Puzzlen mit Wikingern – Ein Fest für Odin [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Das riesige Aktionstableau von Ein Fest für Odin mag überfordernd aussehen, ist aber übersichtlich und enthält alles, was du für ein richtiges Fest benötigst.

  • Für einen bis vier Spieler
  • Ein Fest für Odin handelt vom Handeln im Tetris-Style und vom Puzzeln wie bei Agricola – oder… war das andersrum? 😉



Tetris kombiniert mit einem Handels- und Ressourcenspiel? Ja, das geht! Ein Fest für Odin vereint Spielprinzipien, die ansonsten wohl nie zueinander gefunden hätten und schafft ein extrem thematisches Spiel.

Datenblatt zum Brettspiel Ein Fest für Odin

Datenblatt zum Brettspiel Ein Fest für Odin

Verlag: Feuerland
Anzahl Spieler: 1 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Handel, Puzzeln
Vergleichbar mit: Tetris, Agricola

Alles, was ein Wikinger braucht: Der Inhalt von Ein Fest für Odin

Die Box enthält:

  • pro Spieler 1 Heimatplan und 12 Wikinger
  • 2 Sortierkästen für die …
  • 346(!) Warenplättchen
  • 125 Münzmarken
  • 96 Holzwarensteine
  • 1 Spielanleitung
  • 1 Anhang
  • 1 Begleitheft
  • 8 Bergstreifen
  • 4 Inseltableaus
  • 1 Übersichtstableau für …
  • 15 Beutemarken
  • 1 Vorratstableau für …
  • 32 Schiffsplättchen
  • 190 Ausbildungskarten
  • 47 Waffenkarten
  • 11 Gebäudeplättchen
  • 2 Spielplanerweiterungen
  • 1 Rundenanzeiger
  • 1 Startspielerelch
  • 1 Rundenübersicht
  • 1 zwölfseitiger und 1 achtseitiger Würfel

Landwirtschaft und Plünderfahrt

Ein Fest für Odin lässt uns als Wikingersippe nach Ruhm, Reichtum und Beute streben. Im Verlauf von sieben Runden setzen wir unsere Arbeiter auf dem wirklich riesigen Aktionstableau ein, um am Ende die meisten Punkte ergattert zu haben. Doch viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch nach Oslo. Die Entfaltungsmöglichkeiten scheinen endlos und als Neueinsteiger fühlt man sich zunächst von der schieren Fülle an Optionen erschlagen.

Doch auf den zweiten Blick sind die Aktionen alle übersichtlich sortiert und weiter rechts liegende Aktionen sind fast immer nur mächtigere (und teurere) Varianten der Felder weiter links. Sobald man sich auf eine Strategie eingeschossen hat kennt man ohnehin schnell seine Lieblingsfelder.

Erbsensuppe und Walblubber

Das Spiel bringt eine Unzahl an verschiedenen Ressourcenplättchen mit, die in mehreren Größen und dazu noch in vier verschiedenen Farben daherkommen. Rote und gelbe Ressourcen sind Nahrung. Diese kann man recht unkompliziert beschaffen, was auch nötig ist, da man hiermit auch seine Wikinger bei den Festmahlen am Ende verschiedener Runden füttern muss. Grüne Plättchen stellen Kleidung, Felle und Tuch dar und blaue schließlich sind äußerst wertvolle Handelswaren. Die Größe der Plättchen hat hierbei nicht nur symbolischen Charakter, denn letztendlich will man mit seinen Waren seine Puzzlefelder zulegen. Auch beim Handel darf ich zwar aus einem gelben Plättchen ein rotes machen, aus einem roten ein grünes und daraus zuletzt ein blaues, aber die Größe des Plättchens bleibt immer gleich. Doch nur mit roten und orangenen Waren kann man seine Leute satt bekommen und wer zu gierig tauscht und handelt sitzt irgendwann ohne Nahrung da, wenn hungrige Mäuler gestopft werden wollen. Pelze und Tafelsilber kann man nun mal nicht essen.

Die Schatzkammer

Das Kernelement des Spiels ist das eigene Puzzlefeld. Hier darf man grüne und blaue Plättchen ablegen und so seine Schatzkammer füllen. Lücken können entweder mit Geld oder Erz geschlossen werden. Blaue Plättchen haben zudem den Vorteil, dass sie an beliebige andere Teile angrenzen dürfen, während die billigeren grünen Plättchen nicht neben andere grüne Plättchen gelegt werden dürfen. Puzzelt man gut, erhält man ein ründliches Einkommen an Geld und Waren. Ziel ist es vor allem, die Minusfelder abzudecken, um bei Spielende eben diese Minuspunkte nicht mehr zu kassieren.

Wem das nicht reicht, der kann auch bis zu vier neue Inseln entdecken und besiedeln, die dann jeweils ein weiteres Puzzlefeld bieten. Hier kann man ebenfalls Einkommen freischalten, das zum Teil sogar auf dem heimatlichen Tableau nicht zu finden ist. Doch auch hier finden sich Minuspunkte, die weggepuzzelt werden wollen. Interessant ist auch die Regel, dass diese Inseln nach und nach umgedreht werden, wenn niemand sie beansprucht, und dann eine andere Insel mit komplett unterschiedlichem Bauplan darstellen.

Wohin mit den ganzen Wikingern?

Man beginnt mit fünf Arbeitern und bekommt in jeder Runde eine weitere Figur. Somit werden im späteren Spiel auch die mächtigeren Aktionen immer attraktiver und man kann einfach allgemein mehr bewerkstelligen. Ob nun Marktreisen, Walfang, Plünderfahrten, Viehzucht, Jagd oder Handwerk: Möglichkeiten, sich Waren zu beschaffen und zu verbessern gibt es viele. Die richtige Kombination macht es aus. Je nachdem braucht man auch mal Waffen, Boote oder etwas Würfelglück. Doch auch wenn die Würfel mal nicht so fallen wie man es erhofft geht man nie leer aus. Zudem gibt es Ausbildungskarten, die bestimmte Vorteile und zusätzliche Möglichkeiten bieten.

Apropos Plündern: Hier kann man besonders wertvolle (weil große) Puzzleteile bekommen, die jedoch teilweise recht exotische Formen aufweisen. Schafft man es, diese effizient zu verbauen, gibt das einen Riesensprung nach vorne.

Fazit zu Ein Fest für Odin

Ein Fest für Odin macht Spaß. Es bedient beinahe jede Spielernatur mit seinen vielfältigen Optionen und zwängt den Spieler nie in eine vorgegebene Richtung. Viehzucht benötigt eine gewisse Anfangsinvestition, aber generiert stetig Waren. Plünderfahrten sind riskant, werfen aber große Gewinne ab. Landwirtschaft und Handel sind langsame aber stetige Wege zur vollen Schatzkammer. Doch auch mit der perfekten Strategie wird noch Gehirnschmalz nötig, wenn es darum geht, die Waren dann letztendlich so in die Schatzkammer zu stopfen, dass keine Lücken bleiben. Da schiebt man den Pelz hierhin, die Krone da hin, füllt mit Geld auf und hofft, in der letzten Runde vielleicht doch noch das eine grüne Plättchen in ein blaues zu verwandeln, sonst ist da noch eine Riesenlücke. Das Puzzleelement ist hier ein Alleinstellungsmerkmal, doch bei weitem nicht das einzige was an dem Spiel reizt. Optisch ist das Spiel simpel, aber ansprechend und das Thema wird trotz der eigentlich eher abstrakten Mechaniken einfach perfekt rübergebracht. Aufstrebende Wikinger sollten sich einfach nicht von der Masse an Material einschüchtern lassen, denn von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung!

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