Siedeln im Weltraum – Gaia Project [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Science-Fiction trifft auf Terra Mystica – willkommen zur Brettspielrezension zu Gaia Project.

  • Ein bis vier Spieler spielen Terra Mystica in einem neuen Umfeld und mit neuen Elementen
  • Statt Siedlungen und Arbeitern gibt es hier Minen und Erz
  • Neu ist auch der Kreislauf der Machtsteine



Wenn man den Arbeitstitel von Gaia Project, Terra Mystica in Space, hört, dann weiß der Experte sofort, was ihn erwartet. Terra Mystica, das Spiel, das den Feuerland-Verlag in die Runde der großen Spieleverlage gebracht hat, wurde hier auf ein neues Thema adaptiert und weiterentwickelt.

Gaia Project ist in weiten Zügen deckungsgleich mit Terra Mystica, das wir bereits eingehend beleuchtet haben. Dieses Review konzentriert sich daher auf die Unterschiede und Neuerungen. Wir empfehlen jedem Interessierten, sich vorab mit dem Vorgänger vertraut zu machen.

Datenblatt zum Brettspiel Gaia Project

Verlag: Feuerland
Anzahl Spieler: 1 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Platzmanagement, Ressourcenmanagement, jedes Spiel eine neue Herangehensweise
Vergleichbar mit: Terra Mystica, Siedler von Catan

Auf zu den Sternen: Inhalt

Die Box von Gaia Project enthält:

  • 1 Spielanleitung
  • 7 Völkertableaus
  • 10 Raumsektoren, die den Spielplan bilden
  • 1 Forschungstableau
  • 1 Wertungstableau
  • 10 Rundenwertungsplättchen
  • 6 Schlusswertungsplättchen
  • 10 Rundenbooster
  • 36 Basistechnologien
  • 15 Ausbautechnologien
  • 6 Raumstationen
  • 19 Allianzmarker
  • 15 Allianz-Anzeigeplättchen
  • 12 Gaiaplaneten
  • 1 schwarzer Planet
  • 20 Aktionsmarker
  • 25 Automata-Karten für das Solospiel
  • 4 Spielerhilfen
  • 1 Karte für die Zugreihenfolge
  • 53 Spielsteine diverser Arten in jeweils 7 verschiedenen Farben
  • 28 Ressourcenanzeiger
  • 30 Q.I.C.-Steine
  • 50 Machtsteine
  • 1 Extra-Machtstein für ein besonderes Volk
  • 1 Startspielerfigur

Namen sind Schall und Rauch

Einfach nur die Elemente anders zu bezeichnen macht kein neues Spiel, das ist klar. Ob man die weißen Klötzchen nun Arbeiter oder Erz nennt, macht für das Spiel, ob Gaia Project oder Terra Mystica, keinen Unterschied. Der Grundaufbau ist daher der selbe: Man baut Siedlungen (hier: Minen), die Arbeiter (hier: Erz) produzieren. Diese Siedlungen wandelt man in die höherstufigen Gebäude um, die andere Dinge produzieren, Boni geben oder Voraussetzung für bestimmte Aktionen sind. Man gibt seine Ressourcen aus, um Felder für die eigene Besiedlung fit zu machen, was je nach Ausgangssituation des Feldes unterschiedlich viel kostet. Das eigene Volk bringt zudem noch eine oder mehrere Spezialfertigkeiten mit, die bestimmte Strategien bevorzugen.

Zusätzlich gibt es einen Kreislauf von Machtsteinen, die man nutzt, um besondere Aktionen zu bezahlen und die sich erst wieder aufladen müssen, ehe man sie erneut nutzen kann. Man sieht also, wer Terra Mystica beherrscht kennt schon das halbe Spiel.

Gaia Project: Mehr als nur ein Klon

Gaia Project wäre nichts weiter als ein Reskin, wenn es nicht einige Neuerungen mitbringen würde.

Fangen wir beim Spielfeld an: Da es sich um einzelne Planeten handelt sind die Spielfelder nicht so dicht gepackt wie bei Terra Mystica. Einige Planeten haben tatsächlich Nachbarn, aber oft liegen ein oder mehrere Felder leeren Weltraums dazwischen. Auch ist das Spielbrett nicht starr und fest, sondern besteht aus zahlreichen Einzelteilen, die gedreht und neu kombiniert werden können. So verspricht es schon deutlich mehr Abwechslung, denn das Spielfeld ist ständig anders.

Minen kann man zu Handelszentren aufwerten, die früher Handelshäuser hießen. In Nachbarschaft zu besiedelten Planeten anderer Spieler ist dies weiterhin vergünstigt, und da Entfernungen im Weltall relativ sind zählt ein Planet auch dann als benachbart, wenn ein leeres Feld dazwischen liegt.

Die Akademie, die das Heiligtum ersetzt, ist gleich zweimal verfügbar. Beide haben jeweils eigene Fähigkeiten und erlauben so eine weitere Variation in der Spielstrategie.

Neben den sieben verschiedenen Gelände- bzw. Planetenarten gibt es noch zwei besondere Typen von Himmelskörpern: Gaiaplaneten und transdimensionale Planeten. Gaiaplaneten sind grüne Paradiese und können von jedem besiedelt werden, doch hierfür wird eine besondere Ressource namens Q.I.C. notwendig. Transdimensionale Planeten können mittels einer besonderen Aktion mit einem Gaia-Transformer versehen werden, der im Laufe einer Runde diesen in einen für das eigene Volk reservierten Gaiaplaneten verwandelt.

Zwei rein kosmetische Änderungen betreffen die Spielertableaus. Wo früher ein sperriges Rad anzeigte, wie viele Schritte der Geländebereinigung man bezahlen musste, ist dies nun platzsparend in einer Tabelle zusammengefasst. Die andere Neuerung ist die Ressourcenleiste, die man schon von Eclipse kennt. Anstatt jede Ressource als Klötzchen zu erhalten wird nun einfach ein Marker auf der Leiste verschoben. Das spart Material und erleichtert die Übersicht, aber dadurch geht leider auch ein wenig Spielgefühl beim Hantieren mit den Holzteilen verloren.

Technologie, die Religion von morgen

Was in Terra Mystica die Kulte waren, das sind bei Gaia Project die Technologieleisten. Statt nur vier davon gibt es hier gleich sechs, denn eine wichtige Verbesserung wurde hier angebracht. In Terra Mystica hatte man die Möglichkeit, seine Siedlungsreichweite durch Steigern von »Seefahrt« zu erhöhen und auch die Kosten zum Umwandeln von Feldern zu senken. Beide Aktionen waren jedoch dermaßen teuer, dass kaum jemand sie je genutzt hat. Nun befinden sich diese Aufstiege als Belohnungen auf jeweils einer neuen Technologieleiste, die noch weitere Vorteile mit sich bringt und so einen zusätzlichen Anreiz bietet, sich darum zu kümmern.

Was früher Städte waren heißt in Gaia Project nun Allianz und wird mit einer Ausnahme immer noch genau so gebildet: Wie schon erwähnt gilt Nachbarschaft auch mit einem Leerfeld dazwischen, jedoch muss diese Leere mit Satelliten überbrückt werden. Diese kauft man beim Erklären der Allianz einfach, indem man pro Satellit einen Machtstein permanent aus dem Kreislauf entfernt. Das ist gar nicht so schlimm, wie es erst einmal klingt, den neu ist auch, dass Machtsteine mit Erz wieder zurückgekauft werden können. Allerdings kommen diese dann nur mit einer leichten Verzögerung wieder ins Spiel.

Fazit zu Gaia Project

Lohnt sich Gaia Project nun, wenn man bereits Terra Mystica besitzt? Jein. Man zögert, sich zu diesem Preis ein so ähnliches Spiel zu kaufen, aber es ist anders genug, um einen eigenen Reiz zu bieten. Schlechter ist es keinesfalls und ist so für Erstkäufer eine echte Alternative.

Feuerland Spiele 13 - Gaia Project
  • Sprache: Deutsch
  • Spieler: 1-4
  • Spielzeug
  • Feuerland Spiele

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