Von Deichen und Heimatplänen – Arler Erde [Rezension]

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Das Wichtigste in Kürze

In Arler Erde gibt es ein schönes Workerplacement, das über viereinhalt Jahre gespielt wird. Innerhalb von neun Jahren wollt ihr euren Heimatplan möglichst gut ausbauen und das Spiel gewinnen.

  • Arler Erde kannst du alleine, aber auch zu zweit spielen
  • Auf- und Abforsten bringt Platz oder Ressourcen, und das musst du gut timen: Später kann es Abzüge geben, wenn du im alschen Zyklus bist
  • Es gibt Kutschen, Droschken, Ställe, Hand- und Zugkarren, die du auf deinem Heimatplan platzieren kannst
  • Ihr spielt jeder auf dem Watt- und Landgebiet

Arler Erde ist ein Workerplacement-Spiel, das es ganz schön in sich hat. Es werden klassische Ressourcen von Wolle über Lehm bis hin zu Bauholz verwendet. Besonders ist hier aber ganz klar die Zeit. Arler Erde wird in neun Halbjahren gespielt, und dabei wird zwischen Sommer und Winter abgewechselt. Jeder Spieler will seinen Heimatplan gut füllen und gewinnen.

Datenblatt zum Brettspiel Arler Erde

Verlag: Feuerland Spiele
Anzahl Spieler: 1 – 2 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Ressourcenmanagement, Überblick behalten, langfristig planen
Vergleichbar mit: Nippon Brettspiel, Das tiefe Land

Das Inventar von Arler Erde

Arler Erde von Feuerland Spiele beinhaltet eine Menge Einzelteile. Die aufzuzählen ist schon eine richtige Herausforderung. Ich zeige dir, warum: Es gibt einen großen Spielplan mit verschiedenen Feldern. Auf der linken Seite gibt es grüne, gelbe, orangefarbene und rote Felder, auf der rechten Seite gefühlt unendlich Einzelfelder. Der Hauptspielplan beinhaltet nämlich neben Baukosten, Werkbänke und Händlern auch die Produzenten. So gibt es allein für Holz den Holzfäller, Äxte und den Holzhändler. An dieser Stelle stehen Baukosten, die mich sofort auf die Grundstimmung von Arler Erde einstimmen.

Neben dem umfangreichen Hauptspielplan beinhaltet Arler Erde einen Ablageplan für Plättchen und Marken und zwei Heimatpläne. Der Tisch, auf dem Arler Erde gespielt wird, sollte aber nicht nur für die Pläne ausreichend groß sein. Es gibt nämlich noch eine Menge Plättchen, die organisiert werden wollen:

  • Forst- und Parkplättchen
  • Stall- und Speicherplättchen
  • Stallungsplättchen und Doppelstallplättchen
  • Getreide und Flachsacker-Plättchen
  • Hand- und Zugkarren
  • Karren und Pferdewagen
  • Kutschen und Droschken
  • Torfkahn- und Pflug-Plättchen
  • 31 Gebäude

Zusätzlich gibt es Deichmarker, Moore und entwässerte Moore und den „kleinen Bohlenweg“. Gehandelt und gearbeitet wird in Arler Erde mit Kleidung und Baustoffen. Die Kleidung gibt es als Sommer-, Winter- und Lederkleidung, entsprechend auch die Rohstoffe Leinen, Wollstoff und Leder. Baustoffe sind in Arler Erde Ziegel, die aus Lehm gefertigt werden und Bauholz, das aus Holz gefertigt wird.

Auf dem eigenen Land werden sich noch Schafe, Rinder und Pferde breit machen, die als je 20 Figuren mit dem Spiel kommen. Die Startspieler-Marker sind Leuchttürme, und als sei das noch nicht genug, enthält Arler Land Holzspielsteine, Holzanzeiger und Warenanzeiger für Getreide, Flachs, Tierhaut, Wolle und Nährwerte.

Der Heimatplan

Der Heimatplan ist in ein Wattgebiet und ein Landgebiet unterteilt. Ähnlich wie bei „das tiefe Land“ geht es also wieder um eine küstennahe Thematik. Auf dem Festland kannst du deine Gebäude, Acker, Forste und Ställe bauen.

Zwischen den einzelnen Feldern kannst du einen Deich bauen. Mit den Deichplättchen verwandeln die Spieler Wattfelder in Landfelder und bekommen somit mehr Platz zum Bauen. Jeder Deich trägt ein beliebiges Tier. Indem die Spieler Ställe bauen, können mehrere Tiere auf einem Plättchen gehalten werden.

Auf dem Heimatplan befindet sich außerdem die Warenskala. sie zeigt, wie viel Nährwerte, Getreide, Tierhäute, Flachs und Wolle die Spieler besitzen. Jeder Spieler kann maximal 30 Nährwerte horten, von allen anderen Waren fasst das Lager maximal 15 Einheiten.

Wie spielt man Arler Erde?

Das Brettspiel Arler Erde wird in drei Abschnitten gespielt. Im ersten Abschnitt haben wir Juni oder Dezember, und die Arbeiter sollen für die kommenden Zeiten in Position gebracht werden. Im zweiten Abschnitt werden die Arbeiter auf dem Spielplan eingesetzt. Im November oder Mai eines jeden Halbjahres werten die Spieler ihren Besitzstand aus und gehen zum nächsten Halbjahr, also wieder zu Abschnitt eins, über. Gespielt wird Arler Erde über insgesamt neun Halbjahre.

Abschnitt 1: Die geruhsame Zeit

Als die Spieler das Brettspiel Arler Erde aufgebaut haben, wurden schon die ersten Arbeiter in Position gebracht. Somit kann der erste Abschnitt des ersten Halbjahres beginnen wie alle anderen. Auf allen vier Monatsfeldern befinden sich die Arbeiter des Startspielers und direkt darunter die des Gegenspielers.

Abschnitt 2: Die Arbeitszeit

Der Kern von Arler Erde, was die Spielmechanik angeht, ist definitiv die Arbeitszeit. Die Spieler setzen ihre Arbeiter abwechselnd auf die leeren Aktionsfelder. Im Sommer bespielt ihr die Sommerfelder, im Winter die Winterfelder. In jedem Halbjahr gibt es fünfzehn unterschiedliche Aktionsfelder. Jede Aktion, die du mit deinem Arbeiter aktivierst, wird sofort durchgeführt.

Die Aktionsfelder sind…:

  • Fischer. Du erhältst ein Schaf und einen Nahrungswert pro Reuse
  • Kolonist. Du erhältst ein Pferd oder kannst einen Moorabschnitt entwässern. Das entsprechende Plättchen musst du mit vier Torf bestücken.
  • Lehmarbeiter. Pro Schaufel, die du hast, erhältst du ein Lehm
  • Holzfäller. Pro Axt, die du besitzt, erhältst du ein Holz.
  • Bauarbeiter. Du kannst ein Gebäude bauen, musst aber natürlich die Baukosten in Form von Ressourcen zahlen.
  • Krämer. Du kannst dir ein Getreide, ein Leder und ein Tier oder ein Bauholz nehmen.
  • Torfstecher: Der Torf von deinem Moorplättchen kommt zum Einsatz. Je nach dem, wie viele Stechspaten du hast, kannst du Torf von deinem Moor entfernen.
  • Ackerbauer. Du darfst einen Pflug bauen, wenn du eine freie Scheune für ihn hast. Hast du bereits einen Pflug, kannst du nun so viele Äcker bearbeiten, wie du Pflüge hast.
  • Meister. Pro Werkbank kannst du deine Anzeigenmarker eine Position nach rechts schieben, zahle die Kosten dafür.
  • Vogt. Du kannst ein Plättchen upgraden (indem du es umdrehst).
  • Wollweber. Für jeden Webstuhl wandelst du eine Einheit Wolle in Wollstoffe um.
  • Deichbauer: Du bekommst entweder ein Rind oder Schaf, oder kannst einen Deich auf deinem Heimatplan bauen.
  • Forstwirt. Gegen Nahrungswerte bekommst du einen Forst oder ein Gebäude.
  • Zimmermann. Du kannst ein Gebäude bauen oder für zwei Lehm und ein Getreide einen Stall bauen.
  • Lohnarbeiter. Für zwei Nahrungswerte bekommst du ein Fuhrwerk oder darfst ein Feld des Sommerhalbjahres benutzen, das bereits genutzt wurde.

In den Sommeraktionen darf einer der Arbeiter ein Aktionsfeld des anderen Halbjahres benutzen. Diese Sonderaktion befähigt den Spieler also, im Winter eine Sommeraktion und im Winter eine Sommeraktion zu verwenden.

Zu jeder Zeit im Spiel dürfen die Spieler, unabhängig von ihren Arbeitern, die grünen Gebäude mit einem Uhr-Symbol aktivieren.

Wenn die Arbeiter eingesetzt wurden, können die Spieler ihre Tiere auf dem Heimatplan versetzen und Torf gegen Waren tauschen, wenn sie einen Torfkahn besitzen.

Abschnitt 3: Bestandsaufnahme

In der Bestandsaufnahme kommt es zur November-Auswertung oder zur Mai-Auswertung, die auf dem Hauptspielplan aufgedruckt ist. Am Ende des Sommerhalbjahres leeren die Spieler jetzt ihre fuhrwerke, melken die Schafe und Rinder, ernten die Acker und versorgen ihre Arbeiter in Form von Nahrung und Torf.

Am Ende des Winterhalbjahres werden ebenfalls die Fuhrwerke geleert, die Jungtiere hinzugefügt und die Schafe geschoren. Auch die Versorgung ist jetzt an der Reihe, allerdings benötigen wir nun keinen Torf als Brennstoff, da der Sommer kurz bevorsteht.

Fazit

Das Brettspiel Arler Erde ist komplex und riesig. Ich mag die Thematik nach wie vor und bin ein großer Fan von allem, was mit Schafen, Feldern, Arbeitern und Deichbau zu tun hat. Workerplacement-Spiele haben ein tolles Prinzip und machen mir immer großen Spaß.

Ich kann leider nicht sagen, warum, aber Arler Erde hat mich vom Design her nicht überzeugt. Auch, wenn ich inzwischen den Durchblick durch die Spielregeln und die Spielübersicht im Allgemeinen habe, bleibt das bittere Gefühl der Überforderung vom ersten Auspacken noch bestehen. Ich konnte mit diesem Spiel leider nicht vollkommen warm werden, auch wenn mir die Spielmechanik sehr gefällt. Am besten kaufst du dir das Spiel selbst und probierst es aus; wahrscheinlich war bei mir nur ausnahmsweise der Wattwurm drin.

Feuerland Spiele 04 - Arler Erde
  • für 1-2 Spieler
  • ab 14 Jahren
  • 60-120 Min. Spieldauer
  • von Uwe Rosenberg
  • Spielzeug

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