Komplex, Kooperativ, Klasse – Arkham Horror [Rezension]

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Arkham Horror lässt die Spieler in eine Welt von H. P. Lovecraft abtauchen. In der Stadt Arkham vereinen die Spieler ihre Kräfte, um die Tore zu schließen, bevor das schreckliche Monster erwacht und alle Spieler besiegt. Schlüpf in die Rolle eines Ermittlers und schließe die Dimensionstore. Wie das geht und mit welchen Faktoren der Spielspaß geregelt ist, erkläre ich dir in dieser Rezension.

Das Brettspiel Arkham Horror war 1987 schon das erste kooperative Brettspiel auf dem Markt. Heute gibt es Arkham Horror in verschiedenen Versionen, als Karten- wie auch als Brettspiel. In dieser Rezension möchte ich die zweite Edition, die 2006 im Heidelberger Spieleverlag erschienen ist, besprechen und erklären.

 

Datenblatt zum Brettspiel Arkham Horror

Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Anzahl Spieler: 1 – 8 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Herausforderungen: Komplexität, Kooperation, Zufälle, Kämpfe
Vergleichbar mit:

 

Das Inventar von Arkham Horror

Arkham Horror des Heidelberger Spieleverlags ist sehr ausführlich und umfangreich. Die Spielanleitung hat 24 Seiten, das Brettspiel selbst besteht aus 731 Einzelteilen. 731! Das ist mal eine Zahl. Dabei gibt es Unmengen an Markern und Karten. Die wichtigsten Einzelteile möchte ich hier kurz aufzählen.

Es gibt allein 189 Ermittlerkarten. Darunter befinden sich Gegenstände, Zauber, fertigkeiten, Verbündete und Spezialkarten. In Arkham Horror gibt es außerdem Dividende, Bankanleihen und allerlei Späße, die das Spiel enorm komplex machen. Weitere Karten sind die „Großer Alter“-Karten, die den Antagonisten des Spiels steuern. Das Monster hat mit diesen Karten Standort-, Mythos- und Torkarten.

An Markern hat der Heidelberger Spieleverlag nicht gespart: 196 Marker sind für den Status der Ermittler. Es geht um Geld, geistige Gesundheit, Ausdauer, Fertigkeiten und Hinweise. Dazu gibt es 60 Monstermarker, denn einfach so ermitteln is‘ nich‘! Dazu noch eine Terrorleiste und 20 Verderbensmarker. Wir sehen: Es wird angenehm grausam.

Allein vom ersten Eindruck der Spieleschachtel macht Arkham Horror den Eindruck, komplexer als so manches Computerspiel zu sein.

 

Der Spielaufbau von Arkham Horror

Um das Brettspiel Arkham Horror aufzubauen, muss zunächst ein großer Tisch her. Es wird wild und bunt! Natürlich kommt das Spielbrett in die Mitte des Tisches. Drumherum brauchen die Spieler viel Platz für allerlei.

Auf die Terrorleiste muss der Terror-Marker auf die Null gelegt werden. Auf jeden der elf instabilen Standorte auf dem Brett gehört ein Hinweismarker. Wählt ein Ende des Brettes aus, an das ihr die Gegenstände für den Mythos legt. Am anderen Ende sollte sich der Vorrat für die Ermittler befinden.

Auf der Seite des Mythos gehören einerseits die Kartenstapel (neun Standortkartenstapel, Torkartenstapel, Mythoskartenstapel) und sämtliche Marker, die mit dem Bösen zu tun haben: Verderbensmarker, Tormarker, Monstermarker, Hinweismarker, Aktivitäts-, „Geschlossen“- und „Erforscht“-Marker. Auf der anderen Seite befinden sich die Ermittler-Spezialkartenstapel, die Marker für geistige Gesundheit, Ausdauer und Geld sowie die Kartenstapel für Verbündete, einfache Gegenstände, besondere Gegenstände und der Kartenstapel der Fertigkeiten.

Das ist nur der allgemeine Spielaufbau von Arkham Horror. Nun müssen sich die Spieler am Spielaufbau beteiligen. Sie brauchen einen Ermittler-Charakterbogen. Je nach dem, wie viel Ausdauer und geistige Gesundheit der Bogen vorgibt, so viele Marker benötigst du auch für den Beginn des Spiels. Du beginnst das Spiel in deiner Unterkunft: Je nach Angabe auf dem Charakterbogen legst du deinen Ermittlermarker auf den Ort auf dem Hauptspielbrett, wo du wohnst. Auf jedem Charakterbogen ist festgelegt, was du zu Beginn besitzt. Diese Gegenstände nimmst du dir entsprechend dessen, was unter der Überschrift „festgelegter Besitz“ steht.

Jetzt mischt der Startspieler die „Großer Alter“-Bögen. Einer davon wird zufällig ausgewählt. Der Spielaufbau ist fast fertig: Arkham wird nun von einem Monster bedroht.

Anschließend zieht ihr eine Karte vom Mythos-Kartenstapel. Sie gibt einen instabilen Ort vor, an dem das erste Tor und das erste Monster erscheinen.

 

Wie spielt man Arkham Horror?

Jede Spielrunde ist in fünf Phasen aufgeteilt. Dabei hat nicht jeder Spieler einen Zug, in dem alle fünf Phasen abgehandelt werden, bis der nächste dran ist. Zunächst führen alle Spieler nacheinander die erste Phase aus. Danach die zweite Phase und so weiter. Sind alle fünf Phasen beendet, ist die erste Spielrunde vorbei, der Startspielermarker wandert um eine Person weiter nach links, und Arkham Horror geht in die nächste Runde.

Phase 1: Unterhalt

Zu Beginn der ersten Phase aktualisiert ihr eure Karten. Was verbraucht wurde, lag in der letzten Runde nur noch verdeckt auf dem Spieltisch. Drehe diese Karten wieder mit der Vorderseite nach oben. Danach kommt die Unterhaltsaktion zum Einsatz. Auf deinem Charakterbogen steht, was zu tun ist. Dann stellt ihr die Ermittlerfähigkeiten eurer Charaktere mit den entsprechenden Markern ein.

Phase 2: Bewegung

Es gibt zwei Bewegungsmöglichkeiten. Entweder bewegst du dich in Arkham entsprechend dem Geschwindigkeitwert auf deinem Charakterbogen. Wo deine Bewegung endet, kannst du Hinweise aufgreifen. Oder du weichst Monstern aus. Das artet in Kämpfen aus, oder du hast Glück und kannst fliehen.

Bei der Bewegung auf dem Spielplan gibt es die Möglichkeit, sich durch Arkham zu bewegen, aber auch die Möglichkeit, in die Traumlande zu geraten.  Die entsprechenden Gebiete befinden sich am Rand des Spielbretts.

Phase 3: Begegnungen in Arkham

Auch in dieser Phase gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Jeder Ermittler, der sich an einem Standort in der Stadt Arkham befindet, führt eine der folgenden Aktionen aus. Entweder gibt es am Standort ein Tor, oder es gibt kein Tor.

Enthält dein Standort ein Tor, wirst du hindurch gesogen und landest in der anderen Welt (Traumlande). Gibt es kein Tor, so hast du eine Begegnung an diesem Standort. Mische den Standortstapel deines Viertels und ziehe eine Karte. alle Effekte der Karte werden nun ausgeführt.

Phase 4: Begegnungen in der „Anderen Welt“

Ermittler, die sich in der anderen Welt befinden, erhalten nun auch Begegnungen. Er zieht Karten vom Torstapel, bis er eine hat, die der Farbe seines Feldes entspricht. Er liest den Text laut vor. Alle Effekte, die auf der Torkarte stehen, treten ein.

Phase 5: Mythos

Sind die Begegnungen und Kämpfe aus den Phasen 3 und 4 vorbei, ist der Startspieler für die Antagonisten zuständig. Er öffnet Tore und erzeugt Monster, platziert Hinweismarker, bewegt die Monster und aktiviert die Mythosfähigkeit. Dabei sagen die Mythoskarten, wer sich wohin bewegt, welches Tor geöffnet wird und was sonst geschieht.

 

Arkham Horror beenden und gewinnen

Arkham Horror ist beendet, wenn die Ermittler die Bedrohung des Mythos überwunden haben, oder wenn der Antagonist gewinnt. Haben die Spieler gewonnen, gibt es dafür wiederum drei Möglichkeiten:

Entweder haben sie die Tore verschlossen. Aber auch, wenn sechs oder mehr „Ältere Zeichen“ auf dem Spielbrett liegen, ist das Spiel gewonnen. Wenn der „Große Alte“ erwacht und besiegt wird, ist Arkham Horror ebenfalls gewonnen.

Die Siegwertung im Einzelnen wird mit Bankanleihen, „Älteres Zeichen“, Tortrophähen, Monstertrophären und überlebenden Ermittlern verrechnet.

 

Fazit

Das Brettspiel Arkham Horror ist, wie bereits gesagt, sehr komplex. In dieser Rezension habe ich nicht einmal ein Drittel der Regeln erklärt. Mein Ziel ist es, einen groben Überblick über das Spiel, seine Möglichkeiten und die storytechnische Dimension zu geben. Über diese absoluten Basics hinaus gibt es in Arkham Horror noch unterschiedliche Fähigkeiten, die die Ermittler nutzen können. Kämpfe sind komplexer als einfaches Würfeln. Es gibt Waffen- und Zauberlimits, die Horrorprobe und viele Faktoren, die das Spiel beeinflussen. Wann und wie unter welchen Umständen die geistige Gesundheit oder die Ausdauer verändert werden, wann Ermittler aufgehalten werden können und wie Tore geschlossen und versiegelt werden können, was die Terror-Leiste bringt und wann der „Große Alte“ erwacht, erfährt man nur beim Spielen. Meine erste Runde Arkham Horror hat vier Stunden gedauert, war am Anfang quälend schwierig und nach den ersten zwanzig Minuten extrem faszinierend. Man vergisst die Zeit, man vergisst sogar, den typischen Gesellschaftsspiel-Small-Talk zu betreiben, ist total gebannt und hinein gesogen in das Spiel und kann völlig abschalten. Ich kann Arkham Horror jedem empfehlen, der ein richtig herausforderndes kooperatives Brettspiel sucht.

 

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