Kindheitsliebe und Zufälle – Bionicles: Quest for Makuta [Rezension]

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Achtung, Nostalgie! Das Spiel Bionicles: Quest for Makuta kam schon 2001 heraus und hat in Deutschland wenig Anklang gefunden. Als Lego-Kind war ich zu dieser Zeit Fan der Bionicles und habe zu Weihnachten das Brettspiel bekommen. Bis heute spiele ich Bionicles: Quest for Makuta hin und wieder und kann nicht verstehen, warum das Spiel so unbekannt ist. Dem möchte ich mit dieser Rezension entgegenwirken.

 

Datenblatt zum Brettspiel Bionicles: Quest for Makuta

Verlag: RoseArt
Anzahl Spieler: 2 – 6 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 8  Jahren
Herausforderungen: Lewas Maske finden und overpowered sein ;D | Zufälle, Würfeln, Kraftaufbau
Vergleichbar mit:

 

Das Inventar von Bionicles: Quest for Makuta

In der Schachtel von Bionicles: Quest for Makuta sind 20 Gebietsplättchen enthalten, die mit einem Mechanismus wie Puzzleteile ineinandergreifen. Darüber hinaus gibt es in der Box verschiedene Tokens, mit dem das Bionicles Brettspiel gespielt wird. 57 Gegner-Plättchen, 9 Tempelschlösser und 24 Tempelschlüssel, 12 Turaga und 24 Kanohi Tokens bieten hierbei den Grundstock.

Außerdem gibt es unterschiedliche Spielertableaus für die Bionicles, die ihr im Brettspiel spielen könnt. Darunter sind Pohatu (braun), Lewa (grün), Kopaka (weiß), Tahu (rot), Unua (schwarz) und Dali (blau). Ich spiele eigentlich immer Lewa, manchmal auch Dali. Das ist wohl der Tatsache geschuldet, dass diese beiden meine ersten Bionicles waren, die ich als echte Lego-Figuren besaß. Außerdem kann Lewa schweben. Alles, was schwebt und fliegt, ist vollkommen meins. Aber das nur so als Rand-Nerd-Wissen.

Bionicles: Quest for Makuta wird teilweise mit mehrseitigen Würfeln gespielt, die die speziellen Kräfte im Spiel per Zufall anzeigen. Mit den sechs unterschiedlichen Bionicle-Spielfiguren, die als Pappkärtchen in Acrylglas-Figuren eingelassen sind, kann es schon mit dem Spielaufbau losgehen.

 

Kämpfe, Tokens und Masken

Unterwegs begegnen den Spielern Gegner. Die Tokens der Feinde gibt es in unterschiedlichen Farben, und auf ihnen gibt es die Zahlen von 1 bis 20. Legt sie umgedreht auf das Spielfeld, sodass nur zu sehen ist, dass ein Gegner dort wartet. Landet ein Spieler auf diesem Feld, wird das Plättchen umgedreht. Ein Kampf beginnt. Steht dort eine 3 beispielsweise, musst du eine höhere Zahl würfeln, um den Gegner zu besiegen.

Es gibt Libellen, Skorpione und Tiger. Libellen sind die leichtesten Gegner, Skorpione bieten den Mittelteil und Tiger sind die stärksten Feinde, die dir begegnen können. Tiger haben dabei Angriffswerte von bis zu 20. Gewürfelt wird aber nur mit einem Würfel, der bis 6 geht. An dieser Stelle kommt das Spielertableau ins Spiel.

Auf jedem Spielertableau gibt es drei Kategorien für Tokens: Masken (Kanohi), Ältesten (Turaga) und Schlüssel.

Für jedes der sechs Elemente in Bionicles gibt es verschiedenfarbige Turaga. Findest du einen auf der Karte, siehst du, wenn du das Token umgedreht hast, ob die Farbe zu deinem Bionicle und somit aufs Spielertableau passt. Wenn der Turaga der gleiche ist wie dein Spieler, bekommst du + 10 auf deinen Angriff. Alle anderen bringen dir nur + 5 Angriffswert.

Alle Kanohis, die du auf dem Spielbrett findest, gibt es in sechs Kategorien. Das Kanogi „Hau“ gibt dir ein + 5 für alle Attacken, die du in Kämpfen tätigst. Bakari gibt dir + 10 in Kämpfen. Kakama und Kaukau sind die Masken-Tokens ind braun und blau. Sie erlaube ndir, einen anderen Würfel zu verwenden: Mit der braunen Kakama-Maske kannst du den roten Würfel, der bis 8 geht, in Kämpfen verwenden. Mit der blauen Maske, die zu Dali gehört, kannst du den grünen Würfel verwenden und somit bis zu 12 statt nur bis 6 würfeln. Übrig bleiben die Masken-Tokens, die Lewa und Kopaka zugeordnet werden können. Mit Miru, der Maske der Levitation, kannst du zu jedem beliebigen freien Ort auf dem Spielplan schweben. Mit Akaku, dem weißen Masken-Token, darfst du einen anderen Spieler, der auf dem gleichen Gebietsplättchen steht wie du, berauben.

Spielprinzip und Aufbau von Bionicles: Quest for Makuta

Bionicles: Quest for Makuta ist vor allem durch seine puzzleartigen Gebietsplättchen ausgezeichnet. Die Ränder können Wasser oder Land sein. Auf den Ländern sind Kreise aufgedruckt, die die Größe der runden Tokens haben. Auf ihnen bahnen wir uns im Verlauf des Wegs unseren Weg.

Zu Beginn des Spiels sucht sich jeder Spieler einen Bionicle aus, den er spielt und erhält die Spielfigur sowie das Spieler-Tableau in der entsprechenden Farbe. dann legt ihr die Gebietsplatte, auf der die Bionicles starten, in die Mitte des Tisches. Auf jedem Kreis muss das entsprechende Token zufällig hingelegt werden. Überall, wo ein Maskensymbol steht, kommen also zufällig verdeckt Masken hin, bei Gegnern legt ihr die Plättchen der Feinde hin. Nur die roten Übergangspunkte bleiben frei.

 

Wie spielt man Bionicles: Quest for Makuta?

Das Spiel beginnt mit einem Gebietsplättchen. Am Startpunkt „Toa landing“ beginnen die Spieler. Es wird gewürfelt, und der Spieler darf so viele Felder weiterziehen, wie er gewürfelt hat. Dabei darf er auch Abbiegungen nehmen und „im Kreis laufen“.

Findest du unterwegs Masken, darfst du sie auf dein Spielertableau legen. Dasselbe gilt für Turaga und Tempelschlüssel. Aber Achtung: Tempelschlüssel solltest du immer verdeckt auf dem Spielertableau aufbewahren!

Gelangt ein Spieler auf einen roten Übergangspunkt, zieht er eines der Gebietsplättchen und schließt ein neues Gebiet an die Welt an. Er darf die Platte so rotieren, wie er möchte. Ein Übergang zwischen zwei Gebieten ist aber nur möglich, wenn zwei Übergangspunkte aneinander grenzen. Auf die nun neuen Gebiete müssen wieder alle Tokens gelegt werden, um Masken, Gegner und Tempelschlüssel ins Spiel zu bringen.

 

Makuta besiegen und gewinnen

Irgendwann im Verlauf des Spiels zieht jemand das Zielgebiet. In der Mitte befindet sich der Tempel, der aufgeschlossen werden muss. Es gibt unterschiedliche Zusammenstellungen von Schlüsseln, die du brauchst, um das Spiel hier zu gewinnen. Deine Mitspieler wissen nicht, welche Schlüssel du hast und wie nahe du dem Ziel bist, den Tempel von einer gewissen Seite aus zu öffnen. Das macht Bionicles: Quest for Makuta so spannend und abwechslungsreich.

Hast du alle Tempelschlüssel zusammen, um den Tempel ab der von dir gewählten Stelle zu betreten, kannst du gegen Makuta kämpfen. Du würfelst zunächst mit dem weißen Würfel. Dann drehst du den Tempel im Uhrzeigersinn so viele Schritte weiter, wie die Augenzahl dir angegeben hat. Das soll verhindern, dass du absichtlich an der „schwachen Stelle“ reingehst. Die Farbe des Tempels, die nun auf dich und deinen Zugang zeigt, gibt die Stärke von Makuta an.

Makuta kann folgende Kraftpunkte haben…:

  • weiß: 18 Punkte
  • rot: 20 Punkte
  • grün: 22 Punkte
  • braun: 24 Punkte
  • blau: 26 Punkte
  • schwarz: 28 Punkte

Bionicles: Quest for Makuta hat gewonnen, wer Makuta besiegt. Setze all deine Masken und Turagas ein, würfel und sieh, ob du ihn besiegen kannst. Hast du verloren, verlierst du sofort einen deiner Schlüssel und musst dir einen neuen Zugang suchen. Hast du gewonnen, ist das Spiel vorbei und du bist der Sieger.

 

Fazit

Ich weiß, ich weiß. Bionicles: Quest for Makuta ist ganz schön kompliziert. Die Tokens, vor allem die Turaga und die Masken, sind für jeden, der die Lego-Figuren nicht selbst gesammelt und gebaut hat, schwierig.

Man hätte die farblichen Darstellungen deutlicher herausarbeiten können, und auch die Gebietsplatten könnte man so gestalten, dass sie besser zusammenpassen, wenn sie zufällig aneinander geklickt werden. Ich selbst habe das Gebiet meistens im Vorfeld aufgebaut und meine eigene Version vom Bionicles Brettspiel gespielt.

Es ist ein gutes Spiel. Kein herausragendes. Für jeden, der früher Fan war und sich noch an den Spirit der Bionicles erinnert, ist das Spiel auf jeden Fall ein super Zugewinn für das eigene Brettspielregal.

Ein Hint zum Ende: Es gibt einen animierten Bionicles Film. Er lief 2003, und ich habe ihn und alles um das Thema herum geliebt. Wer die Bionicles nicht kennt, wird mit Bionicles: Quest for Makuta absolut überfordert sein und kann sich wahrscheinlich nicht für die komplizierten Begriffe, Masken und Fähigkeiten begeistern. Das ist wohl auch der Grund, weshalb das Brettspiel an allen Ecken des Internets eher negativ bewertet wird. Ich halte dagegen und mag es noch immer – auch, wenn es schwer ist, Mitspieler zu finden.

 

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