Würfelpoker deluxe – Bluff [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Würfelpoker macht Spaß, aber Bluff ist modern und geht über reines Würfelpoker hinaus.
  • zwei bis sechs Spieler spielen Bluff und müssen sich dabei gegenseitig anlügen – wenn sie denn Wahrscheinlichkeitsrechnung beherrschen
  • Je nach dem, was die anderen vermuten beziehungsweise wetten, kannst du Erfolg oder Misserfolg haben
  • Ihr überbietet euch Zug um Zug, und das ist gar nicht mal so klug 😉

Bluff ist ein Spiel, das genau nach meinem Geschmack ist. Lügen, betrügen, verheimlichen – genau mein Ding innerhalb von Karten- und Würfelspielen. Ravensburger hat zum 25-jährigen Jubiläum von Bluff eine neue Version vom beliebten Würfelspiel herausgebracht. In dieser Rezension erkläre ich, wie Bluff funktioniert und gebe meinen Senf dazu.

Datenblatt zum Würfelspiel Bluff

Verlag: Ravensburger
Anzahl Spieler: 2 – 6 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Herausforderungen: Wahrscheinlichkeitsrechnung, Kalkulieren, Bluffen
Vergleichbar mit: Poker, Würfelpoker

Das Spielprinzip von Bluff

Im Würfelspiel Bluff geht es darum, die Mitspieler gezielt in die Irre zu führen und dabei mir seinen Würfen zu trumpfen.

Das Inventar von Bluff

Bluff von Ravensburger ist sehr einfach ausgestattet. Es gibt ein eher kleines Spielbrett mit dreißig Feldern. Das erste Feld ist weiß, und ab da an wechseln sich ein blaues Feld mit Stern und zwei weiße Felder ohne Stern ab. In der Mitte befindet sich das Logo und die beiden Ablagefelder, die auch als Würfelfriedhof bezeichnet werden. In der früheren Version vom Bluff Würfelspiel waren die weißen Felder gelb und die blauen Felder orange. Ansonsten hat sich vom Design her kaum etwas geändert. Herzstück von Bluff sind die Würfel. Es gibt sechs Würfelbecher für die bis zu sechs Spieler. Außerdem gibt es jede Menge gelber Würfel und einen roten Würfel. Alle Würfel haben statt der 6 einen Stern und sind an den anderen fünf Seiten mit gewöhnlichen Augenzahlen versehen.

Bluff beginnen

Zu Beginn des Spiels legt ihr den roten Würfel auf das erste Spielfeld und das Spielbrett in die Mitte des Tisches. Jeder Spieler bekommt einen Würfelbecher und fünf gelbe Würfel. Jeder Spieler würfelt seine fünf Würfel und schaut vorsichtig unter den Becher. Wichtig ist hier, dass die Mitspieler nicht sehen können, was du geworfen hast. Der Startspieler beginnt mit seiner Behauptung. Er sagt, wie oft sich eine bestimmte Zahl unter den Bechern aller Spieler befinden. Entsprechend legt er auf dem Spielbrett den roten Würfel auf das Spielbrett, um seine Behauptung anzuzeigen. Bei „Ich glaube, es gibt im Spiel drei Mal die Fünf“ legt er den roten Würfel mit der fünf nach oben auf das Feld mit der Nummer drei. Vermutet er, es befinden sich sieben Zweien im Spiel, legt er den roten Würfel mit der zwei nach oben auf das  siebte Feld.

Pokern im Bluff Würfelspiel

Im Uhrzeigersinn geht es jetzt weiter: Jeder Spieler gibt seine Vermutungen ab und behauptet, was das Zeug hält. Vermutet ein Spieler, es befinden sich mehr oder weniger Würfel eines Ergebnisses im Spiel. Bietet ein Spieler eine höhere Zahl, so kann er den roten Würfel entsprechend nach vorn bewegen. Sobald ein Spieler anzweifelt, dass sich so viele Ergebnisse im Spiel befinden, decken alle Spieler ihre Würfelbecher auf. Aber Achtung: Die Sterne gelten als Joker! Es besteht also immer eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl, die genannt wurde, häufiger im Spiel ist als alle anderen Zahlen, da die Joker entsprechend zählen. Beim Überbieten geht es um die gesamte Augenzahl. Hat jemand zuerst sechs Fünfer gewettet, kannst du erhöhen und dabei die Augenzahl verändern. Dabei kommen die Sternfelder zum Einsatz. Du kannst sechs Fünfer  beispielsweise mit vier Sternen überbieten. Für detaillierte Informationen zu diesem Part von Bluff schau bitte in die Spielanleitung, das würde jetzt den Rahmen der Spielerklärung in der Rezension sprengen.

Das Strafmaß für falsche Wetten

In der Mitte des Spielplans befinden sich die Ablagefelder für die Würfel, die aus dem Spiel genommen werden. Hat ein Spieler die Wette angezweifelt und verloren, da er oder sie zu niedrig gepokert hat, muss er einen Würfel abgeben. Hat der Startspieler genau richtig gewettet, verlieren alle Spieler außer ihm selbst einen Würfel an die Ablage in der Mitte. Hat einer der Spieler höher gewettet als der Startspieler und Recht behalten, verliert nur der Startspieler einen Würfel. Mit den verbleibenden Würfeln geht das Spiel nun weiter. Der nächste Spieler ist der Startspieler, alle würfeln, geben ihre Wetten ab. So geht Bluff weiter, bis am Ende nur noch ein Spieler übrig bleibt, der Würfel hat. Das zeigt nun auch die Mentalität von Bluff: Der Startspieler ist daran interessiert, möglichst hoch zu pokern. Nur, wenn seine Wette überboten wird und das höhere Gebot bewahrheitet wird, kann der Startspieler Würfel verlieren.

Fazit

Das Bluff Würfelspiel ist ein reines Glücks- und Wahrscheinlichkeiten-Spiel. Dabei gewinnt nicht zwingend der, der die besten Noten in Mathe hatte, denn mit jeder Runde verändern sich die Wahrscheinlichkeiten dadurch, dass es unterschiedlich viele Würfel im Spiel gibt. Je besser du spielst, desto mehr Einblick hast du durch deine konstante Würfelanzahl im Spiel auf die gesamt vorhandenen Würfel. Je schlechter es um dich und deine Würfel gestellt ist, desto mehr musst du auf die anderen, ihre Wetten, ihr Verhalten und vielleicht auch auf Bluffs achten. Insgesamt macht jede Partie Bluff Spaß und ich kann dieses sehr alte Spiel im sehr neuen Gewand nur empfehlen. Das Würfelspiel Bluff war zurecht das Spiel des Jahres im Jahr 1993. Übrigens: Auch ich wurde in diesem Jahr auf den Markt gebracht, wurde aber leider nicht in Neuauflage zum 25-jährigen Jubiläum Ende 2018 rausgebracht. Schade!

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