Mach Platz! Das ist jetzt meins. – Carcassonne [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Carcassonne macht Spaß für die ganze Familie. Es ist ein wahres Eurogame, in dem die Spielerinnen und Spieler die Landschaft aus Plättchen legen und mit Meeples ihre Gebiete benennen.

  • Wer über Eck baut, kann territoriale Ansprüche der Gegner zunichte machen
  • In der modernen Version von Carcassonne geht es um Wälder, Felder, Straßen und Städte
  • In meiner Version geht es um Wälder, Felder, Flüsse und Seen
  • Es gibt zahlreiche Erweiterungen, die Carcassonne zu einem nie langweilig werdenden Klassiker werden lassen

Carcassonne bedeutet Krieg am Küchentisch! Zumindest in meiner Jugend und in meinen aktuellen Spielrunden. Wenn du dieses geniale Legespiel noch nicht kennst, wird es allerhöchste Zeit. Carcassonne ist super für zwischendurch, für Jung und Alt und eignet sich auch für lange Abende und Nächte. In diesem Artikel rezensiere ich das Grundspiel. Zu Carcassonne gibt es eine Menge Erweiterungen, sodass das Brettspiel nie langweilig wird.

Datenblatt zum Brettspiel Carcassonne

Verlag: Hans im Glück / Schmidt Spiele
Anzahl Spieler: 2 – 5 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Herausforderungen: Vorausplanen, Landkarte aufbauen, Gebiete für sich beanspruchen, Mitspieler ausspielen
Vergleichbar mit:

Das Spielprinzip von Carcassonne

Im Brettspiel Carcassonne geht alles um Territorien. Die Spieler legen nach und nach die Landkarte frei und reservieren sich Handelsrouten, Großstädte und Felder. Ich habe das Spiel mit Flüssen und Seen statt Wegen und Dörfern und mit Wäldern und Bergen statt Städten und Wappen gespielt. Die Regeln von Carcassonne sind aber immer die gleichen.

Im Prinzip decken die Spieler nacheinander ein Landschaftsteil auf, legen es an die bestehende Karte an und entscheiden, ob sie einen ihrer Meeple auf das neue Feld legen können. Erst am Ende des Spiels kommt es zur Auswertung, sodass ihr euch bei sämtlichen Gebieten gegenseitig im Weg stehen und die Siegpunkte des anderen im Nachhinein verderben könnt. Carcassonne ist ein richtiges Ellenbogen-Spiel!

Das Inventar von Carcassonne

Carcassonne von Schmidt Spiele enthält 72 Landschaftsplättchen und Meeple in sechs Farben. Von den Meeples gibt es insgesamt 48 Stück, also acht pro Farbe. Dabei werden sieben Meeple im Spielverlauf verwendet, und einer zeigt deinen Fortschritt auf der Siegpunkt-Leiste.

Außerdem gibt es Wertungschips. Auf der Vorderseite steht eine 50, auf der Rückseite eine 100. Die kommen zum Einsatz, wenn du anfängst, auf der Siegpunktleiste mehrere Runden zu drehen. Hast du 50 Punkte, steht dein Meeple auf der Null, und du erhältst das 50er-Plättchen. Hast du 100 Punkte, drehst du das Plättchen um und stehst wieder auf der Null.

Unter den 72 Landschaftsplättchen gibt es ein Startplättchen. Es wird in die Mitte des Tisches gelegt. Alle anderen Plättchen mischt ihr und lasst sie verdeckt auf dem großen Tisch liegen. Ist der Tisch klein, bietet sich auch eine blickdichte Verpackung wie ein Säckchen oder eine Brotdose an, aus der ihr neue Plättchen ziehen könnt.

Damit habe ich bereits das gesamte Inventar beschrieben und den Spielaufbau erklärt. Schnapp dir deine Meeple und beginne das Spiel!

Wie spielt man Carcassonne?

Der Spieler, der beginnt, zieht ein Landschaftsplättchen. Dieses kann er nun an das Start-Plättchen anlegen. Wichtig ist, dass hier die Kanten zueinander passen. Das Start-Plättchen hat vier Anknüpfungspunkte:

  • Oben: Stadtgebiet
  • Rechts: Straße
  • Links: Straße
  • Unten: Feld

Somit ist garantiert, dass das erste Plättchen passt. Es gibt sämtliche Varianten von Landschaftsplättchen. Du kannst Städte-Plättchen ziehen, die an einer, zwei, drei oder sehr selten sogar an allen vier Kanten an eine Stadt anknüpfbar sind. Wichtig ist, dass du hier die Grenzen beachtest. Es gibt beispielsweise ein Stadt-Stück, das auf allen vier Seiten eine Stadt-Angrenzung hat und eine Art zentralen Marktplatz bildet. Alle angrenzenden Stadt-Teile bilden mit diesem Plättchen eine große Stadt. Es gibt aber auch ein Stadt-Plättchen, das an allen vier Seiten an Städte anzulegen ist, aber eine Brücke hat. Somit wird die obere und untere Stadt verbunden, und die linke und die Rechte. Es entstehen unter Umständen also zwei verschiedene Städte.

Das ist nicht nur hilfreich, wenn du die von dir besetzten Gebiete erweitern willst, sondern du kannst die Gebiete deiner Mitspieler gezielt verkleinern. Das geht hervorragend mit allen Abschlussteilen. Legt dein Mitspieler den Beginn einer Stadt und setzt sein Meeple rein, kannst du in deinem Zug seine Stadt abschließen. Er erhält nur zwei Punkte und muss sein Meeple zurückziehen. Vielleicht hatte er gehofft, eine Metropole aufzubauen. Pah, nicht mit dir!

Der Spielablauf im Konkreten

Wenn du ein Landschaftsplättchen gezogen und angelegt hast, hast du nun folgende Möglichkeiten:

Du stellst dein Meeple auf einen Weg. Es bleibt so lange dort stehen, bis der Weg zwei Dörfer miteinander verbindet. Für jedes Landschaftsplättchen mit einem Wegabschnitt auf deiner Route bekommst du einen Siegpunkt.

Du stellst dein Meeple in eine Stadt. Es bleibt so lange dort stehen, bis die Stadt in sich geschlossen ist. Für jedes Wappen in der Stadt bekommst du einen Punkt. Außerdem erhältst du für jedes Landschaftsplättchen mit einem von dir besetzten Stadtteil einen Punkt.

Du stellst dein Meeple direkt auf ein Kloster. Da bleibt es so lange, bis das Kloster von acht Teilen umgeben ist. Dabei muss es die Mitte einer 3×3-Formation bilden. Sobald das erfolgt ist, nimmst du dein Meeple wieder aus dem Kloster und erhältst neun Siegpunkte.

x x x
x Kloster x
x x x

Jäger auf dem Feld

In der Spielvariante, die ich besitze, gibt es keine Klöster. Bei meiner Version gibt es nur Felder mit Tieren darauf. Dabei gibt es den etwas anderen Weg: Du legst(!) dein Meeple auf das Feld. Somit beanspruchst du das gesamte Feld, das ausgehend von diesem Landschaftsplättchen zusammenhängend im Laufe des Spiels entsteht, für dich. Später bekommst du für jedes Tier, das sich auf deinem Feld befindet, einen Siegpunkt. Das Meeple bleibt aber bis zum Ende der gesamten Partie Carcassonne auf dem Feld liegen!

Somit kann man sich während des Spiels belagern und muss die Augen an zwei Stellen gleichzeitig haben, wenn man sein eigenes Gebiet ausbaut.

Zwei Spieler in einem Gebiet

Du darfst nicht in ein Gebiet gehen, das schon von einem anderen Spieler belagert wird. Im Laufe des Spiels kann es aber vorkommen (ob zufällig oder mit Absicht), dass du zuerst auf deinem eigenen Gebiet ist und ein Mitspieler auch. Bis ein Landschaftsplättchen eingesetzt wird, das eure Gebiete verbindet.

Dabei sieht Carcassonne sehr einfache Regeln vor: Haben du und dein Mitspieler gleich viele Meeple auf der Straße oder in der Stadt, um die es geht, bekommt ihr beide die volle Punktzahl für dieses Gebiet. Hat einer beispielsweise zwei Meeple in der Stadt und der andere nur einen, geht derjenige leer aus, der in der Zahl unterlegen ist.

Fazit

Das Brettspiel Carcassonne macht mir irrsinnig Spaß. Ich liebe die ruhige Atmosphäre und die schön gestalteten Landschaftsplättchen abgöttisch. Dabei gefallen mir die Fischer, Seen, Flüsse, Wälder, Goldschätze und Tiere auf den Feldern.

In letzter Zeit habe ich in meiner Brettspielrunde allerdings häufiger Carcassonne mit Städten, Dörfern und Klöstern gespielt und muss sagen, dass die Thematik dem Spiel ein bisschen den Charme wegnimmt. Außerdem gefällt mir die Kloster-Spielmechanik bei Weitem nicht so gut wie die Jäger-Mechanik in meinem Spiel.

Wenn du kein Carcassonne-Kenner bist, hast du zwei Möglichkeiten, meiner Kaufempfehlung zu folgen:

  1. Du kaufst dir das „moderne“ Carcassonne mit Städten und Klöstern und kannst von zahlreichen Spielerweiterungen profitieren. Später gibt es Goldminen, Äbte, Räuber, Wirtshäuser, Fluggeräte, Magier und Hexen, Wirtshäuser und auch die von mir vermissten Flüsse.
  2. Du kaufst das „alte“ Carcassonne und bleibst beim entspannten Grundspiel.

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