Karma oder Schnelligkeit? – Gipfel [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

In Gipfel erklimmen die Spieler zusammen einen Berg. Es gibt Camps, in denen sie sich ausrüsten können, sie brauchen Nahrung, Wasser und Geräte, um vorwärts zu kommen.

  • Gipfel ist ein Spiel für 1 – 5 Spieler
  • Es geht nicht nur darum, den Gipfel zu erreichen. Ihr müsst auch lebendig wieder zurückkommen!
  • Hilfst du deinen Konkurrenten, gibt es Karma-Punkte. Also, echt jetzt!



Im Brettspiel „Gipfel“ wollen die Spieler von ihrem Camp aus bis auf den Gipfel des Berges und anschließend wieder heil ankommen. Das Spiel wird durch Karma-Karten, Ereignisse, das Wetter und den Blizzard beeinflusst. Die Spieler haben dabei individuelle Eigenschaften, Fähigkeiten und Handicaps, die sich auf Größe, Gewicht und Alter beziehen. Ein sehr individuelles Spiel, das auf lange Zeit sehr viel Spaß machen kann. In diesem Artikel erkläre und rezensiere ich das Brettspiel Gipfel.

Datenblatt zum Brettspiel Gipfel

Verlag: Schwerkraft Verlag
Anzahl Spieler: 1 – 5 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Benötigte Ausrüstung vorausplanen, Gegnern helfen oder negativ beeinflussen, Wege zurücklegen und überleben, Glück
Vergleichbar mit: Berge des Wahnsinns

Eine Partie Gipfel vorbereiten

Das Kartenspiel Gipfel hat einen kompetitiven und einen komparativen Spielmodus. Du kannst es also gegen die anderen Spieler spielen, und zwar mit Konkurrenz oder Kooperation. Ich rezensiere Gipfel in dieser Rezension mit dem kompetitiven Spielmodus. Die beiden Spielmodi befinden sich auf dem Hauptspielplan. Jede Seite ist für einen Spielmodus gedacht.

Auf dem kompetitiven Hauptspielplan von Gipfel gibt es verschiedene Positionen je nach Schwierigkeitsstufe. Der Gipfel befindet sich immer auf der höchsten Stufe. Aber von wo aus ihr startet, kann sich je nach Schwierigkeitsgrad verändern, und auch das Zwischenlager kann sich woanders befinden.

Wenn du mit vier oder mehr Spielern spielst, gibt es zwei Zwischenlager und zwei Basen, von denen aus die Spieler ihren Weg zum Gipfel starten. Spielt ihr nur zu dritt, braucht ihr je eines dieser Camps.

Auf der linken Seite des Hauptspielplans gibt es die Blizzard-Leiste. Sie entscheidet, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Mitspieler den Abstieg lebendig meistern.

Auf der rechten Seite gibt es außerdem eine Karma-Leiste. Jeder Spieler beginnt bei 5 Karma-Punkten mit seinen Karma-Markern. Karma entspricht am Ende des Spiels den Siegpunkten, und im Spielverlauf sorgt es dafür, dass man sich gegenseitig hilft.

Die Spielertableaus

Jeder Spieler hat ein Spielertableau. Auf den Tableaus hat jeder Spieler einen Charakter, dessen Alter, Größe und Körpergewicht auf der linken Seite unter dem Bild dargestellt sind. Jeder Charakter hat außerdem eine Fähigkeit.

So kann Cassey beispielsweise Nahrung in Sauerstoff umwandeln. Das ist sinnvoll, da Nahrung weniger wiegt als Sauerstoff.

Joseph kann Essen ausgeben, um Lebenspunkte zurückzubekommen. Außerdem kann niemand seine Nahrungsvorräte beeinflussen.

Connor hat die Fähigkeit, ein Essen weniger auszugeben, wenn der Wetter-Würfel verlangt, dass die Spieler Nahrung ausgeben.

Auf den fünf Leisten der Spielertableaus siehst du, welche variablen Eigenschaften jeder Spieler hat. Mit dem grünen, transparenten Marker markiert jeder Spieler, wie seine Stats an diesen Punkten aktuell im Spiel aussehen.

Die fünf Leisten bezeichnen:

  • Nahrungsvorrat
  • Sauerstoff-Vorrat
  • Gesamtgewicht
  • Lebenspunkte
  • Geschwindigkeit

Zu Beginn steht bei jedem Spieler die Anzeige auf der Anzeige, die am weitesten links steht.

Außerdem erhält jeder Spieler drei Gegenstandskarten, drei Bergteile mit Seilen und vier Karma-Karten.

Gegenstände und Gewicht

Gegenstände in Gipfel haben meistens ein Gewicht. Das ist oben links aufgedruckt. Zu Beginn des Spiels darf jeder Spieler entscheiden, wie viele seiner Gegenstände er mitnehmen möchte. Er kann keinen, einen oder zwei der drei Gegenstände mitnehmen. Die Gegenstände ermöglichen beispielsweise, dass die Spieler schneller gewisse Hindernisse überwinden können oder ihre Geschwindigkeit bei Eis-Bergteilen erhöhen. Ihr könnt durch Gegenstände außerdem beispielsweise Hindernisse vom Spielplan entfernen, Krankheiten heilen, zusätzliche Karma-Karten erhalten, weitere Gegenstände erhalten oder negative Effekte ignorieren.

Aber das Gewicht der Gegenstände, die ihr mit auf dem Weg zum Gipfel mitnehmt, muss auf dem Spielertableau markiert werden. Die Gewichtsleiste muss entsprechend der Gewichtsangabe der ausgerüsteten Gegenstände erhöht werden. Pro Gewichtssymbol schiebt ihr euren Gewichtsmarker um ein Feld weiter nach rechts. Überquert der Gewichtsmarker ein Geschwindigkeitssymbol, musst du den Geschwindigkeits-Marker um ein Feld nach rechts bewegen. Dein Gepäck ist also so schwer, dass du langsamer wirst.

Im Laufe des Weges braucht jeder Spieler Nahrung und Sauerstoff. Am Anfang darf jeder Spieler Nahrung und Sauerstoff einladen. Für die ersten Spiele empfiehlt es sich, die Vorräte mitzunehmen, die in der Spielanleitung stehen. Jedes Mal, wenn du mit deinem Sauerstoff- oder Nahrungs-Marker über ein Gewichts-Symbol kommst, musst du das Gewicht erhöhen. Und natürlich musst du hierbei die Geschwindigkeit verringern, wenn du mit dem Gewicht über das entsprechende Geschwindigkeitssymbol kommst.

Karma-Karten

Mit Karma-Karten kannst du andere Mitspieler positiv oder negativ beeinflussen. Es gibt oben links auf den Karten dazu entweder einen Heiligenschein oder einen Dreizack sowie eine Zahl, die sagt, ob dein Karma steigt oder fällt, wenn du diese Karte verwendest.

Auf den Karma-Karten steht außerdem, was sie beeinflussen und wann du sie verwenden kannst.

Sie können beispielsweise dafür sorgen, dass der Ereigniswürfel in einer Runde nicht geworfen wird, oder dass jemand neue Nahrung erhält, obwohl er mitten in den Bergen unterwegs ist. Man kann seine Mitspieler aber auch behindern und verlangsamen.

So wird Gipfel gespielt

Mir persönlich hat das Vorbereiten allein schon Spaß gemacht. Man ist von Anfang an im Spiel drin, aber jetzt geht es erst los!

Der Spieler mit der höchsten Geschwindigkeit beginnt das Spiel.

Der Startspieler hat drei Möglichkeiten in jedem Zug: Er kann sich bewegen, oder ruhen, um neue Bergteile zu ziehen oder um negative Marker loszuwerden.

Nachdem er eine dieser drei Aktionen getätigt hat, kann er eine Karma-Karte ziehen und muss den Ereignis- und Wetterwürfel würfeln. Der Startspielermarker wird weitergegeben.

Wenn der Spieler sich in einem Camp befindet, kann er auf seinen kompletten Zug verzichten. Er kann dann Essen, Sauerstoff oder beispielsweise Lebenspunkte nachfüllen.

Es gibt braune Bergteile, auf der die Spieler in normaler Geschwindigkeit unterwegs sind. Die gelben Bergteile sind genauso schnell wie die braunen Teile, aber sie kosten Sauerstoff. Es gibt Eis-Bergteile, auf denen die Spieler langsamer unterwegs sind. Die Geschwindigkeit wird in Form von Knoten angegeben. Jeder Schritt, den ein Spieler laut seinem Spielertableau machen kann, ist ein Knoten.

Am Ende jedes Zuges darf der Spieler seine Bergteile aus dem allgemeinen Vorrat nachfüllen.

Auf diese Weise arbeiten sich die Spieler ihren Weg nach oben.

Der Ereigniswürfel und der Wetterwürfel

In jedem Spielerzug werden die beiden Würfel einmal geworfen.

Ist das Ergebnis des Ereigniswürfels positiv (also nicht leer), zieht der Spieler eine Eventkarte. Dadurch geschehen meist negative Auswirkungen auf die Spieler, die das Spiel erschweren und die Charaktere schwächen. Ereignisse betreffen alle Spielerinnen und Spieler.

Der Wetterwürfel hat ebenfalls negative Auswirkungen, die den derzeit aktiven Spieler betreffen. Er entscheidet darüber, wie viel Nahrung ein Spieler verbraucht. Bei einer Schneeflocke verbraucht ein Spieler eine Nahrungseinheit. Bei Sonne keine, bei zwei Schneeflocken zwei und beim Blizzard wird der Blizzard-Marker auf der Leiste angehoben. Jeder Spieler muss anschließend bezahlen, was der Blizzard fordert: Nahrung und Sauerstoff.

Fazit zu Gipfel

Ich vergöttere die Spielertableaus! Hut ab, das ist wirklich eine absolut geniale Sache. Ich bin total begeistert, wie variabel die unterschiedlichen Charaktere sind. Es ist realistisch, dass eine zierliche Dame bei mehr Gewicht weniger Geschwindigkeit hat. Die Leisten und Effekte von Vorräten und Gegenständen auf Geschwindigkeit und Gewicht ist mein Highlight beim Brettspiel Gipfel.

Wie die Bergteile ausgespielt werden, die Bewegungsgeschwindigkeit durch die unterschiedlichen Knoten und die gesamte Spielmechanik hat mich in den Bann des Brettspiels Gipfel gezogen. Ich würde sagen, hier wurde ein Spiel gezaubert, das ich mal wieder ein paar Wochen durchsuchten möchte, weil ich so begeistert bin. Es ist komplex und dennoch leicht erklärt und macht Spaß: Heute, morgen, in drei Monaten. Das wird ein Langzeit-Klassiker für mich.

Summit: The Board Game
  • Gebundene Ausgabe
  • Martin Secker & Warburg Ltd

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