Zufall = Spannung! – Betrayal at House on the Hill [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

Zeit für Horror! In Betrayal at House on the Hill spielen die Spieler in zwei asymmetrischen Teams. Was ich damit meine? Einer von euch ist geheimer Weise ein Verräter und hat ein ganz anderes Ziel als ihr.

  • Drei bis sechs Spieler ab zwölf Jahren können dieses Brettspiel spielen.
  • Gemeinsam gestaltet ihr die Geschichte von Betrayal at House on the Hill. Ihr reagiert auf Zufallsereignisse, müsst strategisch lanen und schlüpft in die Rolle, die ihr in disem Spiel durch das Spukhaus bewegt.
  • Items, Events und Omen bringen das Spiel in Kartenform ständig in neue Spannungsmomente.
  • Dem Verräter stehen Monster zur Seite, die sich über das Spielfeld bewegen und das Ganze noch spannender machen.

Bei Betrayal at House on the Hill sind du und deine Verbündeten in einem Spukhaus gefangen und erkundet das gefährliche Anwesen. Gruselige Ereignisse erhöhen die Spannung in den per Zufallsprinzip angeordneten Räumen. Attribute, mysteriöse Gegenstände, Omen und die Tatsache, dass einer der Spieler ein Verräter ist, sorgen für zusätzlichen Spielspaß. In dieser Rezension nehmen wir Betrayal at House on the Hill unter die Lupe und beleuchten dabei das Spielprinzip, den Spaß sowie die Besonderheiten dieses englischsprachigen Spiels.

Datenblatt zum Brettspiel Betrayal at House on the Hill

Verlag: Avalon Hill
Anzahl Spieler: 3 – 6 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

wegen erforderlicher Englischkenntnisse eher ab 16

Herausforderungen: Strategisches Planen, auf Zufallsereignisse reagieren, Story gestalten, in Rolle schlüpfen
Vergleichbar mit: Villen des Wahnsinns

Das Spielinventar von Betrayal at House on the Hill

Betrayal at House on the Hill besteht aus mehreren Elementen. Darunter sind…

  • Raumkarten für die drei Etagen Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss
  • Spielfiguren
  • Charaktertafeln
  • Spielmarken
  • Gegenstandskarten (Item)
  • Ereigniskarten (Event)
  • Omenkarten (Omen)

Aus den Raumkarten wird das Spukhaus gebaut. Die Spielfiguren bestehen aus drei Erwachsenen und drei Kindern, mit denen man sich über die Raumkarten bewegt. Die Würfel sind nicht mit Augen von 1 – 6 versehen, sondern man kann nur 0, 1 oder 2 würfeln.

Durch die runden oder eckigen Spielmarken werden beispielsweise Monster oder Gegenstände dargestellt. Auf jeder der sechs Charaktertafeln gibt es zwei spielbare Charaktere. An den Rändern der fünfeckigen Karten befinden sich insgesamt vier Balken, auf denen mit einem Regler die aktuellen Werte für Wissen (Knowledge), Geschwindigkeit (Speed), Macht (Might) und Gesundheit (Sanity) angezeigt werden.

Omen sind Hinweise, die das Spiel für den Verräter unter den Mitspielern erschweren. Die Gegenstand- und Ereigniskarten bringen Schwung in den Spielverlauf.

Der Spielablauf von Betrayal at House on the Hill

Das Spiel besteht aus zwei Phasen: Der Exploration und dem Haunt. Zu Beginn des Spiels wählt jeder Mitspieler einen Charakter und stellt die Schieberegler auf die vorgegebenen Startwerte. So sind die Ausgangswerte für Wissen, Geschwindigkeit, Macht und Gesundheit ausgeglichen verteilt.   Das Spukhaus besteht aus Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss, die auf dem Spieltisch platziert werden. Der Keller bleibt ohne Verbindung, zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss gibt es allerdings eine Treppenverbindung. Der Keller kann durch Ereigniskarten eine Verbindung zum Erdgeschoss erhalten.

Die Erkundungsphase (Exploration) beginnt Bewegungen der Spieler. Der Spieler orientiert sich bei seiner Bewegung am Geschwindigkeits-Wert. Tritt man durch eine Tür, hinter der sich keine Raumkarte befindet, wird eine vom Stapel gezogen. Die neue Karte erweitert das Spielfeld und somit auch das Spukhaus. An dieser Stelle erinnert das Spiel ein wenig an Carcassonne, denn natürlich müssen die Raumplatten an angrenzende Türen passen.

Hat die neue Raumkarte ein aufgedrucktes Symbol, zieht man entsprechend entweder eine Ereignis-, Gegenstands- oder Omen-Karte. Der Spieler folgt den Anweisungen der Ereigniskarte und kann dadurch unter Umständen seine Level-Werte erhöhen. Oder man erhält einen Gegenstand oder würfelt, um den Preis der Omenkarte zu erhalten. Eine Raumkarte kann eine Aufgabe enthalten, die ein erneutes Würfeln erfordert. Schafft man die angegebene Zahl nicht, kann man beispielsweise in den Keller fallen. Dadurch ist der Aufbau des Spiels unberechenbar.  Ist das Haus gebaut, beginnt die zweite Phase.

Der Haunt ist die Jagdphase, in der sich die Spieler durch die Räume bewegen können. Das friedliche Erkunden des Hauses ist beendet und die Rollen werden verteilt: „DO NOT READ“ steht jeweils auf den Heften: Traitor’s Tome und Secrets of Survival. Jetzt wird anhand eines berechneten Wertes klar, welcher Spieler welche der 50 Szenarien spielt, wer welche Ziele verfolgt und der Ausgang des Spiels wird von den Strategien der Helden und des Verräters bestimmt.

Verräter! Das Highlight des Spiels

Einer der Mitspieler ist ein Verräter. In der zweiten Spielphase wird die friedliche Spielergruppe aufgeteilt. Neben dem Spielziel, das dem Verräter zugeteilt wird, stehen ihm Monster zu Seite. Sie können nicht sterben, aber aufgehalten werden. Der Verräter steuert ihre Bewegungen. Tauchen im Spielverlauf plötzlich Monster auf, müssen die Helden im Team zusammenarbeiten. Unterschiedliche Charaktere haben unterschiedliche Stärken: Der Professor hat mehr Wissen als der Football-Spieler, der Football-Spieler hingegen hat mehr Geschwindigkeit.

Spielende: Gewinnen bei Betrayal at House on the Hill

Wer seine Aufgabe erfüllt hat, gewinnt das Spiel. Es gibt unterschiedliche Spielziele: Sie können einfach formuliert sein, wie beispielsweise: „Töte alle Mitspieler“, aber auch komplizierter und abwechslungsreicher gestaltet sein. Da sich die Ereignisse des Spiels zum Late Game hin zuspitzen, da alle Spieler an unterschiedlichen Zielen arbeiten, wird der Spannungsbogen zum Ende hin immer rasanter.

Unser Eindruck zu Betrayal at House on the Hill

Es hat etwas gedauert, bis die Spielregeln, der erste Aufbau und die Orientierung in den zwei Spielphasen klar geworden sind. Betrayal at House on the Hill in Deutsch gibt es nicht! Da das Spiel ausschließlich auf Englisch erhältlich und spielbar ist, benötigt man gute Englischkenntnisse oder entsprechend Geduld, um sich durch das Spiel zu fuchsen. Wem keine Sprachbarrieren im Weg stehen, kann mit Betrayal at House on the Hill viel Spaß haben. Der Großteil des Spiels basiert auf dem Zufallsprinzip, weshalb Betrayal at House on the Hill auch nach vielen Runden nicht langweilig wird. Der Spaßfaktor ist definitiv höher als der Horrorfaktor, aber durch die unterschiedlichen Ziele und Charaktere können fünfzig unterschiedliche Geschichten entstehen. Spannend, variabel und unberechenbar!

Willst du Betrayal at House on the Hill deutsch spielen? Es gibt fanmade Anleitungen auf Deutsch, die du im Internet finden kannst.

Fazit

Die Szenarien werden an die Spieleranzahl angepasst, sodass man Betrayal at House on the Hill mit drei bis sechs Spielern gleichermaßen gut spielen kann. Die Spieldauer ist mit (je nach Zufallsereignissen) etwa eineinhalb Stunden für einen ausgelassenen Brettspielabend mit mehreren Runden perfekt. Unterm Strich ist Betrayal at House on the Hill ein spannender Mix aus zufallsgeneriertem Weltenbau, Team- und Einzelarbeit und insgesamt ein lohnenswertes Abenteuer, das vor allem durch den Verräter nicht langweilig wird.

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