Schafe, Profit und die Flut – Das tiefe Land [Rezension]

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Das tiefe Land spielt an der Nordseeküste. Direkt hinter dem Deich betreiben die Spieler in einem kooperativen Spiel Schafhöfe. Der Gegner ist die Nordsee: Bewahrt eure Höfe vor der Flut und werdet zu erfolgreichen Schafbauern. In diesem Artikel erkläre ich, wie das tiefe Land funktioniert und rezensiere das Brettspiel.

 

Datenblatt zum Brettspiel Das tiefe Land

Verlag: Feuerland Spieleverlag
Anzahl Spieler: 2 – 4 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Kooperation vs. Egoismus, Rohstoffe managen, Gebäude bauen
Vergleichbar mit: Terraforming Mars, Die Siedler von Catan

 

Das Spielprinzip von Das tiefe Land

Das Brettspiel Das tiefe Land ist semi-kooperativ. Deiche werden zwar allein gebaut, aber sie schützen auch die anderen Spieler. Wenn die Gezeiten wechseln, können die Deiche brechen. Hält der Deich, bekommen alle Spieler, die sich am Deichbau beteiligt haben, Belohnungen. Bricht der Deich, bekommen alle Spieler Schäden. Am meisten Schaden bekommt der, der sich am wenigsten am Bau beteiligt hat, und am meisten Belohnung erhält derjenige, der sich am meisten beteiligt hat.

Für jeden Spieler selbst gibt es aber das eigene Spielmodul. Sie bauen Schafherden auf und verkaufen ihre Schafe gegen Gold. Gold ist in diesem Spiel gleichbedeutend mit Siegpunkten. Der reichste Bauer gewinnt das Spiel. Dabei verändert sich der Preis für die Schafe je nach dem, wie stabil der Deich ist.

 

Das Inventar von Das tiefe Land

Das tiefe Land vom Feuerland Spieleverlag enthält nicht nur den kooperativen Spielplan für den Spielerfortschritt und die Spielertableaus, sondern auch einen Schafmarkt. Hier werden Schafe verkauft und Gold verdient.

Auf den Spielertableaus hat jeder Spieler zu Beginn des Spiels zwei Schafe in einem Zaun von zwei Feldern. Auf dem kleinen, weißen Tableau sieht jeder Spieler seinen Hofknecht, Einkommensmöglichkeiten und Gebäude, die er bauen kann.

Auf dem Hauptspielplan liegen oben die Flutkarten. Darunter befindet sich der Deich. Auf der blauen Leiste reichert sich die Flut an, darunter bauen die Spieler den Deich. Die Flut erstreckt sich, wie auch der Deich, zunächst in die Länge und anschließend in die Höhe. Bei beiden gibt es drei Ebenen. Die erste Stufe des Deiches wird aus drei Leisten gebaut. Die zweite Ebene benötigt schon fünf Steine, und die darüber besteht aus sechs Markern.

Rechts gibt es eine Skala, auf der die Schwere der Sturmflut angezeigt wird. Sie beendet später das Spiel. Die Fluten zwischendurch sind nur gewöhnliches Hochwasser.

 

 

Die Aktionsphase in Das tiefe Land

In der Aktionsphase kannst du als Spieler einen Arbeiter an dein Schaffeld anlegen und dadurch Erfolge erzielen.

Baustoffe holen

Je nach dem, wo du deinen Arbeiter anlegst, erhältst du beispielsweise unten entsprechend deiner Arbeiter-Stufe Baustoffkarten. Diese Karten nimmst du auf die Hand und kannst mit Holz, Ziegeln und Stein neue Dinge bauen.

Schafe kaufen

Wenn du deinen Arbeiter auf das Feld darüber legst, kannst du auch Schafe auf dem Markt kaufen. Die hast Arbeiter mit den Zahlen 2, 3 und 4. Entsprechend seiner Zahl kannst du maximal so viele Schafe kaufen, wie die Zahl auf dem Arbeiter angibt.

Zaun bauen

Drüber befindet sich das Umzäunungsfeld. Für entsprechende Rohstoffe kannst du zwei neue Zäune kaufen, wenn du den Arbeiter mit der zwei auf das Feld legst. Wichtig ist, dass dein Zaun immer dicht ist. Sonst laufen deine Schafe weg. Baust du Zäune auf deinem Spielertableau, kannst du bestehende Zäune verschieben.

Deichbau & Spenden

Das vierte Arbeiterfeld von unten ist das Spenden-Feld für den Deichbau. Wählst du diese Aktion auf, kannst du Ziegel, Holz oder Steine für den Deichbau spenden. Auf dem Schafmarkt schreiten die Rohstoffmarker entsprechend voran. Hat ein Spieler Ziegel gespendet, müssen alle anderen Spieler so lange Ziegel spenden, bis der Ziegelmarker auf der Schubkarre gelandet ist. Somit werden immer acht gleichartige Elemente benötigt, bis der Deich um eine Stufe ausgebaut werden kann. Ist der erste Teil des Deiches aus einem Rohstoff gebaut, müssen danach die beiden anderen Ressourcen gespendet werden, bis die erste Ressource wieder drankommen darf.

Für jede Karte, die du spendest, rückst du auf der Deichbauleiste einen Schritt nach vorn. Alle zwei Felder sind mit Zahlen gekennzeichnet. Je nach dem, in welchem Feld du dich befindest, erhältst du unterschiedlich hohe Boni und Mali.

Gebäude bauen

In der Gebäudeauslage gibt es unterschiedliche Kategorien. Von den grünen anlagen darf jeder so viele bauen wie er will.

Von den Gezeiten-Gebäuden darf jeder Spieler nur eines bauen.

Die Gebäude, die mit dem Schaf markiert sind, werden auf der Weide gebaut. Sie sorgen dafür, dass beispielsweise nicht mehr nur ein Schaf pro Feld stehen darf oder bringen dir andere Vorteile wie Vermehrungen der Schafe.

 

Großer Spielverlauf und Sieg

Nach der Aktionsphase deckt ihr eine Flutkarte auf. Sind drei Flutkarten aufgedeckt, kommt es zur Flut bzw. zum Hochwasser und ihr wertet aus, ob der Deich hält oder nicht. Entsprechend wird der Deichmarker auf dem Hauptspielplan vor- oder zurückgeschoben. Somit verändert sich der Preis für Schafe und die Zahl der Siegpunkte, die ihr durch den Deichbau erhaltet. Kümmert sich niemand um den Deich, sind die Schafe billig und der Deichbau wird belohnt. Ist der Deich stabil, werden Schafe viel wert und der Deichbau bringt keine Siegpunkte mehr.

So vergeht Runde um Runde mit dieser starken Inflation und Deflation. Die Spieler spielen zwar für sich, beeinflussen aber gegenseitig das Spiel und die Erfolge der anderen. Durch die Gebäude erhält Das tiefe Land umso mehr Variation und Spannung.

Das tiefe Land ist nach der Sturmflut vorbei. Die Sturmflut-Phase ist die Hochphase dieses Brettspiels. Hier wird zum letzten Mal geprüft, ob der Deich hält oder nicht, und das Spiel endet. Am Ende gewinnt, wer die meisten Siegpunkte hat.

 

Fazit

Nicht nur etwas für Nordlichter! Ich finde, dass das tiefe Land für mich als Küstenliebhaberin hervorragend geeignet ist. Mir gefällt die Thematik, ich baue gerne mit Rohstoffen, die an Die Siedler von Catan erinnern. Der kooperative wie auch der solo-wirtschaftliche Teil des Spiels sagen mir absolut zu und ich kann „das tiefe Land“ nur mit der Bestwertung auszeichnen. Ich bin verliebt und empfehle jedem Leser, sich auch schleunigst in dieses Spiel hineinzuversetzen. Es ist klasse!

 

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