Die perfekte Bibliothek – Ex Libris [Rezension]

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In Ex Libris seid ihr Fantasy-Bibliothekare, die alte und seltene Bücher sammeln. In einer Fantasy-Stadt leben viele andere Wesen, die leider den gleichen Beruf haben: Die elenden Mitspieler! Der erfolgreichste Büchersammler wird der Büchereimeister der Stadt. In diesem Artikel erkläre ich die Spielregeln von Ex Libris und rezensiere das Brettspiel.

Datenblatt zum Brettspiel Ex Libris

Verlag: Schwerkraft Verlag
Anzahl Spieler: 1 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Vorausplanen, Glück, Workerplacement
Vergleichbar mit:

Das Inventar von Ex Libris

Ex Libris von Schwerkraft Verlag hat ein Stadtspielbrett und ein doppelseitiges Wertungsformular. Das ist das amtliche Bibliotheksüberprüfungsformular und eine abwischbare Tafel: Eine willkommene Abwechslung zum papiernen Wertungsblock. Dafür liefert der Schwerkraft Verlag gleich einen Folienstift mit.

Weiterhin enthält die Spielebox 12 doppelseitige Bibliotheksplättchen, 18 Ortsplättchen und 24 Spielfiguren. Diese sind mit Witz und Sympathie ausgewählt. Du kannst beispielsweise einen Glibber-Block spielen, schließlich sind wir in einem Fantasy-Setting. Der Startspielermarker ist eine Kristallkugel, und dann gibt es noch vier Übersichtskarten, ein Regelheft und vier Spielhilfen.

Kern von Ex Libris sind die Buchkarten. Davon gibt es 152 Stück, und darauf sind 510 einzigartige und sehr witzige Buchtitel aufgedruckt.

Wie spielt man Ex Libris?

Das Brettspiel Ex Libris ist im Prinzip ein Workerplacement-Spiel. Die Spieler setzen ihre Arbeiter an bestimmten Orten ein, damit diese neue Buchkarten für euch organisieren und in die Regale einbauen. Die Bücher müssen dabei in korrekter alphabetischer Reihenfolge ins Regal eingebaut werden.

Lege die Buchkarten nebeneinander, die im Regal nebeneinander passen. Dabei sollen die Bücher von links nach rechts von A nach Z sortiert werden. Hast du schon A und C nebeneinander gelegt, musst du für den Rest der Partie auf B verzichten oder eine Fähigkeit einsetzen, durch die du dein Regal noch einmal umbauen kannst. Dadurch musst du als Spieler von Ex Libris vorausplanen und ein bisschen „geistiges Poker“ mit den Karten spielen, die du in der Zukunft hoffentlich ziehen wirst.

Ein Regal darf maximal drei Regalbretter haben. Also legst du deine Karten nicht nur nebeneinander an, sondern auch übereinander. Eine neue Karte muss aber unter oder neben anderen Karten sein. Du darfst nicht diagonal „irgendwo“ eine neue Reihe anfangen oder von Anfang an Lücken lassen.

Mit verbannten Büchern wollen die Spieler nichts zu tun haben. Sie sollen sich nicht in ihren Regalen befinden.

Workerplacement Ex Libris

Es gibt verschiedene Orte, zu denen du deine Arbeiter ziehen kannst.

Pro Spieler gibt es einen Ort, der besucht werden kann. Jeder Spieler hat außerdem eine eigene Bibliothek, in der jeder die gleiche Aktion ausführen kann. Platzierst du hier einen Arbeiter, kannst du entweder eine Karte ziehen oder eine Karte in dein Buchregal einbauen. Mit deinem Charaktermarker kannst du eine Spezialfähigkeit ausführen. Diese ist in der Anfängerversion von Ex Libris (Rückseite der Spielerbibliothek) nicht einsetzbar, und daher lasse ich sie in dieser Spielerklärung aus.

Der Ort, der immer ausliegt, ist der, durch den du Startspieler werden kannst. Abhängig davon, wie viele Arbeiter du im Spiel schon eingesetzt hast, kannst du als Startspieler neue Buchkarten ziehen. Bei manchen Orten ist die Felder-Anzahl von der Spieleranzahl begrenzt, aber an jedem Ort gibt es nur begrenzte Positionen für die Arbeiter. Sind alle besetzt, kann kein neuer Arbeiter hinzukommen.

Auf einem Ort liegen beispielsweise drei Buchkarten. Sie sind offen einsehbar, und wenn du einen Arbeiter hingibst, kannst du Bücher tauschen. Setze eine deiner Buchkarten ein und nimm dir eine andere aus der Auslage. Das wird, genau wie die Aktionen in der Spielerbibliothek, sofort ausgeführt. Andere Orte haben ein Uhrensymbol. Der Effekt des Orts wird erst ausgeführt, wenn eine Runde vorbei ist.

Nicht jeder Ort bleibt am Ende einer Runde offen liegen. In jeder Runde zieht ihr neue Orte, legt sie auf den Tisch und habt neue Möglichkeiten und Spielmechaniken, um neue Bücherkarten zu erhalten. Dafür bleibt nach jeder Runde der Ort mit der kleinsten Nummernzahl (oben links) bestehen, alle anderen kommen aus dem Spiel und werden durch zufällige neue Orte ersetzt. Somit gibt es in jeder Runde einen neuen dauerhaften Ort in Ex Libris.

Mit diesen Mechaniken sammeln die Spieler ihre Buchkarten und bauen ihre Regale.

Das Stadtspielbrett

Dann gibt es noch das Stadtspielbrett. Hier geschieht nicht viel, aber das Brett gibt dem gesamten Brettspiel Ex Libris eine Struktur. Hier stehen die Regeln übersichtlich, und auch sämtliche Informationen über verbannte Bücher, die Punkteverteilung und das prominente Genre.

Die Buchkarten

Auf jeder Buchkarte siehst du verschiedene Bücher, die alle mit demselben Buchstaben beginnen. Die Buchtitel bestehen aus Wortspielen, die nicht nur jedem Literaturnerd Spaß machen.

Links oben auf jeder Buchkarte befindet sich der Buchstabenbereich und die Position innerhalb des Buchstabens. Steht dort Beispielsweise L 1/6, ist es die erste Karte aller Buchkarten, die im Alphabet unter „L“ ins Regal gehören. Daneben findest du einige Symbole, die die Genres der Bücher anzeigen.

Ziel im Spiel ist unter anderem, eine möglichst große Auswahl an Genres im Regal zu haben. Das wird deutlicher, wenn ich im nächsten Abschnitt auf die Punktwertungen eingehe.

Schwarz sind die verbotenen Bücher. Hier musst du abwägen, ob sich ein verbanntes Buch unter den Büchern befinden darf und ob die Vorteile der Karte für dich überwiegen.

Ex Libris gewinnen

Hat ein Spieler sein Regal vervollständigt, wird die letzte Spielrunde eingeleitet. Dann haben alle Spieler noch einmal die Chance, ihre streng alphabetisch sortierten Bücher dem Prüfer vorzulegen und es kommt zur Auswertung. Alle Karten, die nicht in die strenge alphabetische Reihenfolge passen, werden umgedreht und nicht gewertet.

Vervollständigt ist ein Regal abhängig von der Spielerzahl… :

  • 2 Spieler: 16 Buchkarten im Regal
  • 3 Spieler: 14 Buchkarten im Regal
  • 4 Spieler: 12 Buchkarten im Regal

Belohnt wird außerdem, wer das stabilste Regal hat. Stabil ist ein Regal, wenn es die größtmögliche Fläche hat, die aus Karten besteht. Strebe dazu also ein Feld von 3×2, 3×3 oder ähnlich an und bilde ein geschlossenes und gefülltes Rechteck in deinem Regal an. Alle „überhängenden“ Buchkarten werden hierbei nämlich nicht gewertet.

Hast du verbannte Bücher in deinem Regal, kommt auch hier eine Besonderheit bei der Wertung zum Tragen. Du möchtest von jedem Genre möglichst viele Bücher haben, nur eben keine verbannten Bücher. Du bekommst drei Punkte pro Buch in deinem am wenigsten vertretenen Genre.

Wer am Ende des Spiels außerdem am meisten prominente Bücher gesammelt hat, bekommt 15 Punkte zusätzlich. Wer die zweitmeisten Bücher dieses Genres hat, erhält 9 Siegpunkte. Der Drittplatzierte erhält vier Punkte zusätzlich. Das prominente Genre legt ihr am Anfang zufällig ausgewählt auf den Stadtspielplan.

Der Wertungsblock ist eine abwischbare Tafel, auf die die Spieler eintragen, wer wie viele Bücher welches Genres gesammelt hat, welche Minuspunkte es für verbannte Bücher gibt. Die Tafel ist das „Formular B-7c“ und ziemlich selbsterklärend, vor allem in Kombination mit dem Stadtspielbrett.

Fazit zu Ex Libris

Das Brettspiel Ex Libris von Schwerkraft Verlag hat ein wunderbares Thema. Bücher! Ich liebe Bücher, und bin auch im Privatleben eine Buchsammlerin. Das Stadtspielbrett ist liebevoll illustriert, aber meiner Meinung nach hätte es auch eine kleine Übersichtkarte sein können. Insgesamt ist Ex Libris hochwertig gestaltet und stilvoll. Ich liebe die einzelnen Buchtitel, die Selbstironie, die das Spiel mit sich bringt. Die Spielmechanik scheint genau auf mich abgestimmt zu sein, und ehrlich gesagt bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer: Ich liebe Ex Libris!

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