden Umtauschwert. Wie genau das geht, ist auf dem entsprechenden Feld neben deinem Klostergarten erklärt.

Für deine Dukaten kannst du jetzt Boni erhalten. Zahle alle deine Dukaten in den Vorrat ein. Für 10 Dukaten darf ein Rohstoffmarker deiner Wahl ein Feld nach vorne gezogen werden.

Schaue nun, auf welchem Feld sich dein niedrigster Ressourcenmarker befindet. Das Produktionsfeld, auf dem der Marker steht, hat eine Zahl. Multipliziere diese Zahl mit dem Siegpunktwert, den dein Braumeister zuvor hervorgebracht hat.

Jetzt zählst du zu deinen bisherigen Siegpunkten alle Siegpunkte, die du durch deine gesammelten Fässer errungen hast.

Einen zusätzlichen Siegpunkt gibt es, wenn deine Spielfigur auf dem „Nächster Startspieler“-Feld steht.

Gewonnen hat, wer die meisten Siegpunkte hat.

Fazit zu Heaven & Ale

Das Brettspiel Heaven & Ale von Pegasus Spiele lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Ich habe Himmel und Hölle durchgemacht, als ich dieses Spiel gespielt habe. Insgesamt bin ich zu dem Fazit gekommen, dass Heaven & Ale viel will, aber dabei zu viel will. Das Thema ist meiner Meinung nach nicht authentisch genug rübergebracht. Mir gefällt der Klostergarten nicht, und auch nach der ersten Testrunde konnte ich noch immer kaum etwas mit Privilegkarten oder Scheunenplättchen anfangen. Daran ist meiner Meinung nach auch die Spielanleitung schuld. Sehr viel Infos, sehr viele Variablen, kein klarer roter Faden.

So empfinde ich Heaven & Ale insgesamt: Es hat für mich keinen roten Faden, kein direktes Ziel, an das ich mich klammern kann, wenn ich eine Partie mit Freunden beginne. Es sind zu viele Symbole, zu viele Marker. Hier ein bisschen, da ein bisschen, dann noch die Dukaten dazu, und das Thema „Ale“ bzw. „Bier“ oder „Brauerzeugnis“ ist im Spielverlauf absolut untergegangen.  Es tut mir im Herzen weh, das zu sagen, aber: Heaven & Ale hat mir keinen Spaß gemacht.

Sehr positiv aufgefallen ist mir aber, dass Heaven & Ale funktioniert. Ich hätte es niemals besser machen können. Das Balancing funktioniert, und man rafft doch irgendwie, was zu tun ist, damit man das Spiel gewinnen kann. Meiner Meinung nach hätte es einfacher gehen können – aber das ist ein klarer Fall von „große Klappe und nichts dahinter“. Ich habe trotz allem großen Respekt vor den Entwicklern und möchte dir Heaven & Ale auf gar keinen Fall madig machen!

Wenn du glaubst, Heaven & Ale und könnte dir gefallen, kauf dir unbedingt das Spiel und teste es selbst aus!

Angebot
Pegasus Spiele 54544G - Heaven and Ale (eggertspiele)
  • Spieleranzahl: 2 - 4 Spieler
  • Spieldauer: 90 Minuten
  • Altersangabe: ab 12 Jahren
  • Art: Brettspiel
  • Spielzeug

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