Walk like an Egyptian – 7 Wonders [Rezension]

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Beim Kartenspiel 7 Wonders leisten sich bis zu sieben Spieler einen Wettstreit um die großartigste Zivilisation der Antike. Durch geschicktes Auswählen von Karten soll die eigene Stadt aufblühen und die der unliebsamen Nachbarn übertrumpfen.

Datenblatt zum Kartenspiel 7 Wonders

Verlag: Asmodee
Anzahl Spieler: 2 – 7 Spieler
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Herausforderungen: Kombinieren, Überblick, Erinnerungsvermögen
Vergleichbar mit: Ohne Furcht und Adel, Bohnanza

Das Baumaterial

Um seine Weltwunder zu errichten benötigt man:

  • 7 Weltwunder-Tableaus mit dazu passenden Auswahlkarten
  • 148 Karten für insgesamt drei „Zeitalter“
  • 42 Konfliktmarker
  • 50 Pappmünzen
  • 1 Wertungsblock
  • 1 Regelheft
  • 2 Karten für eine Zweierpartie

Alle Pappteile sind erfreulich dick und stabil, so dass man keine Angst vor Knicken zu haben braucht. Die Illustrationen der Wunder und auf den Zeitalterkarten sind qualitativ hochwertig und laden auch während des Spiels immer wieder zum Bewundern ein.

Die drei Zeitalter von 7 Wonders

Zur Vorbereitung erhält jeder Spieler ein Weltwundertableau. Dieses kann durch Ziehen einer Karte entweder zufällig bestimmt werden oder man einigt sich, welcher Spieler welches Weltwunder bauen will. Zudem erhält jeder Spieler ein Grundkapital an Münzen.

Das Spiel besteht aus drei Zeitaltern. In jedem Zeitalter werden die dazugehörigen Karten gemischt. Dann werden sie gleichmäßig an alle Spieler verteilt. Aus diesen Handkarten wählt nun jeder Spieler eine aus und legt sie verdeckt vor sich.

Wenn alle Spieler bereit sind hat jeder verschiedene Möglichkeiten, was er mit dieser Karte letztendlich tut:

  • Verkaufen: Er legt die Karte verdeckt in die Tischmitte und erhält drei Münzen.
  • Bauen: Er legt die Karte offen vor sich und kann ab sofort ihre Fähigkeit nutzen.
  • Ins Wunder einbauen: Er schiebt die Karte verdeckt unter eines der Baufelder seines Weltwundertableaus.

Grundsteinlegung

Während man jede Karte verkaufen darf, gelten Einschränkungen beim Bauen von Karten. Man muss nämlich die Voraussetzungen erfüllen, die diese Karte hat. Dies können Rohstoffe (Ziegel, Erz, Holz und Stein) oder Handelswaren (Glas, Tuch oder Papyrus) sein oder Geld, das man ausgeben muss. Rohstoffe und Handelswaren werden hierbei aber nicht gesammelt und ausgegeben. Man hat sie entweder durch eine andere Karte zur Verfügung (eventuell sind sie auch mehrfach verlangt), oder man hat sie nicht. Fehlende Baumaterialien kann man gegen eine Geldspende vom Nachbarn importieren. Mächtigere Karten haben natürlich höhere Anforderungen und die späteren Zeitalter beinhalten auch immer mächtigere Karten.

Hat man eine schlechte Versorgung mit Material, kann man immer noch „Ketten“ bauen. Oftmals ist neben den Anforderungen einer Karte auch der Name einer anderen Karte aus einem vorherigen Zeitalter angegeben. Besitzt man diese Karte, so fallen die Anforderungen weg. So erlaubt ein „Skriptorium“ zum Beispiel den kostenlosen Bau einer „Bibliothek“.

Für das Bauen des Weltwunders gelten ähnliche Einschränkungen, doch gelten hierbei stattdessen die Voraussetzungen, die auf dem Wundertableau aufgedruckt sind. Gebaute Weltwunderstufen geben ihre ganz eigenen Vorteile, die bei der Planung der richtigen Strategie essenziell sind.

Im Wandel der Zeiten

Ist die Karte verwertet worden wird der Rest der Karten an den jeweiligen Nachbarn weitergegeben, wobei sich die Richtung mit jedem Zeitalter abwechselt. Nun hat man selbst die Karten, die der Nachbar nicht ausgewählt hat, und die Auswahl beginnt von Neuem. Dies geht so lange weiter, bis nur noch eine Karte pro Spieler übrig ist. Diese kommt verdeckt in die Mitte des Tisches und das Zeitalter endet.

Am Ende des Zeitalters führen die Stadtstaaten Krieg gegeneinander. Dies geschieht durch einen einfachen Vergleich der militärischen Macht, die die Spieler durch Karten und Weltwunderbaustufen besitzen. Jeder Spieler vergleicht sich mit seinen direkten Nachbarn: Der Gewinner erhält eine Siegmarke, die je nach Zeitalter einen unterschiedlichen Wert hat. Der Verlierer bekommt eine Niederlagenmarke, die immer ein Minuspunkt ist. Danach beginnt das nächste Zeitalter.

Was steht in den Geschichtsbüchern? – Spielende

Das Spiel endet nach Abrechnung des dritten Zeitalters. Nun wird für jeden Spieler eine Wertung gemacht, indem für jede der verschiedenen Kartenkategorien seine Punktzahl aufgeschrieben wird. Punkte stehen meist direkt auf den Karten, wobei einige Karten jedoch eine unbestimmte Anzahl geben. Vor allem die „Gilden“, die es nur im dritten Zeitalter gibt, geben für jede Karte einer bestimmten Kategorie bei den Nachbarn einen Punkt. Und die können sich für manche Spielpositionen sehr lohnen. Die grünen Wissenschaftskarten hingegen besitzen immer genau ein Symbol: Zirkel, Zahnrad oder Steintafel. Hier zählen komplette Sets aus allen drei Symbolen, aber auch die Anzahl jedes einzelnen Symbols.

Gewonnen hat der Spieler, der die höchste Punktzahl erreicht hat.

Fazit

Die Wertung ist einigermaßen komplex und einzuschätzen, welche Karte sich am meisten lohnt, ist auch der Hauptinhalt des Spiels. „7 Wonders“ kann man locker-flockig spielen, um eine oder zwei Stunden mit Freunden zu verbringen und sich am Ende überraschen lassen, was herauskommt. Man kann sich aber auch auf das komplexe Ineinandergreifen der verschiedenen Karten einlassen. Und somit seine Spielzüge mit viel Gehirnschmalz optimieren. Fortgeschrittene Spieler versuchen, den Gegnern bestimmte Karten wegzuschnappen. Obwohl sie ihnen wenig nutzen – einfach nur, damit sie nicht woanders gebaut werden, wo sie einen fetten Batzen Punkte wert sind. Was dem Spiel eine unglaubliche Langzeitmotivation verleiht sind die zahlreichen möglichen Gewinnstrategien. Soll man Wissenschaft horten? Mit Handelskarten viel Geld machen und Rohstoffe kaufen, anstatt Rohstoffkarten zu bauen? Rote Militärkarten bauen und versuchen, bis zu 18 Punkte durch Krieg zu gewinnen? Was ist, wenn der Nachbar das auch tut? Aufgeben und andere Karten bauen oder wettrüsten und eventuell zu viele Karten für wenige Punkte einsetzen? Oder einfach stur blaue Prestigekarten für Punkte bauen? Welche Gilden kann ich bekommen? Welche Karten ziehe ich besser aus dem Verkehr? All das macht jede Partie anders und immer wieder interessant.

Asmodée Editions 692053 - 7 Wonders, Kennerspiel des Jahres 2011
  • Maße: 28,5*28,5*7,9
  • Anzahl der Spieler: 2-7
  • Alter: 13+
  • Dauer: 30'
  • Erscheinungsjahr: 2010, Sprache: deutsch

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