Kniffel, Bingo und viele bunte Farben – Ganz schön clever [Rezension]

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Ganz schön clever ist ein Würfelspiel, das Kniffel auf ein neues Level hebt. Die sechs Würfel haben unterschiedliche Farben und werden entsprechend in eigene Farbfelder eingetragen. Jedes der Farbfelder hat unterschiedliche Regeln, die die Reihenfolge der zu erreichenden Augenzahlen bestimmt. Außerdem gibt es aktive und passive Spieler: Somit wird „Ganz schön clever“ von Schmidt Spiele wild und spannend und kurzlebig. Alles Weitere erfährst du jetzt in meiner Rezension.

Datenblatt zum Würfelspiel Ganz schön clever

Verlag: Schmidt Spiele
Anzahl Spieler: 1 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Herausforderungen: Entscheidungen treffen, Glück
Vergleichbar mit: Kniffel

 

Das Spielprinzip von Ganz schön clever

In „Ganz schön clever“ rollen die Würfel! Das Spiel ist als Solitärvariante spielbar, aber in der Gruppe sammeln bis zu vier Spieler so viele Punkte wie möglich. Dabei spielt man nicht für sich wie beim Kniffel und empfindet maximal Schadenfreude über die anderen, nein! Die Würfel der Mitspieler dürfen nicht aus den Augen gelassen werden.

Zu Beginn des Spiels bekommt jeder ein Wertungsblatt. Auf den ersten Blick sieht das ein bisschen kompliziert aus. Aber „Ganz schön clever“ ist ganz schön einfach! Jeder Würfel hat eine andere Farbe. Es gibt die Farben blau, grün, weiß, lila, orange und gelb. Fünf der sechs Farben – also alle außer weiß – haben ein eigenes Feld. Die Zahlen in den Feldern sollen wie beim Kniffel erreicht werden.

„Ganz schön clever“ spielt ihr aber nicht nur mit Wertungsblatt und Würfeln. Es gibt noch ein Silbertablett, das in der Mitte des Spieltisches steht oder wahlweise rumgereicht werden kann.

Damit kann „Ganz schön clever“ auch schon beginnen.

 

Der Spielablauf von Ganz schön clever

Die Spielrunde beginnt damit, dass jeder Spieler seine aktuelle Rundenzahl auf dem Wertungsblatt  abstreicht. Somit ist im Spielverlauf dauerhaft zu sehen, wo man sich befindet.

Eine Runde wird so gespielt, dass der aktive Spieler reihum seinen Zug macht. Alle anderen sind die passiven Spieler und haben auch etwas zu tun. Somit kommt keine Langeweile auf, wenn man als Letztes am Zug ist. Im Gegenteil!

Der aktive Spieler

Der aktive Spieler beginnt „Ganz schön clever“ mit einem Würfelwurf. Er wirft alle sechs Würfel und sucht sich einen davon aus. Diesen legt er auf eines der drei Würfelfelder oben links auf dem Wertungsblatt. Den Wert, den der aktive Spieler geworfen hat, trägt er ein.

Der aktive Spieler hat nun also einen Würfel ausgewählt, den er für sich in die Wertung übernimmt. Alle Würfel, die eine geringere Augenzahl haben, legt der Spieler jetzt auf das Silbertablett. Würfel auf dem Tablett darf der aktive Spieler nicht mehr nutzen.

Nun würfelt der aktive Spieler in „Ganz schön clever“ die verbleibenden Würfel noch einmal. Er sucht sich wieder einen Würfel aus, legt alle niedrigeren auf das Würfeltablett und wiederholt das gegenenfalls ein drittes Mal, falls seine bisherigen Entscheidungen das von der Würfelzahl her ermöglichen.

Somit kann der aktive Spieler in seinem Zug bis zu drei Werte eintragen. Beim Eintragen der Ergebnisse ist aber Vorsicht geboten!

 

Die farbigen Würfelfelder

Der weiße Würfel darf als jede beliebige Farbe eingetragen werden.

Mit dem grünen Würfel bewegen wir uns in den möglichen Ergebnissen von links nach rechts. Hier darf kein Feld übersprungen werden. Die Augenzahl, die du eintragen willst, muss mindestens so hoch wie der Wert auf der Skala sein. Auch hier zeigt die Skala die Punkte an.

Der lila Würfel wird ebenfalls wie die grüne Skala notiert. Die aufeinanderfolgenden Werte müssen immer größer sein als der Wert davor. Trägst du eine 6 ein, darf danach aber jede beliebige Zahl kommen.

Der gelbe Würfel kann frei in den gelben Bereich eingetragen werden. Jede Zahl kommt dabei zwei Mal vor. Pro Wurf darf der aktive Spieler aber nur ein Mal die gleiche Zahl ankreuzen. Zwei Mal hintereinander die gelbe 4 ist also nicht möglich. Dazwischen muss eine vollständige Runde vergehen, wenn er die Zahl als aktiver Spieler erreichen will. Ist er Spieler nicht mehr dran, kann er die Zahl als passiver Spieler erreichen. Dazu aber gleich mehr.

Ist eine Spalte im gelben Wurfbereich komplett, umkreist der Spieler die Punkte und kann Boni einlösen. Das ist ein kleines Bingo mitten im kniffelähnlichen Spiel. Eine nette Idee!

Der blaue Würfel wird immer mit dem weißen Würfel addiert. Dabei ist es unerheblich, wo sich der weiße Würfel gerade befindet: Auf dem Tablett, auf den aktiven Würfelfeldern oder auf dem Tisch, wo die Zahl gerade frisch gewürfelt wurde. Gleiches gilt, wenn der weiße Würfel als Joker ins Blaue Feld eingetragen wird. Dann addiert man den blauen zum weißen Würfel hinzu. Der blaue Würfel zählt in diesem Fall also vorübergehend als weißer Jokerwürfel.

Dadurch kann der aktive Spieler zwei Einträge im blauen Feld während seines Zuges machen. Am Ende des Spiels zählen die gemachten Kreuze im blauen Feld. Sie werden auf der Skala eingetragen und zeigen die erhaltenen Punkte.

Im orangenen Feld gibt es keine Einschränkungen. Dafür gibt es Spezialfelder. Hier werden alle Punkte zum Schluss addiert.

 

 

Passive Spieler in „Ganz schön clever“

Passive Spieler sind an der Reihe, wenn der aktive Spieler seinen Zug beendet hat. Der Zug der passiven Spieler geschieht also zwischen den Aktionen zweier aktiver Spieler. Sie wählen einen Würfel vom Silbertablett aus und tragen ihn ins entsprechende Farbfeld auf ihrer Wertungskarte ein. Dafür müssen die passiven Spieler immer am Ball und nicht zuletzt ganz schön clever sein 😉

Beim Zug der passiven Spieler bleiben die Würfel auf dem Tablett liegen. Es ist möglich, dass mehrere Spieler denselben Würfel wählen.

Kann ein passiver Spieler keinen würfel vom Tablett verwenden, darf er einen von den Würfelfeldern des aktiven Spielers nutzen. Das bezieht sich aber wirklich auf „können“ und nicht auf „wollen“.

Haben alle passiven Spieler einen Würfel gewählt und notiert, ist der nächste Spieler in der Reihenfolge dran. Er ist der aktive Spieler, bekommt alle Würfel und beginnt den Spielablauf von vorn.

 

Die Runde ist vorbei, wenn jeder Spieler der Reihe nach einmal der aktive Spieler gewesen ist. Danach beginnt die zweite Runde. Markieren nicht vergessen!

 

Boni in „Ganz schön clever“

Erhält ein Spieler eines der mit [x] markierten Boni, schaut er zunächst nach der Farbe. Es gibt [x] in verschiedenen Farben. Er darf und muss sich beim Erreichen dieses Bonus ein Feld in der entsprechenden Farbe auf seinem Wertungsblatt ankreuzen. Die Zahl darf man sich hier aussuchen.

Schwarz ist bei den Boni der Joker.

Ist das Bonusfeld eine Zahl, so kann der Spieler die Zahl im entsprechenden Farbfeld ankreuzen, als hätte er die Zahl gerade jetzt gewürfelt.

Jeder Fuchs bringt in „Ganz schön clever“ so viele Punkte wie die niedrigste Summe im Farbbereich eines Spielers. Das ist für den Anfang etwas tricky im Auge zu behalten, aber nach ein paar Runden Spielroutine entwickeln die Spieler schnell einen Blick dafür.

Neben den Boni gibt es auch Aktionsfelder als Belohnung. Die kann der aktive Spieler verwenden, wann er will. Die Aktion „Nachwürfeln“ sorgt dafür, dass er sämtliche Würfel noch einmal neu würfeln darf.

 

„Ganz schön clever“ gewinnen

Das Würfelspiel endet, nachdem alle Züge eingetragen sind. Eventuelle zusätzliche Würfelaktionen dürfen noch verwendet werden, aber wenn alle Runden vorbei sind, ist das Spiel vorbei. Dann wird ausgezählt!

Auf der Rückseite der Wertungsblätter befindet sich die Vorlage, um alle Punkte auszuzählen. Einer der Spieler notiert die Werte aller Spieler und addiert sie zu einer Summe. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt „Ganz schön clever“. Bei Gleichstand gewinnt derjenige mit den höchsten Punkten in einem Farbbereich.

 

Fazit

Ich bin kein Freund von Würfelspielen. Schon gar nicht von Kniffel. Irgendwie hat es in meiner Kindheit nicht gefunkt zwischen Kniffel und mir. Das Würfelspiel „Ganz schön clever“ hingegen bringt etwas „Wumms“ und „Wow“ in die überschaubare Landschaft der Würfelspiele. Wenn am Ende aber nur der gewinnt, der die meisten Punkte hat, bin ich eher unglücklich. Ich stehe viel zu sehr auf Stichspiele, auf Schätzen und auf Pokern. Außerdem ist mir aufgefallen, dass Würfelspiele oft sehr „nackt“ sind. Kein ansprechendes Design, nur Spielen um des Spielens willen. Keine Geschichte drumherum, kein aufregendes Design. Man muss Würfelspiele mögen, um sich in „Ganz schön clever“ zu verlieben. Für alle, die nicht so unaffin Würfelspielen gegenüber sind, ist dieses Spiel aber definitiv ein echter Goldschatz und muss gespielt werden. Am besten jetzt sofort!

 

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