Ein Zahnrad dreht das nächste – Fantastic Factories [Kickstarter]

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Das Wichtigste in Kürze

Fantastic Factories ist ein Kickstarter, den wir euch nicht vorenthalten wollen.

  • Metafactory Games bringt Fantastic Factories heraus
  • Für einen bis fünf Spielerinnen und Spieler
  • Aufbau und Kombinationsgabe sind die Herausforderungen
  • Über 4.000 Unterstützer brachten über 114.000 Euro zusammen

Mit einer simplen Prämisse lockt uns „Fantastic Factories“: Wir bauen mit Energie und Metall Maschinen, um mehr Energie und Metall herzustellen, um mehr Maschinen zu bauen, um Konsumgüter zu produzieren. Das klingt langweilig? Von wegen!

Datenblatt zum Kickstarter Fantastic Factories

Verlag: Metafactory Games
Anzahl Spieler: 1-5 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Aufbau, Kombinationsgabe
Vergleichbar mit: Villagers, Machi Koro, City Tycoon

Ein Blick auf das Material

Im Kern besteht das Spiel aus 96 Karten, 28 Würfeln in verschiedenen Farben und einer Menge Marker für Energie, Metall und Konsumgüter sowie fünf Spielertableaus. Die auf den Karten abgebildeten Arbeiter und Maschinen bestehen aus minimalistischer Vektorgrafik, behalten dadurch aber einen einheitlichen Stil und lassen sich zumeist auf den ersten Blick unterscheiden. Die Stretch Goals haben allen Komponenten ein Upgrade auf eine hohe Qualität beschert: 2 Millimeter dicke Pappchips und Karten der Premiumkategorie „Black Core“ sorgen für eine gute Haptik und ein langes Leben der Spielmaterialien. Das mag ein wenig übertrieben wirken, wenn man bedenkt, dass es sich um ein schnelles Casual Game handelt. Doch wer „Splendor“ kennt oder sich die Ressourcenbox für „Scythe“ geleistet hat weiß, dass edles Material entschieden zum Spielspaß beitragen kann.

Das Spiel

„Fantastic Factories“ bedient sich beim beliebten „produziere mehr, um mehr zu produzieren“-Spielprinzip. Wir beginnen mit einem kleinen Vorrat an Energie und Metall, ein paar Handkarten und einem Angebot an weiteren Karten. In jeder Runde werfen wir unsere anfangs vier Würfel und führen mit ihnen Aktionen aus, indem wir sie ihnen zuweisen. Zunächst haben wir nur die Aktionen auf unserem Spielertableau zur Auswahl: Mit einer 1, 2 oder 3 erhalten wir ebenso viel Energie. Eine 4, 5 oder 6 gibt uns ein Metall, und jede beliebige Zahl lässt uns eine Karte ziehen. Bonusmaterial gibt es, wenn wir mehrere Würfel mit der gleichen Zahl für die gleiche Tableau-Aktion einsetzen.

Auf unserer Hand befinden sich Maschinen, die wir mit Energie und Metall bauen können. Zusätzlich müssen wir aber noch eine weitere Karte der gleichen Unterkategorie abwerfen, um den Bau zu ermöglichen. Einmal gebaute Maschinen bleiben uns erhalten und geben uns weitere Optionen und im besten Fall auch Punkte. Mit den Maschinen können wir unsere Würfel drehen, mehr Metall oder Energie produzieren oder die begehrten Konsumgüter herstellen. Diese sind letztendlich die Siegpunkte und wer genug von ihnen anhäuft, gewinnt das Spiel.

Die Kampagne

Die Idee von „Fantastic Factories“ stammt aus der Feder von Joseph Z Chen. Dies ist zwar sein erstes eigenes Kickstarterprojekt, aber man kann ihn ohne zu übertreiben als einen Kenner der Szene bezeichnen. Bis dato unterstützte er selbst 191 Projekte, beinahe alle Brett- oder andere Spiele. Der Mann weiß, was er tut, und das zeigt auch das Ergebnis seiner Kickstarterkampagne. Von 4.387 Unterstützern kamen insgesamt 160.904 US-Dollar (etwa 144.000 Euro) zusammen, die alle Stretch Goals freischalteten. Die meisten davon sorgten für besseres Material: Dickere Plättchen, stabilere Karten, aber auch die bei Spielen mittlerweile sehr beliebte Solovariante.
An unterstützender Prominenz fehlt es ebenfalls nicht: Mehrere Brettspielblogger, Youtuber und Spieledesigner haben sich zu Wort gemeldet und präsentieren ihr Lob auf der Projektseite.

Die Stufen

Die verschiedenen Unterstützungsstufen bieten keine Überraschungen. Das Spiel war für 29 US-Dollar zu haben, für 56 US-Dollar gab es zwei Exemplare. Man konnte auch für einen Dollar das Projekt aus Gutmütigkeit unterstützen oder für derer fünf das fertige Spiel als Print-and-Play erhalten, also als Dateien zum selber Ausdrucken.

Apropos Print-and-Play: Auf der Projektseite kann man sich auch die Dateien zum Ausdrucken herunterladen, allerdings nur die mit den vorläufigen Artworks und teils noch leeren Karten. Auch beim Tabletop Simulator und auf Tabletopia ist das Spiel verfügbar. All dies sind weitere Zeichen, dass Joseph Z Chen Brettspiele liebt und will, dass man sein Erstlingswerk spielt. Zum Antesten reicht es auf alle Fälle, aber auf Dauer lohnt es sich doch eher, das Spiel zu kaufen. Ein ordentliches Druckergebnis, das mehr als nur ein paar Partien übersteht, bekommt man auf keinen Fall billiger als zum Verkaufspreis.

Fazit

Es ist und bleibt ein typisches Aufbau-Kartenspiel, und als solches macht es alles richtig: Es ist schnell erklärt, schnell aufgebaut und schnell gespielt, mit minimalem Verwaltungsaufwand. Neu ist, dass man nicht auswürfelt, welche Rohstoffe man bekommt, sondern aus dem erwürfelten Ergebnis das Beste zu machen versucht. Es ist vorstellbar, dass die doch überschaubare Anzahl an verschiedenen Maschinen und Arbeitern irgendwann zu immer wieder der gleichen Strategie führt. Da ändert es auch wenig, dass man zu Beginn auf die Karten angewiesen ist, die man zieht. Viele Maschinen sind zu Beginn einfach zu teuer oder bringen längst nicht so viel wie andere, was die Anzahl der möglichen Baureihenfolgen noch weiter einschränkt. Deswegen ist zu hoffen, dass zumindest eine Erweiterung bereits im Startloch wartet.

Insgesamt ist es ein interessantes Spiel, das sich zwischen „Machi Koro“ und „Villagers“ einreiht. Der Preis ist für ein Spiel dieses Umfangs allerdings recht gesalzen, da hätten wir uns statt der Premiummaterialien lieber mehr Maschinen gewünscht. Gerade, weil es ein ruhiges Spiel ist und die Karten nicht besonders in Gefahr sind, zerknickt zu werden.

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