Die Werwölfe von Düsterwald [Rezension]

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Die Werwölfe von Düsterwald ist ein Kartenspiel, bei dem es nicht wirklich um die Karten geht. Es geht um Intrigen, Teamarbeit, Diskussionen und schwierige Entscheidungen. Es ist eines der besten Spiele für große Gruppen. In diesem Artikel möchte ich erklären, wie Die Werwölfe von Düsterwald funktioniert, welche Rollen welche Aufgaben haben und ein paar Spieletipps geben. Denn eins kann ich euch schon vorweg verraten: Ich liebe Psychospielchen!

 

Datenblatt zum Kartenspiel Die Werwölfe von Düsterwald

Verlag: Asmodee
Anzahl Spieler: 8 – 18
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Herausforderungen: Lügen, betrügen, abstimmen, leise sein, diskutieren, überzeugen, Teamwork
Vergleichbar mit:

 

Der Spielaufbau von Die Werwölfe von Düsterwald

Der Spielaufbau von Die Werwölfe von Düsterwald ist denkbar einfach: Alle Spieler setzen sich in einen Kreis, Halbkreis oder eine andere Konstellation, in der sich alle gegenseitig ansehen können, und einer von ihnen erklärt sich bereit, der Spielleiter zu sein.

Es gibt in Die Werwölfe von Düsterwald Karten, auf denen unterschiedliche Rollen aufgedruckt sind. Diese werden verdeckt verteilt und jeder Mitspieler darf sich seine Karte im Geheimen ansehen und verdeckt in seine Nähe legen. Sie wird bis zum Tod der Rolle nicht mehr gebraucht.

Der Spielleiter führt die Spieler durch das Spiel nach einem bestimmten Leitfaden, den er auswendig oder von der Spielanleitung abgelesen spricht, und damit ist dieses sehr simple Spiel auch schon vollständig.

Die Rollen von Düsterwald

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler eine Karte mit seiner Rolle. Es gibt in Die Werwölfe von Düsterwald zu Beginn vier Rollen:

  1. Die Werwölfe. Sie verhalten sich tagsüber wie gewöhnliche Dorfbewohner, um ihre Tarnung beizubehalten. In der Nacht stimmen sie gemeinsam über eine Person ab, die sie umbringen wollen. Die Person, die umgebracht wurde, steigt aus dem Spiel aus. Die Werwölfe haben das Spiel gewonnen, wenn sie die Dorfbewohner so weit dezimiert haben, dass sie in der Überzahl im Dorf sind.
  2. Die Dorfbewohner: Sie sind friedliche, einfache Bürger, die jede Nacht schlafen und nichts mitbekommen. Am Tag beratschlagen sie, wen der gesamten Mitspieler sie erhängen können, in der Hoffnung, damit einen Werwolf zu töten. Sie sind ein bisschen paranoid und dumm, sodass sie auch jemanden aus ihren Reihen töten, wenn über Nacht niemand ermordet wurde.
  3. Die Hexe: Sie ist im Prinzip eine Dorfbewohnerin. In der Nacht jedoch wacht sie auf und erfährt vorab, wer von den Werwölfen umgebracht werden soll. Sie hat einen Heiltrank und einen Giftzauber, beide sind einmalig einsetzbar. Sie darf sich also einmal im gesamten Spiel dazu entscheiden, jemand Todgeweihten zu retten und stattdessen jemand anderen zu töten. Sie kann aber auch zusätzlich zu einem Todgeweihten jemand anderes zusätzlich in den Tod schicken und sich den Heiltrank für sich selbst aufheben.
  4. Der Seher: Jede Nacht weckt der Spielleiter den Seher. Er darf sich aussuchen, von welcher Person er die Rolle erfahren möchte. Der Spielleiter verrät es ihm mit Zeichensprache, und der Seher schläft wieder ein.

 

Der Spielablauf in Die Werwölfe von Düsterwald

Zu Beginn wählen die Mitspieler einen Bürgermeister. Er trifft die Entscheidung, wenn die Dorfbewohner sich nicht für einen zu Hängenden entscheiden können. Stirbt der Bürgermeister, vererbt er sein Amt.

Die Werwölfe von Düsterwald wird in Tag- und Nachtphasen gespielt. Der Spielleiter muss immer ansagen, wann es Nacht oder Tag wird. In der Nacht schließen zunächst alle Mitspieler die Augen.

Der Spielleiter weckt alle Rollen, die keine reinen Dorfbewohner sind, der Reihe nach auf.

Zuerst werden die Werwölfe geweckt. Sie schauen sich an und zeigen auf eine Person, die sie töten wollen. Haben sie sich geeinigt, schlafen sie wieder ein.

Danach erwacht die Hexe. Sie erfährt, wer getötet werden soll und kann sich entscheiden, ob die Person sterben soll oder geheilt wird. Dann fragt der Spielleiter, ob die Hexe jemanden töten möchte. Sind die Entscheidungen getroffen, schläft die Hexe wieder ein.

Danach erwacht der Seher. Er zeigt auf eine Person, dessen Rolle er erfahren möchte. Hat der Spielleiter es ihm stumm verraten, schläft der Seher ein.

Die Nacht geht vorüber und der Tag beginnt.

Der Spieler verkündet die Konsequenzen (also die Todesopfer) der Nacht und anschließend müssen die Dorfbewohner darüber abstimmen, wen sie erhängen wollen.

Fortgeschrittene Rollen

Jede Runde, also jedes Mal, wenn Werwölfe oder Dorfbewohner gewonnen oder verloren haben, wird eine neue Rolle ausgeteilt. Sie kann aber auch für fortgeschrittene Spieler und kurze Spiele von Anfang an dabei sein. Die zusätzlichen Rollen in Die Werwölfe von Düsterwald sind..:

Der Jäger: Kurz vor seinem Tod darf der Jäger auf eine Person zeigen, die er mit ins Jenseits nimmt. Das muss er aber nicht.

Armor: Armor ist ein gewöhnlicher Dorfbewohner. Mit der Ausnahme, dass er zu Beginn von Die Werwölfe von Düsterwald zwei Personen bestimmt, die ein Liebespaar sind. Stirbt einer der beiden, stirbt der andere automatisch mit. Das muss sich der Spielleiter merken und im Fall der Fälle sagen.

Das kleine Mädchen: Das kleine Mädchen ist neugierig und blinzelt, während die Dorfbewohner in der Nacht schlafen. Somit kann diese Person herausfinden, wer welche Rolle innehat. Aber vorsichtig! Wenn das kleine Mädchen von den Werwölfen erwischt wird, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr schnell auf der Speisekarte landen.

Der Trunkenbold: Er wird unter die Karten gemischt, sodass es eine Karte mehr gibt als Mitspieler. Derjenige, der die Karte „Trunkenbold“ hat, darf nach ein paar Runden die übrig gebliebene Karte aufnehmen und somit verspätet seine Rolle einnehmen. Daran muss der Spielleiter im Verlauf des Spiels denken! Ich habe diese Stelle als Spielleiter bisher immer nach der zweiten Runde gespielt.

 

Spieletipps

Hier kommen meine Top 8 Tipps für Einsteiger im Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“!

  1. Gewichtsverlagerungen: Auch, wenn deine Augen geschlossen sind, bist du noch wach. Du kannst darauf achten, wer sein Gewicht verlagert, nachdem die Wölfe geweckt wurden. Es könnte sein, dass die Werwölfe sich durch Geräusche verraten, was du in die nächste Diskussion mit einbringen darfst.
  2. Der Spieler direkt gegenüber: Anfänger-Werwölfe töten selten die Personen, die direkt neben dem Wolf sitzen. Es ist bequemer und deutlicher, nach vorne zu zeigen und somit eine Person klar auszuwählen. Sterben Leute einer bestimmten Stelle des Sitzkreises, könnte es sein, dass die Werwölfe alle auf der anderen Seite sitzen.
  3. Beschuldigungen: Wer viel beschuldigt, macht sich verdächtig. Vor allem nervöse Werwölfe wollen die Schuld schnell auf jemanden schieben, um fein raus zu sein. Bist du zu still, ist auch das auffällig. Versuche es mit einer guten Balance der Beschuldigungen und argumentiere sinnvoll: Die Geräusche und Gewichtsverlagerungen aus Tipp 1 kannst du dir auch ausdenken.
  4. Rollen verraten: Es ist nicht sinnvoll, seine Rolle zu verrraten. Außer „Ich bin Dorfbewohner“, ob gelogen oder wahr, hat keine Rolle etwas in der Diskussion zu suchen. Auch, wenn es dich bei der Abstimmung rettet: Die Werwölfe blecken schon ihre Zähne.
  5. „Vielleicht“s: Eine Diskussion, in der du versuchst, die Schuld von dir zu weisen, klappt nie, wenn du ein „Vielleicht“ einbringst. „Vielleicht bin ich Werwolf“ bringt dich, egal ob wahr oder der Fairness zuliebe, in ein gefährliches Licht.
  6. Tote Sonderrollen: Ist eine Hexe, der Seher oder das kleine Mädchen tot, sollte der Spielleiter dennoch in jeder Nacht als „Leerlauf“ seinen Text aufsagen und so tun, als gäbe es die Person noch. Das ist fairer.
  7. Zu lange Diskussionen: Dauert die Diskussion zu lange, darf der Spielleiter nach einer bestimmten Zeit die Zeigemethode fordern. Er zählt runter und auf „Jetzt“ zeigen alle Spieler auf denjenigen, den sie hängen wollen.
  8. Bürgermeister-Wahl: Es ist sinnvoll, den Bürgermeister zu wählen, bevor die Rollenkarten verteilt wurden. Wird er danach gewählt, könnte man Rückschlüsse auf Werwölfe ziehen, die alle zufälligerweise einer Meinung sind. Auch, wenn das nicht wirklich sinnvoll ist, geschieht es doch häufiger und es werden Leute unter Generalverdacht gestellt – auch, wenn es völlig unbegründet ist.

 

Unser Fazit zu Die Werwölfe von Düsterwald

Ich bedauere jede Klassenfahrt, auf der dieses Spiel nicht gespielt wird. Es macht extrem viel Spaß, hilft beim Teambuilding, und darüber hinaus bietet das Kartenspiel Die Werwölfe von Düsterwald viel Potential für Späße, Insiderwitze und nächtelangen Spaß. Wer sich das Spiel nicht leisten kann oder möchte, kann es tatsächlich auch selbst erstellen, indem man Rollenkarten selbst schreibt. Für spontane Werwolf-Runden zwischendurch 😉

 

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